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	<title>Kommentare zu: Die Zukunft. Theoretisch.</title>
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	<description>Michalis Pantelouris über das Drucken von Wörtern und Bildern auf Papier für Geld</description>
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		<title>Von: mikis</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/12/07/die-zukunft-theoretisch/comment-page-1/#comment-535</link>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 09:52:55 +0000</pubDate>
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		<description>Der letzte Kommentar bezog sich natürlich auf @Wolfgang Michal. Und @Sascha: Klar, das stimmt, aber es geht sogar noch viel weiter. Selbst wenn ein Verlag ein Produkt auf den Markt bringt, erwartet er so schnelle Rendite, dass für einen Lernprozess, eine Leserbindung, Markenbildung und so weiter gar keine Zeit mehr bleibt. Ich lache mir einen Ast, wenn ich mir die Me-Toos zu Landlust ansehe. Das ist so derartig genau, wie man es nicht macht, dass es mich schüttelt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Der letzte Kommentar bezog sich natürlich auf @Wolfgang Michal. Und @Sascha: Klar, das stimmt, aber es geht sogar noch viel weiter. Selbst wenn ein Verlag ein Produkt auf den Markt bringt, erwartet er so schnelle Rendite, dass für einen Lernprozess, eine Leserbindung, Markenbildung und so weiter gar keine Zeit mehr bleibt. Ich lache mir einen Ast, wenn ich mir die Me-Toos zu Landlust ansehe. Das ist so derartig genau, wie man es nicht macht, dass es mich schüttelt.</p>
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		<title>Von: mikis</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/12/07/die-zukunft-theoretisch/comment-page-1/#comment-534</link>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 09:42:12 +0000</pubDate>
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		<description>Jetzt erst aufgewacht, deshalb so spät: Genau das ist das Problem – die wachen nicht auf …</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt erst aufgewacht, deshalb so spät: Genau das ist das Problem – die wachen nicht auf …</p>
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		<title>Von: Sascha Müller-Jänsch</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/12/07/die-zukunft-theoretisch/comment-page-1/#comment-532</link>
		<dc:creator>Sascha Müller-Jänsch</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 19:34:23 +0000</pubDate>
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		<description>Ich erinnere mich noch an einen Herrn Middelhoff, der mit seiner (natürlich gefakten) persönlichen E-Mail-Adresse in den Zeitschriften der Bertelsmann-Familie zusammen mit Schmidt-Holz dafür geworben hat, man möge ihnen die besten Ideen doch einfach zumailen. Ich erinnerne mich aber nicht daran, dass diese Aktion Erfolge bebracht hat. Und das liegt vermutlich eher daran, dass die kreativen Leute nicht so blöd sind und ihre guten Ideen verschleudern. Gott sei dank. Ich denke, es würde den Verlagen (Exkurs: und meisten anderen Unternehmen auf der Welt in ihren jeweiligen Branchen) gut zu Gesicht stehen, dauerhaft Vordenker und Entwickler zu beschäftigen, diese an der langen Leine zu lassen und das auch offen zu kommunizieren. Siehe Time / SI. Der Verlag schreitet voran, denkt voraus, entwickelt und wirbt damit. Die Euphorie, die er sogar in Deutschland damit auslöst, ist phantastisch. In Deutschland halte ich das eher für undenkbar, weil die meisten Verlagsleiter sich nicht trauen werden, diese Gelder (vermeindlich) blind zu investieren. Ich weiß nicht, ob es ein besseres Sprachbild gibt aber ich behaupte: Sie haben keine Eier in der Hose, um solche Sachen aus dem Bauch zu entscheiden. Herrn Burda, der mal auf Herrn Marktworts Bauch gehört hat, ausgenommen). Ich habe es selbst mehrfach erlebt, dass tolle Konzepte und Ideen (andere und eigene) versandet sind, weil in der Chefetage Vorstellungskraft und Mut gefehlt haben, um Vertrauen in eine Sache (und kompetente