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	<title>Kommentare zu: Warum Verlage &#8220;das Internet&#8221; nicht verstehen</title>
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	<description>Michalis Pantelouris über das Drucken von Wörtern und Bildern auf Papier für Geld</description>
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		<title>Von: Jonas</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/08/01/warum-verlage-das-internet-nicht-verstehen/comment-page-1/#comment-41</link>
		<dc:creator>Jonas</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 14:05:13 +0000</pubDate>
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		<description>Schöner Kommentar. :) Was meiner Meinung nach die Verlage auch verdrängen ist, dass man damit Google die Inhalte verfügbar macht sie auch erstmal ins Netz stellen muss (und mit 2 Zeilen Code indiziert die Google Spider sie nicht...).

Die Verlage könnten die Inhalte ja auch einfach nicht ins Netz stellen, und wenn die Leute die Inhalte dann unbedingt haben wollten könnten sie am Kiosk die Zeitschrift kaufen. Warum also tun sie es nicht? Weil andere die Chance im Internet nicht vertun wollen. Sicher, es ist problematisch wenn die Anderen die Informationen dann verschenken, aber entweder kostet es jene dann viel Geld oder die Informationen sind nicht gut. Wir sind im Moment im Umbruch. Und was die Zukunft angeht denke ich passt hier ein Spruch, den ich in anderen Zusammenhängen nicht mag: Der Markt wird es richten. Langfristig gesehen jedenfalls.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Schöner Kommentar. <img src='http://print-wuergt.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Was meiner Meinung nach die Verlage auch verdrängen ist, dass man damit Google die Inhalte verfügbar macht sie auch erstmal ins Netz stellen muss (und mit 2 Zeilen Code indiziert die Google Spider sie nicht&#8230;).</p>
<p>Die Verlage könnten die Inhalte ja auch einfach nicht ins Netz stellen, und wenn die Leute die Inhalte dann unbedingt haben wollten könnten sie am Kiosk die Zeitschrift kaufen. Warum also tun sie es nicht? Weil andere die Chance im Internet nicht vertun wollen. Sicher, es ist problematisch wenn die Anderen die Informationen dann verschenken, aber entweder kostet es jene dann viel Geld oder die Informationen sind nicht gut. Wir sind im Moment im Umbruch. Und was die Zukunft angeht denke ich passt hier ein Spruch, den ich in anderen Zusammenhängen nicht mag: Der Markt wird es richten. Langfristig gesehen jedenfalls.</p>
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		<title>Von: Mikis</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/08/01/warum-verlage-das-internet-nicht-verstehen/comment-page-1/#comment-40</link>
		<dc:creator>Mikis</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Aug 2009 09:13:38 +0000</pubDate>
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		<description>Peter, danke für die ausdauernde Kritik und den Rundumschlag, und ich gebe dir wie meistens recht. Um noch einmal zusammen zu fassen, was ich meinte: Die Verlage verstehen nicht, dass das Internet eine neue Kultur bringt (oder eine alte zurück). Verlage halten das Netz für ein neues Medium, aber das ist meiner Meinung nach gar nicht der Punkt. Es ist eine Transparentmachmaschine, weil sie Menschen vernetzt. Und jetzt macht sie transparent, dass unsere Branche immer mehr und mehr Quatsch produziert hat, um noch ein paar Euro mehr zu machen. Das ist jetzt vorbei. Und anstatt daraus zu lernen und wieder auf das zu setzen, was Zeitschriften immer erfolgreich gemacht hat – gute, besondere und kreative Inhalte in Inhalt und Form – sparen sie das, was noch da ist, kaputt.
Ich glaube, bei den Anzeigen hast du nur zu zwei Dritteln recht: Es gibt Dinge, die kann man im Internet (vielleicht noch) nicht bewerben. Imagewerbung ist nach wie vor fast unmöglich, abgesehen von der eigenen Seite. Aber ich glaube auch nicht, dass sich Zeitschriften weit überwiegend aus Anzeigen finanzieren müssen.
