Print Würgt

Michalis Pantelouris über das Drucken von Wörtern und Bildern auf Papier für Geld

Print Würgt header image 2

Griechen und die Bild-Zeitung

März 7th, 2010 · 149 Kommentare

Es sind ein paar hundert Meter Luftlinie vom Axel-Springer-Platz in Berlin bis zur griechischen Botschaft in der Jägerstraße. Wenn man also bei der Bild-Zeitung arbeiten würde und die Aufgabe hätte, die Finanzkrise in Griechenland zu beschreiben, dann könnte man – wenn man denn verschiedene Meinungen zu den Hintergründen einholen wollte – zu Fuß hingehen. Aber man müsste nicht einmal das tun, man könnte auch anrufen. Die Botschaft hat ein Pressebüro, und der Bild-Reporter könnte sich durchstellen lassen zu dem Leiter dieses Büros. Das dauert ein paar Sekunden. Und könnte schon ein paar Dinge ins Wanken bringen, die in der Bild-Zeitung in den letzten Tagen behauptet wurden.
Der Leiter des Pressebüros der griechischen Botschaft in Berlin ist 1945 geboren, wenn es also stimmen würde, was in der Bild-Zeitung steht, dass nämlich griechische Beamte spätestens mit Mitte fünfzig in Rente gehen, dann dürfte er da gar nicht sitzen. Er würde dann seit mehr als zehn Jahren seine Rente genießen, die ja nach den Recherchen der Bild-Zeitung fast 100 Prozent seines Gehaltes ausmacht – wobei in der Bild nicht steht, dass es sich dabei nur um das Grundgehalt handelt, während das, was sie tatsächlich überwiesen bekommen, in weiten Teilen Zuschläge sind. Die Diplomaten an der Botschaft werden in Wahrheit bestenfalls 15 oder 20 Prozent ihres Gehaltes als Rente bekommen, wenn überhaupt. So wie alle diese griechischen Beamten, von denen die Bild-Zeitung und andere gerade behaupten, sie wären es, die ein winzig kleines Land am Rande Europas nah an den Ruin getrieben haben, und nicht die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten.
Wenigstens einen Dienstwagen wird man beim Presserat der Botschaft dann aber doch wenigstens vermuten dürfen, wo doch Griechenlands Beamte und Politiker angeblich die unglaubliche Zahl von 50.000 Autos unterhalten, die in der Bild immer im Zusammenhang mit den 300 Parlamentariern genannt werden, so als würde jeder von ihnen hunderte unterhalten. Aber nicht einmal das könnte man bei seinem Rechercheanruf bestätigen, denn der Leiter des Büros – der erste Ansprechpartner, den man am Telefon hätte, wenn man der Gegenseite auch nur die Chance einräumen wollte, etwas zu sagen – fährt nur seinen eigenen Kleinwagen. Einen aus deutscher Produktion.
So geht es weiter mit jedem Fakt, der da in die Welt geblasen wird, als neu oder sensationell verkauft, als Grund für die Misere. Es wird das Bild gemalt von einer Nation, die in fauler Gier anstatt zu arbeiten lieber die EU ausgenommen hat und jetzt überversorgt und fett am Strand liegt, während in Deutschland hart gearbeitet wird, um ihnen das Geld hinterher zu werfen. Natürlich braucht man keinen Nobelpreis, um zu erkennen, dass es so nicht stimmt. Man braucht gerade mal ein Gehirn.