Menschen) zu haben, die man als Chef nicht überblicken konnte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich erinnere mich noch an einen Herrn Middelhoff, der mit seiner (natürlich gefakten) persönlichen E-Mail-Adresse in den Zeitschriften der Bertelsmann-Familie zusammen mit Schmidt-Holz dafür geworben hat, man möge ihnen die besten Ideen doch einfach zumailen. Ich erinnerne mich aber nicht daran, dass diese Aktion Erfolge bebracht hat. Und das liegt vermutlich eher daran, dass die kreativen Leute nicht so blöd sind und ihre guten Ideen verschleudern. Gott sei dank. Ich denke, es würde den Verlagen (Exkurs: und meisten anderen Unternehmen auf der Welt in ihren jeweiligen Branchen) gut zu Gesicht stehen, dauerhaft Vordenker und Entwickler zu beschäftigen, diese an der langen Leine zu lassen und das auch offen zu kommunizieren. Siehe Time / SI. Der Verlag schreitet voran, denkt voraus, entwickelt und wirbt damit. Die Euphorie, die er sogar in Deutschland damit auslöst, ist phantastisch. In Deutschland halte ich das eher für undenkbar, weil die meisten Verlagsleiter sich nicht trauen werden, diese Gelder (vermeindlich) blind zu investieren. Ich weiß nicht, ob es ein besseres Sprachbild gibt aber ich behaupte: Sie haben keine Eier in der Hose, um solche Sachen aus dem Bauch zu entscheiden. Herrn Burda, der mal auf Herrn Marktworts Bauch gehört hat, ausgenommen). Ich habe es selbst mehrfach erlebt, dass tolle Konzepte und Ideen (andere und eigene) versandet sind, weil in der Chefetage Vorstellungskraft und Mut gefehlt haben, um Vertrauen in eine Sache (und kompetente Menschen) zu haben, die man als Chef nicht überblicken konnte.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Wolfgang Michal</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/12/07/die-zukunft-theoretisch/comment-page-1/#comment-531</link>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 19:05:15 +0000</pubDate>
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		<description>Verdammt, Sie wollen schlafende Hunde wecken!?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Verdammt, Sie wollen schlafende Hunde wecken!?</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: mikis</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/12/07/die-zukunft-theoretisch/comment-page-1/#comment-530</link>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 16:52:26 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Wolfgang Michal, 
zunächst einmal entschuldige ich die Überlänge des Kommentars nicht, sondern bedanke mich dafür. Zweitens kenne ich natürlich Lunatic und andere Magazine, die es sehr gut machen, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Kriegskasse im entscheidenden Moment reicht. Denn im Gegensatz zu den Hollywood-Majors müssen die Verlage überlegen, was sie den Kreativen Agenturen im entscheidenden Moment bieten können. Die großen Studios boten den Independents Vertiebswege für ihre Filme in Konos, für Merchandising und den gesamten DVD- usw. Markt. All das wird im deutschen Magazinmarkt weitestgehend irrelevant sein: Die erste Generation der iTablet-Käufer (zu der ich mit Sicherheit gehören werde. Mir ist scheißegal ob die zweite Generation ausgereifter ist, die werde ich nämlich auch kaufen …) erwartet von den klassischen Medienmarken nichts. Da wird ein Inhalt nicht mehr wertvoller, weil Stern drauf steht. Warum also sollen die Agenturen ihre Magazine nicht allein machen? Was genau bietet dann ein Verlag? Einen Kaufpreis? Das wäre für die Gründer nur interessant, wenn sie sich danach zur Ruhe setzen wollen. Und damit ist die Firma wertlos, weil die Gründer wahrscheinlich die gesamte Firma sind. Ich fürchte, wer nicht sofort anfängt, zum einen kreatives Potenzial zu binden und die absehbare Entwicklung mitzudenken, der wird nicht klug abgewartet haben, wie Sie sagen, sondern eher teuer dafür bezahlen, die zweitbesten Produkte auf einen Markt werfen zu können. Und zwar auf einen Markt, auf dem der eigene Name, mit dem man bisher wuchern konnte, absolut nichts mehr zählt. 
