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	<title>Print Würgt &#187; Wir sind so</title>
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	<description>Michalis Pantelouris über das Drucken von Wörtern und Bildern auf Papier für Geld</description>
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		<title>Ich krieg die (Rechnung für die) Krise</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 21:48:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratifizierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kundenkontakt]]></category>
		<category><![CDATA[Wir sind so]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Prinzip ist die Vorstellung nur folgerichtig, dass Griechenland unter die Aufsicht verantwortungsbewussterer Völker gestellt werden sollte – jedenfalls dann, wenn man die Berichterstattung zum Thema glauben wollte. Und Angela Merkel hat sich sehenden Auges in die Situation gebracht, dass sie ihrem Wahlvolk eine Politik verkaufen muss, die mit der Realität wenig gemein hat, weil [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Prinzip ist die Vorstellung nur folgerichtig, dass Griechenland <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,812226,00.html">unter die Aufsicht verantwortungsbewussterer Völker</a> gestellt werden sollte – jedenfalls dann, wenn man die Berichterstattung zum Thema glauben wollte. Und Angela Merkel hat sich sehenden Auges in die Situation gebracht, dass sie ihrem Wahlvolk eine Politik verkaufen muss, die mit der Realität wenig gemein hat, weil sie bis heute die Aufgabe scheut, die Probleme der Euro-Zone richtig zu erklären. Das hat absurde Folgen: Weil die wahren Hintergründe – die Konstruktionsfehler des Euro – nicht erklärt wurden, kann die wahre Krise auch nicht bekämpft werden, und gleichzeitig müssen die Staatschefs, die sich zu immer neuen Gipfeln treffen, jedesmal vorspielen, sie glaubten tatsächlich an die erreichten Kompromisse, bis sie ein paar Tage später wieder zerrieben sind.</p>
<p>Dabei sprechen die Fachleute die Wahrheit ganz gelassen aus. In der <em>FAZ</em> <a href="http://www.faz.net/aktuell/finanzen/aktien/goldman-sachs-chefvolkswirt-hatzius-jeder-will-gerade-eine-schwache-waehrung-haben-11612846.html">antwortet der Chefvolkswirt von Goldman Sachs Jan Hatzius</a> trocken auf die Frage:</p>
<blockquote><p>Was haben wir aus Ihrer Sicht für eine Krise?</p>
<p>Eine der Zahlungsbilanz, die wesentlich aus dem Aufbau privater Schulden resultierte und die über private Kapitalzuflüsse in die Euro-Peripherie finanziert wurde.</p></blockquote>
<p>Denn das ist der Kern. In einer Währungsunion mit großen Produktivitätsunterschieden, wo beispielsweise Deutschland bei 125 des Mittelwertes liegt und Griechenland bei 85 Prozent – und das sind noch nicht einmal die extremsten Werte nach oben und unten – verschieben sich die Leistungsbilanzen. Das Geld, das aus den weniger produktiven ab- und in die produktiveren fließt muss irgendwo hin, und wie wir wissen ist es zum Beispiel in Deutschland nicht in Löhne geflossen, sondern als Investition wieder zurück in die europäische Peripherie – in Immobilien in Spanien oder in griechische Staatsanleihen. In Finanzprodukte. Hans-Werner Sinn, der mich so sehr nervt, dass ich gerade keine Lust habe das genaue Zitat rauszusuchen, nennt das sinngemäß &#8220;Porsche Cayenne gegen Schuldverschreibungen verkaufen&#8221; – und es funktioniert nur, weil die Institute, die all diese &#8220;Finanzprodukte&#8221; verkaufen, das Risiko auf die Steuerzahler abwälzen. Die Arbeitnehmer bezahlen, wenn etwas schiefgeht, im Moment in Spanien, Griechenland, Irland und Portugal, aber spätestens mit der unausweichlichen griechischen Umschuldung auch in Deutschland. Die Politik baut Rettungspakete für die Banken, während die griechischen Staatsschulden trotz aller so genannten &#8220;Hilfen&#8221; nur weiter steigen. Wenn diese Krise durch Staatsverschuldung ausgelöst wäre, müsste Spanien besser dastehen als Deutschland, weil der spanische Staat besser gewirtschaftet hat als der deutsche. Aber darum geht es eben nicht. Deshalb ist die Krise auch durch Konsolidierung nicht zu lösen (unbenommen der Tatsache, dass im griechischen Staatswesen sehr viel schief gelaufen ist und noch läuft, aber das ist eben ein anderes Problem).</p>
<p>Die bizarre Leistung der Kanzlerin ist, dass sie es geschafft hat zu verschweigen, dass die Grenzen dabei nicht zwischen Ländern verlaufen, wie es in der Diskussion um &#8220;die Griechen&#8221; (aber letztlich genauso um Spanien und Italien) glauben macht. Sie verlaufen zwischen oben und unten, zwischen Zinszahlern und Zinsempfängern – und die Nationalstaaten samt ihrer Regierungen sind vor allem willfährige Helfer beim Sichern der Gewinne.</p>
<p>An der Fehlkonstruktion des Euro ändert all das nichts. Kein Rettungspaket macht auch nur kleine Schritte in die richtige Richtung. Aber um die Illusion aufrecht zu erhalten, werden Sparpakete installiert, die dazu führen, dass mitten in Europa Menschen ohne Heizung der Winterkälte trotzen müssen, weil das Heizöl so teuer geworden ist. Es ist eine Schande. Und ein &#8220;Sparkommissar&#8221; ist das letzte, was es in dieser Situation noch  braucht.</p>
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		<title>Kai Diekmann beschimpfen</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 13:11:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kundenkontakt]]></category>
		<category><![CDATA[Wir sind so]]></category>