Ich bin der Sohn eines Griechen, der während der Militärdiktatur nach Deutschland emigriert ist, und nach dem Ende der Junta in den griechischen Staatsdienst gegangen ist, weil er gelernt hat, dass Demokratie etwas ist, das man sich jeden Tag erarbeiten muss. Und ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen Menschen getroffen, der auch nur annähernd so viel arbeitet wie mein Vater. Heute liest er offene Briefe in der Bild-Zeitung, im Stern und wo nicht noch alles, in denen Journalisten Deutschland zur reichen Tante fantasieren, die jetzt aber streng mit ihrem frechen Neffen sein muss, weil der so unverantwortlich mit ihrem Geld herumwirft. Ich bin selbst Journalist und ich schäme mich, wenn ich daran denke, dass mein Vater das liest.
Aber den schlimmsten Moment hatte ich in den letzten Tagen, als ich in der Bild einen perfiden Artikel über die Frage gelesen habe: “Schuldet Deutschland Griechenland noch Reparationszahlungen aus dem Krieg?” – und natürlich zu dem Schluss kam, das wäre vertraglich alles längst geregelt. Plötzlich waren da Fakten wichtig und Zahlen. Aber hier ist noch ein Fakt, eine Tatsache, eine von mir, also einem Europäer mit einem Griechen als Vater und einer Deutschen als Mutter, einem deutschen Großvater mit einer dreistelligen NSDAP-Mitgliedsnummer und einem griechischen, der von der Gestapo im besetzten Griechenland gefoltert wurde, weil seine ältesten Söhne im Widerstand waren. Sie haben beide Tagebuch geführt. Die von meinem deutschen Opa liegen hier neben mir, gemeinsam mit seinem Ritterkreuz: Eine weinerliche Reihe von Rechtfertigungen und eine sehr genaue Buchführung über seine Ausgaben zu der Zeit. Das Tagebuch meines anderen Großvaters kenne ich nur in Auszügen: In einem großen Vater-Sohn-Moment hat mir mein Vater einmal daraus vorgelesen. Von den Misshandlungen, die er – ganz Intellektueller, der er war – ungeheuer sachlich und distanziert beschreibt.
Natürlich hat mein griechischer Großvater nie Reparation verlangt für das, was man ihm angetan hat. Es ist nie jemand dafür zur Rechenschaft gezogen worden, und er hegte offensichtlich trotzdem keinen Groll: Er schickte meinen Vater auf die Deutsche Schule in Athen. Weil es eine gute Schule war. Und weil die deutsche Kultur für ihn tiefer ging als das, was er selbst erleben musste.
Ich kann die Verachtung nicht in Worte fassen, die ich für die Kollegen mit ihren offenen Briefen empfinde, die sich ohne jede Recherche einen demütigenden Witz nach dem anderen aus den Fingern gesaugt haben, die sehenden Auges Vorurteile bis hin zum rassistischen Hass geschürt haben und die dabei nichts erreicht haben als den Zockern in den entsprechenden Investmentbanken noch ein bisschen in die Hände zu spielen.
Es ist kein Geheimnis: Mein Vater leitet das Pressebüro der griechischen Botschaft in Berlin. Ich nehme an, es ist sein letzter Posten bevor er mit 67 oder 68 endlich in Rente gehen kann.
Er hat nie und würde nie etwas Schlechtes über einen Journalisten sagen, nicht einmal mir, nicht einmal privat. Er sieht das nicht als seine Aufgabe. Stattdessen arbeitet er dafür, dass die Öffentlichkeit des Landes, in dem er gerade Dienst tut, auch die griechische Seite hört. Und ich war lange unendlich stolz darauf, dass in meiner Familie innerhalb einer Generation auf den Nazi-Opa mein Vater folgt, der das Bundesverdienstkreuz für besondere Verdienste um die deutsch-griechischen Beziehungen verliehen bekommen hat.