Die positiven Beispiele, die Sie anführen, sind ja keine deutschen. Auf dem deutschen Markt mag es für den Spiegel gutgehen, wenn er sich streckt. Aber dann ist doch schon Schluss. Und Spiegel-Online zehrt aus meiner Sicht immer noch von dem Vorsprung, den sie sich mühsam erarbeitet haben, als alle anderen noch zögerlich investiert haben. Ich glaube, es wird bei den neuen, echten eMags ähnlich laufen: Die besten und kreativsten werden gewinnen – und die, auf die sich Leser quasi selbst sozialisieren, wie sie es mit SpOn gemacht haben. Ich glaube, das Potenzial zum schnell sein, kreativ sein und gut sein in dem neuen Medium ist rar gesät. Und deshalb wird es schnell teuer werden. 
Nur damit das klar ist: Ich begrüße das. Ich wünsche mir, dass wir Freien da viel Geld dran verdienen, weil ich glaube, dass wir in allen diesen Belangen besser sind. Aber dumm von den Verlagen ist es trotzdem.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Wolfgang Michal,<br />
zunächst einmal entschuldige ich die Überlänge des Kommentars nicht, sondern bedanke mich dafür. Zweitens kenne ich natürlich Lunatic und andere Magazine, die es sehr gut machen, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Kriegskasse im entscheidenden Moment reicht. Denn im Gegensatz zu den Hollywood-Majors müssen die Verlage überlegen, was sie den Kreativen Agenturen im entscheidenden Moment bieten können. Die großen Studios boten den Independents Vertiebswege für ihre Filme in Konos, für Merchandising und den gesamten DVD- usw. Markt. All das wird im deutschen Magazinmarkt weitestgehend irrelevant sein: Die erste Generation der iTablet-Käufer (zu der ich mit Sicherheit gehören werde. Mir ist scheißegal ob die zweite Generation ausgereifter ist, die werde ich nämlich auch kaufen …) erwartet von den klassischen Medienmarken nichts. Da wird ein Inhalt nicht mehr wertvoller, weil Stern drauf steht. Warum also sollen die Agenturen ihre Magazine nicht allein machen? Was genau bietet dann ein Verlag? Einen Kaufpreis? Das wäre für die Gründer nur interessant, wenn sie sich danach zur Ruhe setzen wollen. Und damit ist die Firma wertlos, weil die Gründer wahrscheinlich die gesamte Firma sind. Ich fürchte, wer nicht sofort anfängt, zum einen kreatives Potenzial zu binden und die absehbare Entwicklung mitzudenken, der wird nicht klug abgewartet haben, wie Sie sagen, sondern eher teuer dafür bezahlen, die zweitbesten Produkte auf einen Markt werfen zu können. Und zwar auf einen Markt, auf dem der eigene Name, mit dem man bisher wuchern konnte, absolut nichts mehr zählt.<br />
Die positiven Beispiele, die Sie anführen, sind ja keine deutschen. Auf dem deutschen Markt mag es für den Spiegel gutgehen, wenn er sich streckt. Aber dann ist doch schon Schluss. Und Spiegel-Online zehrt aus meiner Sicht immer noch von dem Vorsprung, den sie sich mühsam erarbeitet haben, als alle anderen noch zögerlich investiert haben. Ich glaube, es wird bei den neuen, echten eMags ähnlich laufen: Die besten und kreativsten werden gewinnen – und die, auf die sich Leser quasi selbst sozialisieren, wie sie es mit SpOn gemacht haben. Ich glaube, das Potenzial zum schnell sein, kreativ sein und gut sein in dem neuen Medium ist rar gesät. Und deshalb wird es schnell teuer werden.<br />
Nur damit das klar ist: Ich begrüße das. Ich wünsche mir, dass wir Freien da viel Geld dran verdienen, weil ich glaube, dass wir in allen diesen Belangen besser sind. Aber dumm von den Verlagen ist es trotzdem.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Wolfgang Michal</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/12/07/die-zukunft-theoretisch/comment-page-1/#comment-529</link>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 16:28:04 +0000</pubDate>
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		<description>Lieber Michalis Pantelouris,
vermutlich leben die Verlage nicht ganz so weit hinter dem Mond, wie wir es manchmal (zu unserem Vergnügen) darstellen. Apple z.B. ist intensiv im Gespräch mit Verlagen (und sicher auch mit Fernseh- und Filmstudios), um Lösungen zu finden, wie die verschiedenen Inhalte am besten aufs iTablet kommen, und wie das dazu gehörende iTunes auch für Magazine und Zeitungen reibungslos funktionieren könnte. 