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		<description><![CDATA[Den Impuls, den Chefredakteur der Bild-Zeitung telefonisch zu beschimpfen kann man schwerlich jemandem übelnehmen. Und grundsätzlich müssen Journalisten bereit sein, Kritik an ihrer Arbeit zu ertragen, selbst wenn sie nicht ganz sachlich vorgetragen wird – und sei es nur deswegen, weil Journalisten auch davon leben, selbst Kritik in allen möglichen Formen vorzutragen. Dass allerdings der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Den Impuls, den Chefredakteur der <em>Bild</em>-Zeitung <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/erklaerung-des-bundespraesidenten-ueber-telefonate-gibt-der-praesident-keine-auskunft-11587828.html">telefonisch zu beschimpfen</a> kann man schwerlich jemandem übelnehmen. Und grundsätzlich müssen Journalisten bereit sein, Kritik an ihrer Arbeit zu ertragen, selbst wenn sie nicht ganz sachlich vorgetragen wird – und sei es nur deswegen, weil Journalisten auch davon leben, selbst Kritik in allen möglichen Formen vorzutragen. Dass allerdings der Bundespräsident auf die Idee kommt, einem Journalisten zu drohen, gleich die Verbindungen zu dem gesamten Verlag abzubrechen, ist in einer Größenordnung dämlich, die an seiner Eignung zweifeln lässt. Hat er wirklich geglaubt, das käme niemals heraus? Selbst wenn Diekmann es nicht so herumerzählt hätte, dass es nun in allen Zeitungen steht (und ich gehe davon aus, dass anders eine Nachricht auf seiner Mailbox nicht öffentlich werden konnte, oder ist das naiv, Rupert Murdoch?), hätte sich doch mit Sicherheit zumindest in der Branche herumgesprochen, was für ein schlechtes Gewissen Wulff in Bezug auf seinen Hauskredit offensichtlich hat. Vielleicht ist Erpressbarkeit ein zu großes Wort für den Zustand, der dann eingetreten wäre, aber wäre es diesem Bundespräsidenten tatsächlich lieber gewesen, ausschließlich ein paar ausgewählte Bild-Mitarbeiter wüssten um diese Schwachstelle in seiner Kreditbiografie? Das macht mir noch mehr Angst als die kleinen, streng riechenden Details die da Tag um Tag ans Licht kommen. </p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Klasse">Nach Helmut Schmidt</a> zählen sich auch Journalisten zur Politischen Klasse, und Wulff mochte offenbar genug darauf vertrauen, dass die kleinen Sauereien innerhalb dieser Klasse möglicherweise zur Verhandlungsmasse werden können, wenn man darüber redet, <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-in-not-wulff-drohte-mit-strafanzeige-gegen-bild-journalisten-1.1248384">wie &#8220;ein Krieg ablaufen soll&#8221;</a>, dass sie aber trotzdem dem gemeinen Volk gegenüber geheim bleiben können. Angesichts der langen, erfolgreichen Karriere, die Wulff als Politiker gemacht hat, dürfte er da aus Erfahrung sprechen. Und wenn dem so ist muss die Frage erlaubt sein, wie denn aus dieser Klasse überhaupt ein Bundespräsident hervorgehen will, dem die Bevölkerung dann geradezu naives Vertrauen entgegenbringen soll. </p>
<p>Der Schritt von Wulff, Journalisten einen Deal anzubieten (nämlich den, weiter mit ihnen zusammenzuarbeiten, wenn sie eine Geschichte unterdrücken) ist nur ein weiterer Tropfen Gift in diesem Endlager voller strahlender Fässer. Aber wenn der oberste Repräsentant unseres Staatswesens in seiner für politische Positionen einzigartigen Unangreifbarkeit nicht in der Lage ist, seine Taten seinen wohlklingenden Reden anzupassen, welcher Politiker soll es dann sein?</p>
<p>Allerdings nähme ich das alles hier zurück, wenn sich herausstellte, dass Christian Wulff seit Jahren jeden Tag Kai Diekmann am Telefon wegen praktisch aller <em>Bild</em>-Geschichten beschimpft, und es nur zufällig an diesem einen Tag einmal um seine eigene ging. Es ist ja auch nicht alles juristisch rechtens, was richtig ist.</p>
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		<title>Fakt ist schon wieder ganz was anderes</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 16:46:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wir sind so]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach Ansicht der Bild ist Karl-Theodor zu Guttenberg angesichts der Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft Hof strafrechtlich relevante Verstöße gegen das Urheberrecht in seiner Doktorarbeit bejaht nun ganz eindeutig von diesen Vorwürfen reingewaschen. Der Grund seines Rücktritts, die Vorwürfe, er habe Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben – plötzlich ist alles anders. Plötzlich scheint ein Comeback möglich, denkbar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach Ansicht der <em>Bild</em> ist Karl-Theodor zu Guttenberg angesichts der Tatsache, dass die Staatsanwaltschaft Hof strafrechtlich relevante Verstöße gegen das Urheberrecht in seiner Doktorarbeit bejaht nun ganz <a href="http://www.bild.de/politik/inland/karl-theodor-zu-guttenberg/ex-verteidigungsminister-karl-theodor-zu-guttenberg-ermittlungsverfahren-in-plagiats-affaere-eingestellt-21174628.bild.html">eindeutig von diesen Vorwürfen reingewaschen.</a></p>
<blockquote><p>Der Grund seines Rücktritts, die Vorwürfe, er habe Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben – plötzlich ist alles anders. Plötzlich scheint ein Comeback möglich, denkbar – sogar logisch.</p></blockquote>
<p>Plötzlich ist alles anders? Die Vorwürfe? Nun ja, wie sagt man es ihnen, vielleicht so, wie  man es bei <em>Bild</em> selbst sagen würde? Ähm, <em>Bild</em>, Fakt ist: nein. Eine mit der Auflage einer Strafzahlung von 20.000 Euro belegte Einstellung eines Verfahrens ist ganz genau nicht der Beweis, dass mit den Vorwürfen alles plötzlich ganz anders ist. Es ist eher der Beleg dafür, dass Guttenberg nicht nur ein Lügner und wissenschaftlicher Betrüger ist, er hat also auch Urheberrechte verletzt. Genau das waren die Vorwürfe. Aber, um Missverständnissen vorzubeugen, Fakt steht hier im Sinne von &#8220;Tatsache&#8221; – nicht wie bei euch als: <a href="http://print-wuergt.de/2011/11/23/fakt-ist/">&#8220;fühlt sich irgendwie so an&#8221;.</a></p>