Du sagst selbst, du gibst einen Haufen Geld für Zeitschriften aus, und es wäre mehr, wäre das Angebot besser. Mir geht es ganz genau so. Und ich glaube, von uns gibt es noch ein paar.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Peter, danke für die ausdauernde Kritik und den Rundumschlag, und ich gebe dir wie meistens recht. Um noch einmal zusammen zu fassen, was ich meinte: Die Verlage verstehen nicht, dass das Internet eine neue Kultur bringt (oder eine alte zurück). Verlage halten das Netz für ein neues Medium, aber das ist meiner Meinung nach gar nicht der Punkt. Es ist eine Transparentmachmaschine, weil sie Menschen vernetzt. Und jetzt macht sie transparent, dass unsere Branche immer mehr und mehr Quatsch produziert hat, um noch ein paar Euro mehr zu machen. Das ist jetzt vorbei. Und anstatt daraus zu lernen und wieder auf das zu setzen, was Zeitschriften immer erfolgreich gemacht hat – gute, besondere und kreative Inhalte in Inhalt und Form – sparen sie das, was noch da ist, kaputt.<br />
Ich glaube, bei den Anzeigen hast du nur zu zwei Dritteln recht: Es gibt Dinge, die kann man im Internet (vielleicht noch) nicht bewerben. Imagewerbung ist nach wie vor fast unmöglich, abgesehen von der eigenen Seite. Aber ich glaube auch nicht, dass sich Zeitschriften weit überwiegend aus Anzeigen finanzieren müssen.<br />
Du sagst selbst, du gibst einen Haufen Geld für Zeitschriften aus, und es wäre mehr, wäre das Angebot besser. Mir geht es ganz genau so. Und ich glaube, von uns gibt es noch ein paar.</p>
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		<title>Von: peter ruch</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/08/01/warum-verlage-das-internet-nicht-verstehen/comment-page-1/#comment-39</link>
		<dc:creator>peter ruch</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Aug 2009 19:47:57 +0000</pubDate>
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		<description>die einheit der materie, mein liebster grieche, Du hast in Deinem an sich und wie üblich gescheiten kommentar ein bisserl gar oft die richtung gewechselt. und uns das, was Du im teaser versprochen hast, &quot;warum die verlage das internet nicht verstehen&quot;, am ende gar nicht erklaert. sondern einmal mehr und vehement verlangt, dass &quot;wir&quot; bessere zeitschriften/zeitungen machen müssen. da gebe ich Dir zwar, wieder einmal, voll und ganz und auch noch absolut recht, doch es sind zwei paar verschiedene stiefel, die Du Dir da versucht hast anzuziehen.

diese woche hatte ich eine schoene diskussion mit einem ehemaligen NZZ-ausland-korrespondenten. der kuerzlich aus spargruenden fruehpensioniert wurde. ein alter kaempe, sehr lebenserfahren, er hat in seiner langen karriere viel gesehen und erlebt, lange aus lateinamerika berichtet, schon in jenen fernen zeiten, als der bart des fidel noch nicht grau war. er hatte das arbeiten eigentlich nei noetig, weil er aus guter familie stammte, tat es aber gern und mit viel herzblut und oft und heftig erschwerten bedingungen. heute ist er nicht frustriert, die NZZ hat ihm viele moeglichkeiten geboten, er hat die chancen genutzt, doch er ist konsterniert ob des stetigen und anscheinend unaufhaltsamen abbaus des ausland-korrespondenten-netzes der NZZ - hier wird eine USP leichtfertig verschenkt, die NZZ wird profan und passivistisch (aus Honduras wird mangels reisetuechtigem man-power (spesen?) nur &quot;trocken&quot; berichtet, noch vor wenigen jahren unvorstellbar). und es wird nicht besser werden, wird ein ausland-korrespondent pensioniert, wird er nur noch selten ersetzt, in london, paris, new york, wo frueher immer mindestens zwei schreiberlinge sassen, muss nun einer allein wirtschaft, politik, feuilleton, manchmal auch noch sport abdecken.