Aber ich bin auch Deutscher und Journalist. Und ich schäme mich. Weil ich weiß, wie einfach es gewesen wäre, ein einziges Mal anzurufen.

Tags: Wir sind so

149 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Fountedakis Eftychis. // Mrz 7, 2010 at 21:03

    Wie man sagt: Intellektuell daher sachlich und distanziert.

  • 2 Antiteilchen // Mrz 7, 2010 at 22:23

    Ich kann Dir voll und ganz zustimmen! Mir sind einige Medien in Deutschland sehr peinlich.

  • 3 fellow passenger // Mrz 7, 2010 at 22:28

    Nur weil Sie den gleichen Beruf haben, wie einige weniger berufene aber dafür besonders ungehobelte Schreiber offener Briefe, müssen sich doch nicht Sie schämen, sondern die.

  • 4 Bernd // Mrz 7, 2010 at 23:03

    Die Bild war, ist und wird wohl immer peinlich, anmaßend und verlogen sein. Leider gibt es Zeitungen, die sich von solchem anstecken lassen. Die Leser sollten lernen, aber scheinbar sind wenige bereit dazu.

  • 5 karl // Mrz 7, 2010 at 23:07

    Keine Angst, kein Grund zum Schämen: Bei der Bild arbeiten keine Journalisten, alles andere sind nur Gerüchte eben jener “Zeitung”.

  • 6 mogway55 // Mrz 7, 2010 at 23:09

    Spricht eigentlich noch jemand von den Banken, die sogar auf die Pleite von Staaten wetten. Wann nimmt die endlich einmal jemand an die Kandarre? Und wie lange wollen wir uns noch ansehen, was hier so abgeht?

  • 7 HSCHMIDT // Mrz 7, 2010 at 23:10

    was die letzten Tage aus den Redaktionsstuben dieser charakterlich verrotteten Schmierfinken abgesondert wird, übertrifft den Dreck, den man ohnehin von BILD schon gewöhnt ist, bei weitem. Hier zeigt sich wieder auf eindrucksvolle Weise, daß BILD nicht Journalismus ist, sondern Klatsch und Kloake, Stimmungsmache und Hetze. Diese Leute kollegial als Journalisten zu bezeichnen hat keine Rechtfertigung. Es sind keine Journalisten. Es sind nur Schmierfinken, die zum Zwecke der Auflagensteigerung fast jede Lüge akzeptieren und jeden Tag Millionen von Schwachköpfen die niedersten Instinkte bedienen. Als Deutscher schäme ich mich für ein Schmierblatt wie Bild und die dahinter stehenden skrupellosen Macher. Ich empfinde Ekel für Diekmanns Kolonnen.

  • 8 secret service // Mrz 7, 2010 at 23:12

    Die peinliche Hetze der “Bild”-Zeitung ist so schamlos, daß man sich, sofern man sich im Spiegel noch selber in die Augen sehen will, nur von dieser “Zeitung” distanzieren kann, und das zu jeder Zeit. Zum Glück gehen die Auflagenzahlen kontinuierlich runter.

  • 9 Norman // Mrz 7, 2010 at 23:15

    Die Bild-Zeitung schlägt seit eh und je Kapital aus dem Schüren von Angst, Missgunst und Hass. Sie adressiert die niedrigsten Instinkte der breiten Masse. Die EU ist eine wirtschaftliche Gemeinschaft sehr unterschiedlicher Staaten. Dabei zählt nicht nur in guten Zeiten voneinander zu profitieren sondern auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten. Deutschland hat mit seiner hohen Neuverschuldung überhaupt keinen Grund auf andere zu zeigen. Diese Probleme sind hausgemacht und haben mit anderen europäischen Ländern nichts zu tun. Griechenland bei Bedarf zu unterstützen wird dem Land nicht schaden, es wird der Gemeinschaft nützen.

  • 10 RC // Mrz 7, 2010 at 23:26

    Nur weil Sie den gleichen Beruf haben, wie einige weniger berufene aber dafür besonders ungehobelte Schreiber offener Briefe, müssen sich doch nicht Sie schämen, sondern die.

    Absolut, ja.