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		<title>Fakt ist</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Nov 2011 15:03:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wir sind so]]></category>

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		<description><![CDATA[Der für mich erstaunlich interessante neue SpOn-Kolumnist Wolfgang Münchau beschreibt in seinem aktuellen Text die Mythen der Schuldenkrise, die dazu führen, dass die Politik die Flaschen Schlüsse zieht (nämlich dass Staatsverschuldung an der Krise schuld ist und dass die Hyperinflation vor fast 90 Jahren uns eine Lehre sein sollte). Noch erstaunlicher finde ich allerdings, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der für mich erstaunlich interessante neue <em>SpOn</em>-Kolumnist Wolfgang Münchau <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,799429,00.html">beschreibt in seinem aktuellen Text</a> die Mythen der Schuldenkrise, die dazu führen, dass die Politik die Flaschen Schlüsse zieht (nämlich dass Staatsverschuldung an der Krise schuld ist und dass die Hyperinflation vor fast 90 Jahren uns eine Lehre sein sollte).</p>
<p>Noch erstaunlicher finde ich allerdings, dass man (auch aber nicht nur infolge dieser Mythen) in Deutschland immer noch behaupten darf, dieser Krise könnte man mit &#8220;Sparen&#8221; begegnen – ausgerechnet in dem Land, das deswegen relativ gut durch die Weltfinanzkrise gekommen ist, weil man zum Beispiel mit Konjunkturpaketen und Kurzarbeit jede Menge Geld ausgegeben und eben gar nicht gespart hat. Es sind, im Gegenteil, Anreize geschaffen worden, fahrtüchtige Autos zu verschrotten und neue zu kaufen – wenn Sparen in Krisenzeiten eine gute Option wäre, dann hätte die selbe Kanzlerin, die das heute von allen außer sich selbst fordert, damals zu Staub zerfallen müssen wie ein Vampir an der Sonne.</p>
<p>Am schönsten demonstriert die offensichtlich mit der Realität nicht einmal mehr korrelierende Gemütslage allerdings der Mythen- und Sagenfachdienst <em>Bild.de,</em> <a href="http://www.bild.de/politik/inland/haushaltsplan/neuer-haushalt-wieso-machen-wir-eigentlich-schulden-21171556.bild.html">der heute schreibt:</a></p>
<blockquote><p>Fakt ist aber auch: Der in Jahrzehnten aufgehäufte deutsche Schuldenberg von über zwei Billionen Euro hat eine Höhe von über 80 Prozent der jährlichen deutschen Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt BIP).<br />
Das ist zwar besser als in den allermeisten anderen Euro-Ländern, liegt aber weit über der in der EU eigentlich erlaubten Gesamtverschuldung von 60 Prozent des BIP.</p></blockquote>
<p>Nun kann man vielleicht über die Definition von &#8220;allermeisten&#8221; ein bisschen streiten, aber Fakt ist trotzdem ganz eindeutig etwas anderes: Von 17 Euro-Ländern haben gerade einmal fünf <a href="http://multimedia.zdf.de/module/euroschulden-2011/">eine höhere Verschuldung (im Verhältnis zu ihrem BIP)</a> als Deutschland, und Deutschland ist gerade dabei, in einer Zeit sprudelnder Mehreinnahmen seine Verschuldung noch zu erhöhen.</p>
<p>Es ist irre, wie man vor einen Satz, dessen Wahrheitsgehalt man höchstens irgendwie so fühlt, ausgerechnet &#8220;Fakt ist&#8221; schreiben kann. Es wird allerdings die Realität nur bedingt aufhalten.</p>
<div id="fb-root"></div><script src="http://connect.facebook.net/en_US/all.js#xfbml=1"></script><!-- Do not remove --> <p><a href="http://print-wuergt.de/?flattrss_redirect&amp;id=1035&amp;md5=f0a8f06a84f01b5505f6c0fb4a6430da" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://print-wuergt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Himmel &amp; Hölle: Einen Fairness-Preis gewinnen wir damit nicht</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2011/10/07/himmel-holle-einen-fairness-preis-gewinnen-wir-damit-nicht/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Oct 2011 14:58:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wir sind so]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin stolzes Mitglied des jungen Berufsverbandes Freischreiber e.V. für freie Journalisten. Und ich schreibe relativ regelmäßig für die Zeitschrift NEON (und werde ihnen ewig dankbar sein für den Mut und die Energie, das Experiment Live-Reportage zu wagen). Jetzt streiten sich beide, und ich bin sehr unglücklich darüber – auch deshalb, weil ich das Gefühl habe, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin stolzes Mitglied des jungen Berufsverbandes <a href="http://www.freischreiber.de">Freischreiber</a> e.V. für freie Journalisten. Und ich schreibe relativ regelmäßig für die Zeitschrift <a href="http://www.neon.de"><em>NEON</em></a> (und werde ihnen ewig dankbar sein für den Mut und die Energie, das <a href="http://print-wuergt.de/2010/07/18/die-live-reportage/">Experiment Live-Reportage</a> zu wagen). Jetzt streiten sich beide, und ich bin sehr unglücklich darüber – auch deshalb, weil ich das Gefühl habe, mit einer an sich guten Sache auf der falschen Seite zu stehen.</p>
<p>Freischreiber hat in diesem Jahr zum ersten Mal den Preis Himmel &#038; Hölle ausgelobt für diejenigen Redaktionen, die am fairsten und am fiesesten mit ihren freien Schreibern umgehen. Das ist schonmal eine kipplige Idee, weil kein freier Journalist öffentlich über einen „fiesen“ Auftraggeber reden will oder kann. Eventuelle Vorwürfe sind also gezwungenermaßen anonym und so weit unscharf, dass ihr Urheber nicht erkennbar ist. Das ist problematisch, aber es ist auch ein nicht ganz seltenes Vorgehen im journalistischen Arbeiten, wenn Quellen nur anonym auftreten wollen und geschützt werden müssen. Die Jury-Mitglieder haben deshalb im Fall von sich häufenden Vorwürfen bei anderen Mitgliedern nachgefragt, die für dieselben Auftraggeber arbeiten, und sind überzeugt, dass sie stimmen. </p>