ich bin mit der NZZ aufgewachsen, habe sie tag fuer tag gelesen, seit ich etwa 12 war (und spaeter auch ein paar jahre fuer sie gearbeitet) - und ich wuerde behaupten, dass ich einen grossen teil meiner allgemeinbildung von der &quot;alten dame&quot; erhalten habe. ich erinnere mich, obwohl es mehr als 25 jahre her ist, an artikel ueber das politische system und das leben allgemein auf den komoren, anderthalb seiten, glaenzend geschrieben, an einen artikel ueber feuerland und die zustaende dort (was mich veranlasst hat, nach feuerland zu reisen), einen gleichen artikel ueber chiloe (dorthin reiste ich dann auch), an wunderbare, hervorragende, traumhafte stuecke eines ausgezeichneten journalisten (unterdessen in deutsche provinz verbannt), die aus literarisch wertvollen 400 zeilen herrlichster einleitung und sieben zeilen konklusion bestanden, aus china. das gibt es heute nicht mehr. der &quot;mehrwert&quot;, und jetzt komme ich endlich zum punkt, existiert nicht mehr. doch brauche ich eine tageszeitung, die mich jährlich 250 euronen kostet, wenn sie mir keinen &quot;mehrwert&quot; bieten kann? wenn ich alles, was sie noch zu bieten hat, morgens um 7 schon auf dem internet lesen kann, gratis - und oft besser, weil andere zeitungen halt noch korrespondenten vor ort haben? ich werde, wenn mein NZZ-abo anfang naechsten jahres auslaeuft, nicht mehr erneuern. denn es gibt keinen grund mehr, diese zeitung zu kaufen.

und es geht mir mit noch vielen zeitungen und zeitschriften so. ich habe frueher, vor sechs, sieben jahren, monatlich fuer etwa 500 euro zeitschriften gekauft. dazu hatte ich noch etwa ein dutzend amerikanische abonniert (weil sie so billig sind im abo), dazu zwei tages-zeitungen (auf den grottenschlechten &quot;tages-anzeiger&quot; kann ich bestens schon lange verzichten, null entzugserscheinungen), die eine oder andere wochenzeitung/zeitschrift. heut komme ich monatlich auf noch hoechstens 200 euro - weil es halt ganz viel zeugs gibt, das ich nicht mehr als lesenswert erachte (die 7,60 euro für brand eins sind es mir aber fast jeden monat wert; fuer den spiegel wuerd ich auch so viel bezahlen, wenn ich denn muesste). mich interessiert nicht der preis, mich interessiert nur der inhalt, das layout, die aufmachung, einzelne geschichten - der &quot;mehrwert&quot;. aber es sind so viele zeitschriften ein absoluter greuel geworden, seit es den englischen &quot;condé nast traveler&quot; gibt und ich deshalb den amerikanischen &quot;condé nast traveller&quot; kaum mehr finde, kann ich bestens verzichten, &quot;wallpaper&quot; ist ein schatten seiner selbst, auch einst so herrliche blaetter wie &quot;harper&#039;s bazaar&quot;, &quot;dazed&amp;confused&quot;, &quot;interview&quot; kann ich mir locker sparen. dabei will ich doch nur gute geschichten, gute tipps, gutes layout, gute ideen. ich will auf dem scheisshaus sitzen, das blatt auf den knien - und wenn ich aufstehe, dann sollen mir die beine eingeschlafen sein, weil ich ein halbes stuendchen oder mehr gesessen habe, und ich gar nicht merkte, wie die zeit verrann.

ich bin eine alte boulevard-sau. wir haben vor mehr als 20 jahren noch gelernt, dass die zeitung einzig und allein über die schlagzeile verkauft wird. abos, vergiss es. inserate, nice to have, aber das war eine lanzeit-wirkung, und die konnte die redaktion kaum interessieren. aber kohle, richtige kohle machte man tag fuer tag am kiosk.  bretterharter abverkauf. verkauften wir mehr als x exemplare (und das wussten wir spaetestens um 12 uhr mittags), dann war der tag gut, wenn nicht, dann wurden wir in den hintern getreten. und zwar kraeftig. diese mentalitaet, die fehlt heute der ganzen branche.

mein gott, jetzt bin ich aber laenglich geworden. aber, hey, schoen, mein grieche, dass Du mich so lange bei der stange halten kannst - ich weiss nicht, wann das zuletzt ein heft geschafft hat.

das internet nun aber als der grosse feind. da wundere ich mich. die new york times, die einen der weltbesten sites unterhaelt, hat gerade angekuendigt, dass sie kohle verlangen will fuer den inhalt. das wird bedeuten, dass sie in mir einen treuen leser ihrer site verlieren wird. bisher war es so, dass man namen und email-adresse angeben musste, dann wurd man taeglich einmal mit irgendwelchen angeboten belaestigt, doch das hab ich nie als stoerend angesehen, damit konnte ich bestens leben. aber bezahlen - nein. ich bezahle auf den netz fuer genau zwei sites, wall street journal und financial times, weil ich die fuer den job brauche, aber zuerst 10 jahre gratis und dann ploetzlich bezahlen, das ist no-go.