Aber Sie sprechen einen wichtigen Punkt an, der weit darüber hinaus geht: Dass sich auch der Journalismus stärker in Richtung Verknüpfungsstruktur verändern muss, ja dass er neue Stilformen hervorzubringen hat (aber auch da sind die Verlage dran und werden wohl rechtzeitig Plattformen wie hobnox oder Produzenten wie blinkenlichten oder Magazine wie Lunatic zu kaufen versuchen). 
Gegenwärtig ist es so: Wenn wir eine Reportage schreiben, z.B. über das Leben der Prager Bierfahrer, dann stellt die Redaktion vielleicht einen Text-Kasten dazu mit einigen sachlichen Informationen über Brauereien, Biersorten, Fassgrößen etc., dazu einen Ausriss aus dem Prager Stadtplan, einen schönen Vorspann, ein paar Bildunterzeilen – das war’s. In Zukunft (im tablet-enzeitalter) können wir viel mehr. Wir könnten einen im Bild zu sehenden Bierfahrer anklicken und dann einen Podcast hören, in dem dieser Mann etwas über sein tägliches Bierdeputat erzählt (etwas, das in die Dramaturgie der herkömmlichen Reportage vielleicht gar nicht hineinpasste). Oder wir sehen eine zusätzliche Audio-Slideshow über Prager Bierkneipen, die gezielt als Ergänzung für diese Reportage produziert wurde. Vermutlich entwickeln sich aus solchen Verknüpfungen (=Verlinkungen) Erzählweisen, die eine Geschichte nicht mehr ausschließlich als linearen Text anbieten, sondern Mischformen darstellen: vom Text zum Bild zum O-Ton zum Film zur Fußnote zur Musik. Wir könnten auch eine Geschichte pur in Doppelseiten-Optik erzählen, weil wir zur Sicherheit hinter den Bildern digital ein paar Informationen versteckt haben. Schauen Sie sich z.B. mal eine Reportage auf www.lunaticmag.com an. 
Aber, das wäre die Anschlussfrage, können große Medienkonzerne solche neuen Formate überhaupt entwickeln? Sind sie dazu in der Lage? Ich vermute, die Verlage warten klug ab, was die freien kreativen Produzenten auf dem Markt entwickeln werden. Dafür bunkern sie durch drastische Kostensenkungsprogramme Geld (=Kriegskasse). Und dann werden sie sich die Rosinen herauspicken. Das ist kostengünstiger, als wenn die Verlage mit ihren aufwändigen Strukturen den neuen Journalismus selbst entwickeln müssten. Genau so (=Externalisierung der Entwicklungskosten) hat sich übrigens Hollywood nach seiner tiefen Krise saniert. Es hat die Independents einfach gekauft. 