<p>Schwerer wiegender ist aber: Alles, was der Verband Freischreiber bisher mit großer, bewundernswerter Energie getan hat – mit viel zu wenig echter Unterstützung zum Beispiel von mir, der ich nur passiver Beitragszahler bin – hatte immer nur das Ziel, mehr Fairness zwischen Freien und Redaktionen zu erkämpfen. Freischreiber baut Brücken, und das viel besser, als selbst die meisten Mitglieder es wahrscheinlich bei der Gründung gedacht hätten. Aber das Vorgehen beim „Hölle“-Teil des Preises ist offensichtlich weder fair noch besonders konstruktiv.</p>
<p><a href="http://www.freischreiber.de/home/die-drei-jenseitsreiche-des-freien-journalismus">Nominiert für den „Hölle“-Preis</a> sind <em>NEON</em>, <em>Spiegel Online</em> und die <em>Für Sie</em>. Die Chefredakteure der ersten beiden Titel haben sich <a href="http://www.taz.de/Freischreiber-vergeben-Fairnesspreis/!79377/">öffentlich sehr, sehr verärgert gezeigt</a> darüber, dass sie plötzlich mit anonym geäußerten Vorwürfen konfrontiert sind. Im Fall von <em>Spiegel Online</em> betrifft das Vertragsbedingungen, die objektiv überprüfbar sind – allerdings ist Spiegel Online nach Aussage des Chefredakteurs Matthias Müller von Blumencron bereits dabei, diese Passagen zu überarbeiten, ironischerweise wohl sogar angestoßen durch einen Brief, den Freischreiber im Sommer an die Chefredaktion geschickt hatte. Für diese Art der konstruktiven Zusammenarbeit ist der konfrontative Preis sicher keine Hilfe, und er passt auch nicht zum bisherigen Stil meines Verbandes.</p>
<p>Im Fall von <em>NEON</em> sind die Vorwürfe aber noch ein Stück problematischer: Angeblich würde die Redaktion Ideen und Themenvorschläge, die von Freien eingebracht werden, an andere – wohl meist interne – Schreiber vergeben, kurz: Themen klauen. Jetzt wird es doppelt kompliziert, denn das ist erstens tatsächlich kaum zu überprüfen, zweitens auch ein gern geäußerter Vorwurf von Leuten, die sehr unkonkrete Ideen vorschlagen (ich habe mal gehört, wie jemand behauptete, die Redaktion des inzwischen eingestellten Interview-Magazins <em>Galore</em> hätte ihm ein Thema geklaut. Das Thema war „Ein Interview mit Kylie Minogue“) und drittens ist das ein übler Vorwurf – Themen klauen ist eine Todsünde für Redaktionen. Plötzlich und ohne Belege öffentlich diesem Vorwurf ausgesetzt zu sein ist hart, und <a href="http://meedia.de/print/hoelle-preis-unserioes-und-bald-rufmord/2011/10/05.html">Chefredakteur Michael Ebert ist sehr sauer darüber</a>. Ich muss sagen, ich finde, er hat damit recht.</p>
<p>Ich persönlich kann nichts zu dem inhaltlichen Vorgang sagen. Ich bin im Zuge der Recherchen über die Nominierungen nach meiner Erfahrung gefragt worden und habe damals gesagt, mir gegenüber ist die Redaktion von <em>NEON</em> in jedem einzelnen Fall sehr, sehr fair aufgetreten, in einigen Fällen sogar überragend großzügig mit ihrer Unterstützung. Ich hätte gedacht, sie würden eher auf der Himmel-Seite des Preises nominiert. Aber, nächste Eskalationsstufe und letztlich der Grund, warum ich glaube, dieser Preis hat ein doch auch strukturelles Problem: Als Mitglied darf ich jetzt wählen, welcher der nominierten den Preis jeweils bekommt. Ich persönlich finde, <em>NEON</em> verdient ihn nicht, ich müsste also einen der beiden anderen wählen – habe aber für beide noch gar nicht gearbeitet. Das ist nicht gut.</p>
<p>So findet sich der Verband, an dem ich sehr hänge, von dem ich viel halte und dessen Erfolg mir wichtig ist in einer echten Zwickmühle: Dieser Preis war gedacht als konstruktive Kritik, die Anstoß geben soll zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen Redaktion und Freien in der Zukunft. So etwa, wie Politiker „Dinge zuspitzen“ um Debatten hervorzurufen. Leider sind mein Verband und ich in diesem Falle Guido Westerwelle: Wir haben uns im Ton vergriffen. Und das schadet der Wertschätzung, die dieser Verband bisher auch von den kritisierten Redaktionen entgegengebracht bekam. Dieser Preis hat den doofen Namen „Hölle“ und den Zusatz „fieseste Redaktion“, aber er war gedacht als ein ehrliches Wort unter Kollegen.</p>
<p>Ich habe eine Lösung dafür, aber sie ist aberwitzig: Ich weiß, dass Michael Ebert und Matthias Müller von Blumencron stinkesauer sind, und ich habe schon gesagt, ich finde, sie sind es zu recht. Aber ich habe einen winzigen Fitzel Hoffnung, dass ausgerechnet sie sich am Ende eines reinigenden Gewitters trotzdem hinstellen und den Preis so verstehen werden, wie er gedacht war, und nicht so, wie man ihn verstehen musste, weil er scheiße aufgezogen worden ist. Beide haben das in ihren Interviews durchklingen lassen: Dass sie grundsätzlich Respekt für den Verband und sein Anliegen haben. Deshalb schlage ich folgendes vor: Wir sehen ein, dass es, wenn wir den Preis und seine Ziele ernst nehmen, in diesem Jahr nur einen würdigen Preisträger geben kann: uns selbst. Wir waren nicht fair. Ich werde am Wahltag einen Wahlzettel abgeben, auf dem die „Hölle“-Stimmen ungültig gemacht sind.</p>
<p>Und ich würde Michael Ebert, Matthias Müller von Blumencron und wenn sie sich angesprochen fühlt auch Sabine Fäth von der Für Sie von Herzen bitten, die Größe zu zeigen, am Abend der Preisverleihung zu einer Diskussionsrunde über die Zusammenarbeit von Redaktionen und Freien teilzunehmen. Dabei können die Vorwürfe ja ausgesprochen werden und wir können versuchen, zu beurteilen, welche Substanz sie haben. Aber wir sollten das im Gespräch tun, nicht in der Konfrontation. Ich glaube, wir können in dieser Situation nur darum bitten, denn wir haben es trotz guter Intention verbockt. Wir sollten die Größe haben, das zu sagen. </p>