ich bin aber ueberzeugt, dass die herren und damen verleger auf den netz trotzdem kohle verdienen koennen, auch wenn sie fuer ihren redaktionellen inhalt wohl nie geld erhalten werden (weshalb auch, der ist ja schon ueber die zeitung bezahlt, sagt sich der laie). vielviel besser als in der zeitung/zeitschrift laesst sich naemlich auf den netz ein so genanntes &quot;umfeld&quot; basteln, das fuer werbekunden interessant ist. denn das internet ist sauber, schnell, direkt - und vor allem interaktiv. wenn ich diesen artikel ueber die explora-hotels in chile lese und mit ein paar klicks gleich die infos, prospekte, die besten angebote bestellen kann, dann mache ich das auch. (aus der zeitung/zeitschrift geht das nie so direkt, da muss ich zuerst zum internet wechseln, oder gar anrufen, und wer macht das schon?) dazu kommt, dass der inserent auf dem internet nur das bezahlen muss, was tatsaechlich an &quot;action&quot; passiert, waehrend er in der zeitschrift eine teure seite bucht, die bei enstprechender gestaltung kein schwein anschaut das ist die zukunft - und da haben die zeitungen/zeitschriften ganz schlechte karten, denn sie haben jetzt ein paar jahrzehnte davon gelebt, dass gewiefte werber ihren kunden erzaehlt haben, dass nur doppelseiten was bringen, photos von teuren knispsern, doch, hihi, leider, leider war der &quot;erfolg&quot; nie messbar, da gab es immer nur schaetzungen, &quot;erfahrungswerte&quot;. das wird vorbei sein, bin ich der ueberzeugung, &quot;nach der krise&quot; ist fuer die zeitungen/zeitschriften erst der beginn der ganz grossen krise. profitieren wird das boese internet, aus dem einfachen grund, weil man jeden kontakt zaehlen kann, und nur dafuer bezahlt, was man auch kriegt. ein ziemlich altes prinzip, irgendwie, heisst, glaube ich, marktwirtschaft. das netz kann in diesem bereich einen service bieten, den die klassichen zeitungen/zeitschriften nie mehr schaffen werden. wir sind auf dem internet viel unempfindlicher, was den direkten abverkauf betrifft, wir finden das meist sogar ganz gut, weil es eine art serviceleistung ist, und genau da muessen die verleger den hebel ansetzen. es wird eine &quot;brave new world&quot; werden, aber so isses halt; geld allein macht nicht ungluecklich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>die einheit der materie, mein liebster grieche, Du hast in Deinem an sich und wie üblich gescheiten kommentar ein bisserl gar oft die richtung gewechselt. und uns das, was Du im teaser versprochen hast, &#8220;warum die verlage das internet nicht verstehen&#8221;, am ende gar nicht erklaert. sondern einmal mehr und vehement verlangt, dass &#8220;wir&#8221; bessere zeitschriften/zeitungen machen müssen. da gebe ich Dir zwar, wieder einmal, voll und ganz und auch noch absolut recht, doch es sind zwei paar verschiedene stiefel, die Du Dir da versucht hast anzuziehen.</p>
<p>diese woche hatte ich eine schoene diskussion mit einem ehemaligen NZZ-ausland-korrespondenten. der kuerzlich aus spargruenden fruehpensioniert wurde. ein alter kaempe, sehr lebenserfahren, er hat in seiner langen karriere viel gesehen und erlebt, lange aus lateinamerika berichtet, schon in jenen fernen zeiten, als der bart des fidel noch nicht grau war. er hatte das arbeiten eigentlich nei noetig, weil er aus guter familie stammte, tat es aber gern und mit viel herzblut und oft und heftig erschwerten bedingungen. heute ist er nicht frustriert, die NZZ hat ihm viele moeglichkeiten geboten, er hat die chancen genutzt, doch er ist konsterniert ob des stetigen und anscheinend unaufhaltsamen abbaus des ausland-korrespondenten-netzes der NZZ &#8211; hier wird eine USP leichtfertig verschenkt, die NZZ wird profan und passivistisch (aus Honduras wird mangels reisetuechtigem man-power (spesen?) nur &#8220;trocken&#8221; berichtet, noch vor wenigen jahren unvorstellbar). und es wird nicht besser werden, wird ein ausland-korrespondent pensioniert, wird er nur noch selten ersetzt, in london, paris, new york, wo frueher immer mindestens zwei schreiberlinge sassen, muss nun einer allein wirtschaft, politik, feuilleton, manchmal auch noch sport abdecken.</p>