  • 11 Stormheart // Mrz 7, 2010 at 23:27

    Ich möchte dem Artikel aus voller Überzeugung zustimmen. Ich kann ihren Zorn nachvollziehen. Es ist die gleiche Art von Zorn und Ohnmacht die einen überkommt wenn andere Bevölkerungsgruppen (Hartz 4 Empfänger, Türken, Kurden etc.) fertig gemacht werden ohne vorher auch nur einen Fakt angetragen zu haben. Presse Agenturen wie der Springer Verlag schaden Deutschland und ich schäme mich stämmiger eines Volks zu sein in dem diese “Zeitung” die höchste Verkaufsauflage hat.

  • 12 unknown // Mrz 7, 2010 at 23:36

    “Aber ich bin auch Deutscher und Journalist. Und ich schäme mich. Weil ich weiß, wie einfach es gewesen wäre, ein einziges Mal anzurufen.”

    naiv wer denkt, es wäre eine frage des wollens gewesen.

  • 13 Thorsten // Mrz 7, 2010 at 23:45

    Hat es vielleicht auch etwas damit zu tun, das Bild Chef Dieckmann sein Adäquat in der Türkei als engen Freund sieht? Gemeinsam hetzt es sich leichter…

  • 14 T. Zett // Mrz 7, 2010 at 23:46

    Ich möchte mich dem Kommentar von HSchmidt #7 anschliessen. Nur das ich mich nicht schäme oder Ekel empfinde. Ich betrachte die Bild als Teil unserer Demokratie und ignoriere sie. Ich wünsche mir, Sie und Ihr Vater können das auch.

  • 15 sweetHearter // Mrz 7, 2010 at 23:53

    soweit – so schlecht. Sollte es nicht trotzdem einen Teil 2 zu diesem Beitrag geben? Ist tatsächlich nichts faul im Staate Griechenland?

  • 16 Marcus Berger // Mrz 7, 2010 at 23:53

    D A N K E !!!Mein Wochenende ist gerettet. Genau solch einen Artikel habe ich gebraucht. Herz, Ehre und Verstand ist durch nichts zu ersetzen. Das sollten sich auch die sogenannten Journalisten/Nutten fragen welche täglich ihre Seele verkaufen und entsprechende Artikel ohne Nachfragen/Recherche verbreiten. Von Gewissen fang ich jetzt vorsichtshalber nicht an. Abartig. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Mensch bleiben ;-)

  • 17 freiwild // Mrz 7, 2010 at 23:54

    “Bild” war schon immer ekelhaft. Aber dass sie unter Chefredakteur Diekmann zusätzlich auch immer mehr offenen Nationalismus betreibt (was wohl unter Axel Cäsar noch nicht möglich gewesen wäre, man war schließlich anständiger Konservativer), treibt mir immer wieder das Essen hoch.

    Und vor allem dieses Wechselspiel mit den Pressen in den jeweiligen Ländern. Jetzt geben sich konservative Blätter in Griechenland und Deutschland gegenseitig Vorlagen, auf “die Griechen” (hier) oder “die Deutschen” (dort) einzudreschen; entweder weil sie tatsächlich so denken, oder weil sie sich davon Auflage versprechen; und ich weiß nicht, was von beidem ich eigentlich schlimmer finden soll. Und wahrscheinlich ist es den BILDmachern egal, welche Geister sie mit ihrer schwarz-weiß-(roten) Darstellung rufen. Und natürlich lassen die die entsprechenden Parteien hier und dort gleich auf das Spiel ein: die CDU will, das Griechenland Inseln verkauft, die Nea Demokratia die Reparationsfrage neu aufrollen.

    Sonst ist die BILD vor allem geübt im gegenseitigen Aufhetzen mit Muslimen (weil die für BILD eh ein guten Feinbild abliefern) und mit den Briten, weil die dortige Boulevardzeitungslandschaft für jeden Pingpong-Hetzanlass dankbar ist. Und natürlich mit Polen, da besitzt man praktischerweise mit “Fakt” gleich das dortige intellektuelle Gegenstück zur Bild und kann die Rivalität daher voll kontrolliert auf beiden Seiten hochschreiben, um sich anschließend in den Artikeln hinter “den Polen” und “den Deutschen” zu verstecken. Wahrscheinlich ist es das, was Springer-Vorstand Döpfner von gesellschaftlicher Verantwortung spricht. Die Verantwortung der Gesellschaft, sich von solchen Eskapaden ihrer Presselandschaft frei zu machen.