<p>Aber die echte Arbeit liegt nicht bei dem, der sich entschuldigt, sondern bei dem, der die Entschuldigung annehmen oder ablehnen muss. Man kann und darf da nichts erwarten oder voraussetzen. Aber ich habe Hoffnung.</p>
<p>PS. Der großartige Kollege Christoph Koch <a href="http://www.christoph-koch.net/2011/10/06/holle-holle-holle-klaut-neon-wirklich-themen/">auch</a>.</p>
<div id="fb-root"></div><script src="http://connect.facebook.net/en_US/all.js#xfbml=1"></script><!-- Do not remove --> <p><a href="http://print-wuergt.de/?flattrss_redirect&amp;id=999&amp;md5=a84795cddb644bc60f368214808f0a1c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://print-wuergt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die WELT hat eine Lösung für die Schuldenkrise: Lasst arme Schulen pleite gehen!</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2011/08/31/die-welt-hat-eine-losung-fur-die-schuldenkrise-lasst-arme-schulen-pleite-gehen/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 17:28:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratifizierung]]></category>
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		<description><![CDATA[In der Welt geißelt heute eine Stellvertretende Chefredakteurin die Tatsache, dass es auf der ganzen Welt reiche Menschen gibt, die eine Reichensteuer fordern, obwohl sie die ja selbst bezahlen müssten. Nachdem sie diese Tatsache kolportiert hat (&#8220;Wir leben wahrlich in ungewöhnlichen Zeiten&#8221;) steigt die Autorin steilst in ihre These ein. Forderungen nach einem höheren Spitzensteuersatz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der <em>Welt</em> <a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13576914/Reichensteuer-Dieser-Staat-hat-kein-Mitleid-verdient.html">geißelt heute eine Stellvertretende Chefredakteurin</a> die Tatsache, dass es auf der ganzen Welt reiche Menschen gibt, die eine Reichensteuer fordern, obwohl sie die ja selbst bezahlen müssten. Nachdem sie diese Tatsache kolportiert hat (&#8220;Wir leben wahrlich in ungewöhnlichen Zeiten&#8221;) steigt die Autorin steilst in ihre These ein.</p>
<blockquote><p>Forderungen nach einem höheren Spitzensteuersatz oder einer Vermögensteuer kommen gemeinhin von der politischen Linken. Dass viele Linke die Wirkkraft „des Kapitals“, wie sie denunziatorisch Unternehmen nennen, für Wohlstand und Vorankommen unserer Volkswirtschaften verkennen, ist so traurig wie wahr.</p></blockquote>
<p>Natürlich ist es nur ein rhetorischer Kniff, seine eigene Ausführung mal eben als wahr zu kennzeichnen, aber es hülfe der Aussage nichtsdestotrotz, wenn sie stimmte. Aber was für ein Blödsinn ist denn das?</p>
<p>Wer nennt ein Unternehmen denunziatorisch &#8220;Kapital&#8221;? In keiner einzigen Theorie oder Lehre der Welt werden Unternehmen als Kapital bezeichnet. Kapital ist in der Volkswirtschaftslehre ein Produktionsfaktor und bezeichnet bei Marx Geld, dass nur zur Profitgewinnung eingesetzt wird. Das Unternehmen an sich ist für die Linken im Gegenteil eine so tolle Sache, dass sie finden, möglichst alle sollten welche haben. Aber das ist nebensächlich.</p>
<p>Das Lustigste an dieser Passage ist nämlich die Bräsigkeit, mit der die Tatsache, dass die Forderung nach einer Reichen- oder Vermögenssteuer im beschriebenen Fall überall auf der Welt keineswegs von &#8220;Linken&#8221; gefordert wird, zur Seite gewischt wird, weil es die Meinung der Autorin verlangt, auf Linke einzuschlagen. Wenn Reiche tatsächlich fänden, der Staat habe gerade ganz einfach zu wenig Geld, dann würde das ihr Weltbild zerstören. Also darf es nicht sein. Sie schlägt einfach dahin, wo sie offenbar immer hinschlägt. Das ist schon kein rhetorischer Kniff mehr, das ist der Versuch, eine Olympische Goldmedaille für sich zu reklamieren, weil man schließlich viel schneller gelaufen wäre, nur ganz woanders und leider ohne Zeugen. Aber echt wahr.</p>
<blockquote><p>Ihre notorische Forderung nach Reichensteuern dient daher nicht der vielgepriesenen Gerechtigkeit, denn die läge in einer Befreiung der Mitte aus der kalten Progression. Nein, mit dem Dauergebet von der wachsenden Schere zwischen Arm und Reich wird nur ein Ressentiment bedient und Neid gegen „die Reichen“ geschürt.</p></blockquote>
<p>Ähm, ja? Mit dem &#8220;Dauergebet&#8221; von der wachsenden Schere wird nicht die wachsende Schere kritisiert sondern nur der Neid geschürt? Also der Neid, der nicht dadurch entsteht, dass Reiche überall auf der Welt in so extremer Weise immer reicher werden, dass einige von ihnen selbst fordern, man solle sie gefälligst höher besteuern? Die wachsende Schere ist ein nachgewiesener Fakt, aber manche Meinungen mögen nicht von Tatsachen behindert werden. Aber wir reden ja hier sowieso schon anlassfrei über Linke, deshalb unterfüttern wir die Argumentation auch lieber faktenfrei.</p>
<p>Dass einzelne Unternehmer mehr Steuern zahlen wollten, sei ein bemerkenswertes Signal, fällt der Autorin auch auf, und sie möchte ihnen den Spaß auch gar nicht nehmen. </p>
<blockquote><p>Wenn Reiche mehr für ihre Gesellschaft tun wollen, sollten sie spenden und stiften, wie dies die großen amerikanischen Unternehmer von Carnegie bis Gates immer taten. Niemals hätten sie dem Staat Aufgaben überlassen, die doch tief im Bürgersinn verankert und in Kommunen und Städten gut aufgehoben sind.</p></blockquote>
<p>Abgesehen davon, dass Kommunen und Städte Teil unseres gemeinsamen Staates sind: Meint die Autorin tatsächlich, man solle letztlich die Qualität von Schulen davon abhängig machen, ob sich ein großzügiger Spender für sie findet? Ähm, ja, ganz genau.</p>
<blockquote><p>Niemand hindert Otto oder Westernhagen, ihr Geld für die Sanierung von Schulen zu spenden oder andere Projekte zu fördern, die dem gesellschaftlichen Zusammenhalt dienen. Der Staat aber muss endlich schlanker werden. Mitleid hat er nicht verdient.</p></blockquote>