<p>ich bin mit der NZZ aufgewachsen, habe sie tag fuer tag gelesen, seit ich etwa 12 war (und spaeter auch ein paar jahre fuer sie gearbeitet) &#8211; und ich wuerde behaupten, dass ich einen grossen teil meiner allgemeinbildung von der &#8220;alten dame&#8221; erhalten habe. ich erinnere mich, obwohl es mehr als 25 jahre her ist, an artikel ueber das politische system und das leben allgemein auf den komoren, anderthalb seiten, glaenzend geschrieben, an einen artikel ueber feuerland und die zustaende dort (was mich veranlasst hat, nach feuerland zu reisen), einen gleichen artikel ueber chiloe (dorthin reiste ich dann auch), an wunderbare, hervorragende, traumhafte stuecke eines ausgezeichneten journalisten (unterdessen in deutsche provinz verbannt), die aus literarisch wertvollen 400 zeilen herrlichster einleitung und sieben zeilen konklusion bestanden, aus china. das gibt es heute nicht mehr. der &#8220;mehrwert&#8221;, und jetzt komme ich endlich zum punkt, existiert nicht mehr. doch brauche ich eine tageszeitung, die mich jährlich 250 euronen kostet, wenn sie mir keinen &#8220;mehrwert&#8221; bieten kann? wenn ich alles, was sie noch zu bieten hat, morgens um 7 schon auf dem internet lesen kann, gratis &#8211; und oft besser, weil andere zeitungen halt noch korrespondenten vor ort haben? ich werde, wenn mein NZZ-abo anfang naechsten jahres auslaeuft, nicht mehr erneuern. denn es gibt keinen grund mehr, diese zeitung zu kaufen.</p>
<p>und es geht mir mit noch vielen zeitungen und zeitschriften so. ich habe frueher, vor sechs, sieben jahren, monatlich fuer etwa 500 euro zeitschriften gekauft. dazu hatte ich noch etwa ein dutzend amerikanische abonniert (weil sie so billig sind im abo), dazu zwei tages-zeitungen (auf den grottenschlechten &#8220;tages-anzeiger&#8221; kann ich bestens schon lange verzichten, null entzugserscheinungen), die eine oder andere wochenzeitung/zeitschrift. heut komme ich monatlich auf noch hoechstens 200 euro &#8211; weil es halt ganz viel zeugs gibt, das ich nicht mehr als lesenswert erachte (die 7,60 euro für brand eins sind es mir aber fast jeden monat wert; fuer den spiegel wuerd ich auch so viel bezahlen, wenn ich denn muesste). mich interessiert nicht der preis, mich interessiert nur der inhalt, das layout, die aufmachung, einzelne geschichten &#8211; der &#8220;mehrwert&#8221;. aber es sind so viele zeitschriften ein absoluter greuel geworden, seit es den englischen &#8220;condé nast traveler&#8221; gibt und ich deshalb den amerikanischen &#8220;condé nast traveller&#8221; kaum mehr finde, kann ich bestens verzichten, &#8220;wallpaper&#8221; ist ein schatten seiner selbst, auch einst so herrliche blaetter wie &#8220;harper&#8217;s bazaar&#8221;, &#8220;dazed&amp;confused&#8221;, &#8220;interview&#8221; kann ich mir locker sparen. dabei will ich doch nur gute geschichten, gute tipps, gutes layout, gute ideen. ich will auf dem scheisshaus sitzen, das blatt auf den knien &#8211; und wenn ich aufstehe, dann sollen mir die beine eingeschlafen sein, weil ich ein halbes stuendchen oder mehr gesessen habe, und ich gar nicht merkte, wie die zeit verrann.</p>