    Die einzige Lösung, die mir einfällt: die BILD links liegen lassen, und der STERN gleich mit. Die Relevanz dieser Blätter ist eine selbstproduzierende Chimäre: sie sind nur solange wichtig, wie wir annehmen, dass sie wichtig sind. Wenn wir Diekmann und Co aber in der rechten Ecke stehen lassen und ignorieren, selbst wenn sie tanzen und brüllen wie ein Rumpelstilzchen, können wir uns wirklich freier fühlen.

  • 18 mikis // Mrz 7, 2010 at 23:56

    @sweetHearter: Ich hatte den Eindruck, der Staat Griechenland ist in der Medienlandschaft durchaus auch schon faul dargestellt worden.

  • 19 R L // Mrz 8, 2010 at 00:07

    Der Artikel geht zu Herzen und drückt auf seine melancholische Art und Weise die tiefe Traurigkeit aus, die jeder Deutsche empfinden sollte angesichts dessen, was die Springer-Presse (und andere) da veranstaltet.

    Vielen Dank Herr Pantelouris, Sie haben mich ein wenig zu rühren vermocht in einer Thematik, die sonst nirgendwo ein weiches Herz zu dulden scheint.

    Mit freundlichem Gruß
    R L

  • 20 Leser // Mrz 8, 2010 at 00:09

    Alles schön wahr, alles schön beobachtet.

    Leider wird uns das Medium “BILD” noch einige Jahre erhalten bleiben. Leider werden Mitarbeiter dieses Machwerkes auch bei anderen Medien unterkommen und dort ihr Gift wissendlich und/oder unwissentlich verbreiten.

    Mag die Auflage der “BILD” auch fallen, sie ist immer noch ein Blatt, dass Meinung macht.

    Und Sex, Hass und Neid machen immer noch nen guten Euro. Einen sehr viel besseren als die Wahrheit oder eine ausgewogene Berichterstattung.

    btw. Frau Merkel hat mal eben 100.000.000.000 Euro in eine 10 Mio. Eigenkapitalbank gepumpt um ein Loch von 640.000.000.000 Euro notdürftig abzudecken. Dafür hat die gute Frau mal eben 80.000.000.000 Euro Nettokrditneuverschuldung des Bundes in Kauf genommen. Nach das macht den Kuchen auch nicht fetter ist er doch inzwischen so bei 3.500.000.000.000 Euro angelangt.

    Hätten die Tinttenkleckser der “Bild” für jede Lüge, Halbwahrheit, Hetze und jeden Verstoß gegen ihre eigenen Grundsätze auch nur 10 Euro in die Staatsschuldenkasse gelegt, dann hätte Deutschland heute keine Schulden mehr und ein Möglichkeit Fisch zu verpacken weniger.

  • 21 Hyde // Mrz 8, 2010 at 00:11

    Danke, dass das endlich mal jemand ausspricht. Kritik ist die eine Seite der Medaille, Hetze gegen ein ganzes Volk ist absolut dreckiges Niveau. Es ist ja nicht so, dass wir in Deutschland keine Probleme haben, aber einige, insbesondere die Bild-Zeitung, treten gerne als Mutter Theresa auf, wenn es denn Auflage bringt. Ich kann mich nicht schämen, da ich zu solcher Berichterstattung keinerlei Bezug habe und es auch leider nicht in meiner Verantwortung liegt diese zu ändern, aber es bestätigt mich wieder einmal, dass ein Teil der Medienkultur sich vom Journalismus abgewandt hat.
    Bleibt nur die, wie Sie mit Ihrem mitnehmenden Blogeintrag, zu unterstützen. Danke.