<p>Das ist so bizarr, dass man ein irres Kichern hinter den Zeilen zu hören glaubt. Wenn Herr Otto (der Versandunternehmer) oder Herr Müller-Westernhagen, die als Reiche eine Reichensteuer fordern, nun gerade die Schule meiner Tochter nicht bedenken, soll diese nicht saniert werden, um dem Staat eine Lehre zu erteilen? Und mir vielleicht auch, weil ich nicht reich bin? Immerhin gehöre ich wahrscheinlich zu der Mittelschicht, der die <em>Welt</em>-Vize-Chefredakteurin die Steuern gesenkt sehen will, insofern ist sie wahrscheinlich im Gegenteil dafür, dass die Schule meiner Tochter noch weniger Geld bekommt. Da soll der Staat doch mal sehen, was er davon hat! Selbst schuld!</p>
<p>Abgesehen davon, dass der Text historische, politische und logische Schwächen hat, zeigt er doch zumindest, dass die Autorin eine Meinung hat. Aber wenn es ihre eigene ist, warum versteht sie sie dann nicht?</p>
<p>Es ist ja nicht so, dass irgendjemand die Meinung vertreten würde, &#8220;der Staat&#8221; solle Geld verprassen. Niemand will das. Natürlich muss jeder Staat seine Steuereinnahmen effizient einsetzen, und natürlich kann man ewig darüber streiten, ob er es tut und dass er es regelmäßig an vielen Stellen nicht tut. Aber genau das macht die Autorin ja nicht. Was wäre denn sinnvoller eingesetztes Steuergeld als die Sanierung einer Schule? In unserer kompletten Debatte um die Zukunft Deutschlands, die Wirtschaft, Integration, was auch immer – die zentrale Forderung ist immer: bessere Bildung. Das ist keine linke Position, das ist das Mantra quer durch die gesamte Republik. Zu recht. Und genau das sollen wir dem Goodwill von Reichen überlassen? Das ist der Punkt, an dem die Autorin findet, wir hätten zu viel Staat? </p>
<p>Der Staat hätte bewiesen, dass er schlecht haushaltet und die Politik suche nur Sündenböcke für die Schuldenkrise, die sie selbst verursacht habe, geht der Kern der Argumentation. Das Zweite ist zumindest insoweit Quatsch, als man alle Bankenrettungsschirme aus allen Staatsschulden herausrechnen müsste, um ein Bild von der Schuld der Politik zu haben, und dann sähe die Welt anders aus (die <em>Welt</em> wahrscheinlich nicht). Aber selbst wenn man das als Meinung gelten lassen wollte, ist dann die Antwort, Schulen verfallen zu lassen, damit Reiche nicht mehr Steuern zahlen müssen – und gleichzeitig einfach nicht mehr darüber zu reden, dass die Reichen immer reicher werden, um keinen Neid zu wecken?</p>
<p>Ich sehe meine Tochter schon nachhause kommen und mit großen Augen erzählen: &#8220;Papa, ich habe durch den Zaun gesehen, an der Roland-Berger-Gesamtschule regnet es gar nicht rein und alle Fenster haben Scheiben!&#8221; Ich sag ihr dann: &#8220;Nicht neidisch sein, das ist, weil ein guter reicher Mensch ihnen hilft. Und wenn wir ganz lieb sind, dann hilft uns sicher auch irgendwann einer. Reiche sind so!&#8221;</p>
<p>Das muss eine ganz biestige Sache sein, diese &#8220;viel gepriesene Gerechtigkeit&#8221;. Ist die ansteckend?</p>
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		<title>Nicht immer nur meckern</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2011/06/20/nicht-immer-nur-meckern/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 18:51:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratifizierung]]></category>
		<category><![CDATA[Kundenkontakt]]></category>
		<category><![CDATA[Wir sind so]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil ich sonst immer nur sage, was andere falsch berichten: Auf jetzt.de läuft bis Mittwoch eine kleine Serie mit meinen Gedanken zur Griechenlandkrise. Erster Teil: Was soll man jetzt zu Griechenland denken? Und hier ist der zweite Teil. Und hier der dritte und letzte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil ich sonst immer nur sage, was andere falsch berichten: Auf jetzt.de läuft bis Mittwoch eine kleine Serie mit meinen Gedanken zur Griechenlandkrise.</p>
<p>Erster Teil: <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/526523/Was-muss-man-ueber-Griechenland-wissen">Was soll man jetzt zu Griechenland denken? </a></p>
<p>Und <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/526524/Was-soll-man-jetzt-zu-Griechenland-denken-Teil-2">hier ist der zweite Teil.</a></p>
<p>Und h<a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/526525/Was-soll-man-jetzt-zu-Griechenland-denken-Teil-3">ier der dritte und letzte.</a></p>
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		<title>Mir wurde noch nie ein Preis aberkannt</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2011/05/11/mir-wurde-noch-nie-ein-preis-aberkannt/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 May 2011 09:37:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wir sind so]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorweg: Den Grad der gefühlten Demütigung einer Branche erkennt man daran, wie viele Preise sie sich selbst verleiht. Der Journalismus vergibt sehr viele Preise. Ich selbst bin eigentlich der einzige Journalist, den ich kenne, der noch nie irgendeinen davon gewonnen hat, und nicht, weil ich nicht wollte, sondern weil es offensichtlich nie dafür gereicht hat. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorweg: Den Grad der gefühlten Demütigung einer Branche erkennt man daran, wie viele Preise sie sich selbst verleiht. Der Journalismus vergibt sehr viele Preise. Ich selbst bin eigentlich der einzige Journalist, den ich kenne, der noch nie irgendeinen davon gewonnen hat, und nicht, weil ich nicht wollte, sondern weil es offensichtlich nie dafür gereicht hat. Insofern bin ich der Allerschlechteste, um über Journalistenpreise zu schreiben – mehr Demütigung geht ja gar nicht. Aber wer will mich davon abhalten?</p>