P.S. Entschuldigen Sie die Über-Länge dieses Kommentars.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Michalis Pantelouris,<br />
vermutlich leben die Verlage nicht ganz so weit hinter dem Mond, wie wir es manchmal (zu unserem Vergnügen) darstellen. Apple z.B. ist intensiv im Gespräch mit Verlagen (und sicher auch mit Fernseh- und Filmstudios), um Lösungen zu finden, wie die verschiedenen Inhalte am besten aufs iTablet kommen, und wie das dazu gehörende iTunes auch für Magazine und Zeitungen reibungslos funktionieren könnte.<br />
Aber Sie sprechen einen wichtigen Punkt an, der weit darüber hinaus geht: Dass sich auch der Journalismus stärker in Richtung Verknüpfungsstruktur verändern muss, ja dass er neue Stilformen hervorzubringen hat (aber auch da sind die Verlage dran und werden wohl rechtzeitig Plattformen wie hobnox oder Produzenten wie blinkenlichten oder Magazine wie Lunatic zu kaufen versuchen).<br />
Gegenwärtig ist es so: Wenn wir eine Reportage schreiben, z.B. über das Leben der Prager Bierfahrer, dann stellt die Redaktion vielleicht einen Text-Kasten dazu mit einigen sachlichen Informationen über Brauereien, Biersorten, Fassgrößen etc., dazu einen Ausriss aus dem Prager Stadtplan, einen schönen Vorspann, ein paar Bildunterzeilen – das war’s. In Zukunft (im tablet-enzeitalter) können wir viel mehr. Wir könnten einen im Bild zu sehenden Bierfahrer anklicken und dann einen Podcast hören, in dem dieser Mann etwas über sein tägliches Bierdeputat erzählt (etwas, das in die Dramaturgie der herkömmlichen Reportage vielleicht gar nicht hineinpasste). Oder wir sehen eine zusätzliche Audio-Slideshow über Prager Bierkneipen, die gezielt als Ergänzung für diese Reportage produziert wurde. Vermutlich entwickeln sich aus solchen Verknüpfungen (=Verlinkungen) Erzählweisen, die eine Geschichte nicht mehr ausschließlich als linearen Text anbieten, sondern Mischformen darstellen: vom Text zum Bild zum O-Ton zum Film zur Fußnote zur Musik. Wir könnten auch eine Geschichte pur in Doppelseiten-Optik erzählen, weil wir zur Sicherheit hinter den Bildern digital ein paar Informationen versteckt haben. Schauen Sie sich z.B. mal eine Reportage auf <a href="http://www.lunaticmag.com" rel="nofollow">http://www.lunaticmag.com</a> an.<br />
Aber, das wäre die Anschlussfrage, können große Medienkonzerne solche neuen Formate überhaupt entwickeln? Sind sie dazu in der Lage? Ich vermute, die Verlage warten klug ab, was die freien kreativen Produzenten auf dem Markt entwickeln werden. Dafür bunkern sie durch drastische Kostensenkungsprogramme Geld (=Kriegskasse). Und dann werden sie sich die Rosinen herauspicken. Das ist kostengünstiger, als wenn die Verlage mit ihren aufwändigen Strukturen den neuen Journalismus selbst entwickeln müssten. Genau so (=Externalisierung der Entwicklungskosten) hat sich übrigens Hollywood nach seiner tiefen Krise saniert. Es hat die Independents einfach gekauft. </p>
<p>P.S. Entschuldigen Sie die Über-Länge dieses Kommentars.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: mikis</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/12/07/die-zukunft-theoretisch/comment-page-1/#comment-528</link>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 16:12:45 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://print-wuergt.de/?p=262#comment-528</guid>
		<description>Du hast recht, es ist traurig. Aber ich glaube tatsächlich, dass das Know-How bald sehr gefragt sein wird. Ich erlebe die Kollegen, die es noch als Bildjournalisten im Bereich Reportage versuchen, ja als ausgesprochen kreativ, motiviert und – mir fehlt ein besseres Wort, aber ich meine eigentlich auch genau das – tüchtig. Da gibt es welche, die sammeln inzwischen nebenbei Audio-Atmosphäre, um ihre Slide-Shows zu unterlegen. Ich versteig mich mal: Wenn der durchschnittliche fest angestellte Redakteur 50 Prozent des Drives eines freien Fotografen hätte, dann wäre der deutsche Journalismus führend auf der Welt – in allen Medien.