<p>ich bin eine alte boulevard-sau. wir haben vor mehr als 20 jahren noch gelernt, dass die zeitung einzig und allein über die schlagzeile verkauft wird. abos, vergiss es. inserate, nice to have, aber das war eine lanzeit-wirkung, und die konnte die redaktion kaum interessieren. aber kohle, richtige kohle machte man tag fuer tag am kiosk.  bretterharter abverkauf. verkauften wir mehr als x exemplare (und das wussten wir spaetestens um 12 uhr mittags), dann war der tag gut, wenn nicht, dann wurden wir in den hintern getreten. und zwar kraeftig. diese mentalitaet, die fehlt heute der ganzen branche.</p>
<p>mein gott, jetzt bin ich aber laenglich geworden. aber, hey, schoen, mein grieche, dass Du mich so lange bei der stange halten kannst &#8211; ich weiss nicht, wann das zuletzt ein heft geschafft hat.</p>
<p>das internet nun aber als der grosse feind. da wundere ich mich. die new york times, die einen der weltbesten sites unterhaelt, hat gerade angekuendigt, dass sie kohle verlangen will fuer den inhalt. das wird bedeuten, dass sie in mir einen treuen leser ihrer site verlieren wird. bisher war es so, dass man namen und email-adresse angeben musste, dann wurd man taeglich einmal mit irgendwelchen angeboten belaestigt, doch das hab ich nie als stoerend angesehen, damit konnte ich bestens leben. aber bezahlen &#8211; nein. ich bezahle auf den netz fuer genau zwei sites, wall street journal und financial times, weil ich die fuer den job brauche, aber zuerst 10 jahre gratis und dann ploetzlich bezahlen, das ist no-go.</p>
<p>ich bin aber ueberzeugt, dass die herren und damen verleger auf den netz trotzdem kohle verdienen koennen, auch wenn sie fuer ihren redaktionellen inhalt wohl nie geld erhalten werden (weshalb auch, der ist ja schon ueber die zeitung bezahlt, sagt sich der laie). vielviel besser als in der zeitung/zeitschrift laesst sich naemlich auf den netz ein so genanntes &#8220;umfeld&#8221; basteln, das fuer werbekunden interessant ist. denn das internet ist sauber, schnell, direkt &#8211; und vor allem interaktiv. wenn ich diesen artikel ueber die explora-hotels in chile lese und mit ein paar klicks gleich die infos, prospekte, die besten angebote bestellen kann, dann mache ich das auch. (aus der zeitung/zeitschrift geht das nie so direkt, da muss ich zuerst zum internet wechseln, oder gar anrufen, und wer macht das schon?) dazu kommt, dass der inserent auf dem internet nur das bezahlen muss, was tatsaechlich an &#8220;action&#8221; passiert, waehrend er in der zeitschrift eine teure seite bucht, die bei enstprechender gestaltung kein schwein anschaut das ist die zukunft &#8211; und da haben die zeitungen/zeitschriften ganz schlechte karten, denn sie haben jetzt ein paar jahrzehnte davon gelebt, dass gewiefte werber ihren kunden erzaehlt haben, dass nur doppelseiten was bringen, photos von teuren knispsern, doch, hihi, leider, leider war der &#8220;erfolg&#8221; nie messbar, da gab es immer nur schaetzungen, &#8220;erfahrungswerte&#8221;. das wird vorbei sein, bin ich der ueberzeugung, &#8220;nach der krise&#8221; ist fuer die zeitungen/zeitschriften erst der beginn der ganz grossen krise. profitieren wird das boese internet, aus dem einfachen grund, weil man jeden kontakt zaehlen kann, und nur dafuer bezahlt, was man auch kriegt. ein ziemlich altes prinzip, irgendwie, heisst, glaube ich, marktwirtschaft. das netz kann in diesem bereich einen service bieten, den die klassichen zeitungen/zeitschriften nie mehr schaffen werden. wir sind auf dem internet viel unempfindlicher, was den direkten abverkauf betrifft, wir finden das meist sogar ganz gut, weil es eine art serviceleistung ist, und genau da muessen die verleger den hebel ansetzen. es wird eine &#8220;brave new world&#8221; werden, aber so isses halt; geld allein macht nicht ungluecklich.</p>
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