<p>Für alle, die das Glück haben in einer Welt zu leben, in der das scheißegal ist: Dem Sieger des renommiertesten deutschen Journalistenpreises <a href="http://henri-nannen-preis.de/">&#8220;Henri Nannen Preis&#8221;</a> ist – auch noch in der Königsdisziplin Reportage – die am Freitag verliehene Auszeichnung am Montag wieder abgenommen worden, weil er einen entscheidenden Teil des von ihm Beschriebenen nicht selbst erlebt hat. Er hatte über die Modelleisenbahn des bayrischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer geschrieben, und ausgerechnet aus ihr eine komplette, lesenswerte Persönlichkeitsstudie abgeleitet (die Geschichte heißt<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290158.html"> &#8220;Am Stellpult&#8221; </a>und Seehofer wird als einer beschrieben, der mit Menschen manövriert).</p>
<p>Es ist viel darüber geschrieben worden, ob die Aberkennung <a href="http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1883592/Jury-erkennt-Spiegel-Redakteur-Nannen-Preis-ab.html">richtig war</a> oder <a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/die-ehrung-wird-in-ihr-gegenteil-verkehrt/4157126.html">nicht</a>.</p>
<p>Aber ich habe eine Meinung noch nicht gelesen, zufällig meine eigene, und deshalb schreibe ich sie hier. </p>
<p>Der Autor René Pfister steigt in die Geschichte ein:</p>
<blockquote><p>Ein paarmal im Jahr steigt Horst Seehofer in den Keller seines Ferienhauses in Schamhaupten, Weihnachten und Ostern, auch jetzt im Sommer, wenn er ein paar Tage frei hat. Dort unten steht seine Eisenbahn, es ist eine Märklin H0 im Maßstab 1:87, er baut seit Jahren daran. Die Eisenbahn ist ein Modell von Seehofers Leben.</p>
<p>[…] Seit neuestem hat auch Angela Merkel einen Platz in Seehofers Keller. Er hat lange überlegt, wohin er die Kanzlerin stellen soll. Vor ein paar Monaten dann schnitt er ihr Porträtfoto aus und kopierte es klein, dann klebte er es auf eine Plastikfigur und setzte sie in eine Diesellok. Seither dreht auch die Kanzlerin auf Seehofers Eisenbahn ihre Runden.</p>
<p>Seehofer hat sich in Schamhaupten eine Welt nach seinem Willen geformt, er steht dort am Stellpult, und die Figuren in den Zügen setzen sich in Bewegung, wenn er den Befehl dazu erteilt. […]</p></blockquote>
<p>Pfister hat den Keller nie gesehen, sondern sich von Seehofer während einer Reise nach China davon erzählen, und sich von anderen, die den Keller mal gesehen haben, später Seehofers Beschreibung bestätigen lassen (was journalistisch einwandfrei ist, aber nach Ansicht der Jury hätte man es kennzeichnen müssen, denn es entspricht nicht der klassischen Vorstellung von einer Reportage als Augenzeugenbericht – nur darum ging es in der Aberkennung des Preises).</p>
<p>Dazu hätte ich eine Anmerkung: Wenn der Journalist neben dem Ministerpräsidenten in einem Flugzeug sitzt, und Seehofer – der ja weiß, dass alles was er sagt einem Text über ihn dienen soll – erzählt davon, wie er im Keller Angela-Merkel-Bildchen auf Modelleisenbahnen klebt … ist das nicht die hundertmal geilere Szene? Ein Politiker, der will, dass man ihn als Stellmeister portraitiert, und dabei von infantilem Zeug wie seiner Modelleisenbahn erzählt? Die Szene im Flugzeug hätte ich lieber gelesen als das Zeug über seinen Allmachts-Keller, das Seehofer selbst verbreitet. </p>
<p>Aber vielleicht ist das genau der Grund, warum ich nie einen Preis gewinne. </p>
<p>PS. Der klügste Text zum Thema stammt übrigens wie erwartet von dem völlig zurecht preisgekrönten Wolfgang Michal. Deshalb verlinke ich ihn erst <a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=424">ganz hier unten</a>. Es reicht bei mir vielleicht nicht für Preise, aber ich bin ja nicht total doof.</p>
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		<title>Helden.</title>
		<link>http://print-wuergt.de/2011/04/21/helden/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 15:38:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Applaus]]></category>
		<category><![CDATA[Wir sind so]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaiserwetter. Ein Tag, um Helden zu zeugen, und gleichzeitig der Tag, der bestimmt ist von dem Schatten der Trauer um die beiden in Misurata getöteten Fotografen Tim Hetherington und Chris Hondros. Ich habe nun den ganzen Tag über immer wieder über die beiden gelesen oder Nachrichten im Radio gehört, und ich muss sagen, ihre Geschichte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaiserwetter. Ein Tag, um Helden zu zeugen, und gleichzeitig der Tag, der bestimmt ist von dem Schatten der Trauer um die beiden in Misurata getöteten Fotografen Tim Hetherington und Chris Hondros.<br />
Ich habe nun den ganzen Tag über immer wieder über die beiden gelesen oder Nachrichten im Radio gehört, und ich muss sagen, ihre Geschichte macht mich doppelt traurig. Ich könnte keinen größeren Respekt haben als vor Kollegen, die unter gefährlichen Umständen der nobelsten Aufgabe unseres Berufes nachgehen: Der Welt zu zeigen, wie es wirklich ist.</p>
<p>Und ich finde, es muss Journalisten auch erlaubt sein, als Gruppe besonders um die eigenen Kollegen zu trauern und mit ihren Familien zu fühlen. Mir geht es genau so.</p>
<p>Aber ich finde, wer das Eine tut, muss das andere nicht lassen: Die ausführliche, respektvolle und wichtige Berichterstattung über den Tod der beiden Kollegen zeigt aus meiner Sicht einmal mehr auf, wie wenig wir eigentlich über diejenigen berichten, die in unserem Auftrag den wohl noch gefährlicheren Dienst tun, irgendwo am Ende der Welt.</p>