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Du hast recht, es ist traurig. Aber ich glaube tatsächlich, dass das Know-How bald sehr gefragt sein wird. Ich erlebe die Kollegen, die es noch als Bildjournalisten im Bereich Reportage versuchen, ja als ausgesprochen kreativ, motiviert und – mir fehlt ein besseres Wort, aber ich meine eigentlich auch genau das – tüchtig. Da gibt es welche, die sammeln inzwischen nebenbei Audio-Atmosphäre, um ihre Slide-Shows zu unterlegen. Ich versteig mich mal: Wenn der durchschnittliche fest angestellte Redakteur 50 Prozent des Drives eines freien Fotografen hätte, dann wäre der deutsche Journalismus führend auf der Welt – in allen Medien.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Sascha Müller-Jänsch</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/12/07/die-zukunft-theoretisch/comment-page-1/#comment-527</link>
		<dc:creator>Sascha Müller-Jänsch</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 16:05:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://print-wuergt.de/?p=262#comment-527</guid>
		<description>Nachtrag: Ich denke durchaus daran, dass der Fotojournalismus - sagen wir besser Bildjournalismus - weiter entwickelt werden kann. Die in der SI-Präsentation vorgestellte Verschmelzung von Momentaufnahme und Bewegtbild finde ich sehr faszinierend. Aber um den Bildjournalismus weiter zu entwickeln, müsste er erst mal wiederbelebt werden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nachtrag: Ich denke durchaus daran, dass der Fotojournalismus &#8211; sagen wir besser Bildjournalismus &#8211; weiter entwickelt werden kann. Die in der SI-Präsentation vorgestellte Verschmelzung von Momentaufnahme und Bewegtbild finde ich sehr faszinierend. Aber um den Bildjournalismus weiter zu entwickeln, müsste er erst mal wiederbelebt werden.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Sascha Müller-Jänsch</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/12/07/die-zukunft-theoretisch/comment-page-1/#comment-526</link>
		<dc:creator>Sascha Müller-Jänsch</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 16:02:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://print-wuergt.de/?p=262#comment-526</guid>
		<description>Keine Sorge, was de Bilder der SI angeht. Die sind genial - jede Woche. 
Aber in Deutschland ist Deine sorge vollauf berechtigt. Für 90 - 97% der Fotos in deutschen Zeitschriften und Zeitungen gilt: Die Originalität der Bilder ist so grausam wie die Höhe der Fotobudgets. Merkwürdigerweise hängt beides zusammen. Fotojournalismus - nicht Fotografie - ist etwas, das (bis auf winzigste Nischen) in Deutschland ausgestorben ist. Nun wäre zu überlegen, ob sich dies ändern ließe. Na klar, wenn die Verlage ... aber darüber ist ja hier schon viel geschrieben worden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Keine Sorge, was de Bilder der SI angeht. Die sind genial &#8211; jede Woche.<br />
Aber in Deutschland ist Deine sorge vollauf berechtigt. Für 90 &#8211; 97% der Fotos in deutschen Zeitschriften und Zeitungen gilt: Die Originalität der Bilder ist so grausam wie die Höhe der Fotobudgets. Merkwürdigerweise hängt beides zusammen. Fotojournalismus &#8211; nicht Fotografie &#8211; ist etwas, das (bis auf winzigste Nischen) in Deutschland ausgestorben ist. Nun wäre zu überlegen, ob sich dies ändern ließe. Na klar, wenn die Verlage &#8230; aber darüber ist ja hier schon viel geschrieben worden.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: mikis</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2009/12/07/die-zukunft-theoretisch/comment-page-1/#comment-525</link>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 15:41:55 +0000</pubDate>
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		<description>Ich habe auch den Eindruck: Es liegt an den Texten. Wahrscheinlich haben sich da auch viele (inklusive mir) mit den langen Texten in gedruckten Heften einfach etwas vorgemacht, und die hat damals schon kaum jemand gelesen …</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe auch den Eindruck: Es liegt an den Texten. Wahrscheinlich haben sich da auch viele (inklusive mir) mit den langen Texten in gedruckten Heften einfach etwas vorgemacht, und die hat damals schon kaum jemand gelesen …</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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