<p>Ich war und bin gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, aber gerade deshalb finde ich es wichtig, es immer wieder zu sagen: Als Bürger dieses Landes, als Nachbar, als Freund, gelten meine Gedanken, meine Solidarität und mein Respekt nicht nur den Kollegen, die über kriegerische Auseinandersetzungen überall auf der Welt berichten, sondern auch den Frauen und Männern in Uniform, die nicht mit ihren Familien Ostern feiern können, weil wir sie in solche Auseinandersetzungen schicken. Ich hoffe, sie kommen bald nach Hause. Aber wichtiger noch als bald: Ich hoffe, sie kommen gesund und sicher nach Hause.</p>
<p>Ich weiß, ich neige zum Pathos. Aber manchmal muss man Dinge einfach sagen. Frohe Ostern!</p>
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		<title>Standard der Reichen</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 11:28:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>mikis</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wir sind so]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rating-Agentur Standard &#038; Poor&#8217;s hat den USA gerade eine makellose Kreditwürdigkeit bescheinigt (AAA), dabei aber angedeutet, es könnte in der Zukunft einmal so etwas wie ein Hauch eines Zweifels an der Zahlungsfähigkeit des Landes aufkommen. Mit anderen Worten: amerikanische Staatsanleihen sind heute nach Meinung von S&#038;P todsicher, werden aber möglicherweise einmal nur noch sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rating-Agentur Standard &#038; Poor&#8217;s hat den USA gerade eine makellose Kreditwürdigkeit bescheinigt (AAA), dabei aber angedeutet, es könnte in der Zukunft einmal so etwas wie ein Hauch eines Zweifels an der Zahlungsfähigkeit des Landes aufkommen. Mit anderen Worten: amerikanische Staatsanleihen sind heute nach Meinung von S&#038;P todsicher, werden aber möglicherweise einmal nur noch sehr sicher sein. Klingt langweilig? Schon, aber nur, wenn man sich für Wirtschaft interessiert. Wenn man stattdessen hauptberuflich darüber schreibt, dann kann man sich davon zu einer Menge spannender Zeilen inspirieren lassen.</p>
<p><em>Spiegel-Online</em> <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,758039,00.html">schreibt von einer &#8220;Rating-Schmach&#8221;</a>, die <em>Frankfurter Rundschau</em> kommt<a href="http://www.fr-online.de/home/analyse--letzte-chance-fuer-weltschuldenmacht-usa/-/1472778/8358466/-/index.html"> in einer so genannten Analyse</a> zu dem Schluss, die &#8220;Weltschuldenmacht&#8221; habe nur noch eine &#8220;letzte Chance&#8221;, alles überragend weiß aber vor allem die <em>FAZ</em>, was Barack Obama jetzt tun muss: <a href="http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~E5787FA932FCC4F608D80F63A87AD9DFB~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Unter der irreführenden Headline &#8220;Herabgesetzt&#8221;</a> fordert Patrick Welter, Obama müsse jetzt mal ganz schnell damit aufhören, dauernd Dinge für die Armen zu tun. </p>
<blockquote><p>Während andere Länder einen mittelfristigen Defizitabbau beschlossen und mit der Umsetzung begannen, musste in Amerika die Sanierung des Staatshaushaltes hinter großen Sozialprojekten wie der Gesundheitsreform zurückstehen. […] Die Quittung für diese Sorglosigkeit hat Obama jetzt erhalten.</p></blockquote>
<p>Obama setze auf &#8220;wundersame Einsparungen in den Sozialversicherungen&#8221; während die Republikaner &#8220;sich im Interesse des Wachstums jeglicher Steuererhöhung&#8221; verweigerten. Die Argumentation ist so derart simpel, dass es fast wehtut: Jeder Sozialstaat ist schlecht, Steuersenkungen sorgen für wirtschaftlichen Aufschwung. </p>
<p>Das allein wäre noch nicht unbedingt verwunderlich, denn natürlich ist all das schon tausendfach widerlegt, aber da jede Art von Prognose sich auf die Zukunft bezieht, mag meinetwegen jeder seine Meinung haben und mit einer Art Argumentationssimulation tarnen. Mein Problem ist ein ganz anderes: Die Empfänger der Botschaft vom schlechten Sozialstaat und der Mär von der erdrückenden Schuldenlast sitzen nämlich ganz eindeutig nicht in den USA. Wie nichtig die Nachricht über die unverändert perfekte Bewertung der USA tatsächlich ist, lässt sich nämlich sehr einfach an der Reaktion der Menschen ablesen, die tatsächlich etwas von der Materie verstehen: Gäbe es auch nur den Hauch eines Zweifels an der Kreditwürdigkeit der USA hätten die Zinsen für US-Staatsanleihen am Montag steigen müssen. Tatsächlich sind zum Beispiel die für <a href="http://finance.yahoo.com/echarts?s=%5ETNX+Interactive#chart3:symbol=^tnx;range=5d;indicator=volume;charttype=line;crosshair=on;ohlcvalues=0;logscale=on;source=undefined">10-jährige Bonds</a> gefallen. Und am Dienstag wieder. Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman <a href="http://krugman.blogs.nytimes.com/2011/04/19/poor-standards/">nennt die S&#038;P-Bewertung auf seinem Blog</a> einen &#8220;Non-Event&#8221;.</p>
<p>Das zum Anlass zu nehmen, derart abenteuerlich die Tatsache anzugreifen, dass zigmillionen US-Amerikaner zum ersten Mal eine Krankenversicherung haben, hat offenbar ein anderes Ziel. Nachdem die <a href="http://www.bild.de/politik/inland/hartz-4/hartz-iv-gipfel-bei-von-der-leyen-bildungspaket-17512772.bild.html">Hetze auf Hartz-IV-Empfänger</a> ja von der <em>Bild</em> schon wieder eröffnet wurde, bin ich gespannt, wann wir uns angeblich deren Krankenversicherung nicht mehr leisten können. </p>
<div id="fb-root"></div><script src="http://connect.facebook.net/en_US/all.js#xfbml=1"></script><!-- Do not remove --> <p><a href="http://print-wuergt.de/?flattrss_redirect&amp;id=791&amp;md5=989afe2008ae5ab33605f46389a246e2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://print-wuergt.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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