  • 22 david // Mrz 8, 2010 at 00:28

    ach wenn es nur die BLÖD wär … aber spiegel, zeit etc. benehmen sich ja nicht gerade besser. allein bei johann hari habe ich den hinweis auf die möglichkeit einer etwas differenzierteren darstellung gelesen, aber das war es auch schon. ruhig schläft, wer wenig denkt.

  • 23 Alexander // Mrz 8, 2010 at 01:00

    Es ist ja nun nicht so, dass nur BILD über Früh-Pensionierungen und Schlendrian in Griechenland berichtet. Ganz ähnliche Geschichten laufen doch auch bei Spiegel TV. Ist es da nicht vielleicht etwas, gelinde gesagt, etwas einseitig, jetzt wieder die Anti-Springer-Keule rauszuholen?

  • 24 Einsiedlerkrebs // Mrz 8, 2010 at 03:08

    Ich hoffe immer, dass die Beziehungen zwischen den Ländern immer besser wird und die Gesellschaften zusammenwachsen und die Staatsgrenzen, zumindest im Kopf, sich langsam auflösen. Politiker und die Medien schaffen es aber dann immer wieder, die Beziehungen zu zerstören.
    Die Bildzeitung hat schon zu viel zerstört … ich schaue da jetzt auch nicht mehr zu.

  • 25 Andreas Huut // Mrz 8, 2010 at 03:32

    Schöner Artikel! genau wegen der Bild-Hetze und anderem Schwachfug, bin ich für Schaffung einer 4. Gewalt im Staate – der Mediative. 5 Euro Verdummungssteuer auf jede Ausgabe der Bild und niemand liests mehr ;) .

  • 26 Earendil // Mrz 8, 2010 at 06:17

    Danke,
    dass Sie hier aufschreien. Danke, das sie diese Zeitung lesen, die, obwohl ihre Unseriosität (siehe z.B. Bildblog) ja jedem einigermaßen gebildeten Deutschen im Grunde klar sein solltem, die in Deutschland vorherrschende Meinung stets beeinflusst. Gut, das sie ihren Schmerz hier veröffentlichen, um dem entgegenzuwirken. Gut, wie Sie mit den Gefühlen ihrer Leser spielen, die jedoch vermutlich sowieso schon zu denen gehören, die sich über ein Thema in einer Vernünftigen Zeitung informieren.

  • 27 Rotwolf // Mrz 8, 2010 at 07:34

    Die tägliche Absonderung der Bild-Redaktion als “Zeitung” zu bezeichnen, mag ja noch als Euphemismus durchgehen, aber die kühne These, dass dort Journalisten arbeiten würden, ist des Guten doch zu viel. Schämen müssen sich weder Sie noch das griechische Volk, sondern alle Leser, die die Existenz dieses Schmierenblättchens ermöglichen.

  • 28 bug007 // Mrz 8, 2010 at 07:54

    Danke für diesen Artikel!

    Mittlerweile sollte zwar jeder wissen, dass in der BLÖD nur Panik und Unwahrheiten verbreitet werden. Aber leider werden die Stammtischbrüder, denen ein bißchen Bildung wirklich gut tun würde, auch weiterhin nur die BLÖD lesen udn alles für bare Münze nehmen.

    @ Andreas Huut
    Denkbar wäre auch ein Schulfach (und wenn es auch nur ein Jahr unterrichtet wird) mit kompetenten (!) Lehrern, die Medien und ihre gegenseitige Verflechtungen und die daraus resultierenden Schlagzeilen den Kids nähre bringen.

    @all
    Hat die BLÖD eigentlich eine Dependence-Zeitung in Griechenland? Ähnlich wie in Polen die Blick(?) “Axel Springer Polska Sp.z o.o.” [siehe wikipedia oder http://www.bildblog.de/familie.html
    Dann wäre es ja kein Wunder, die Nationen aufzuwiegeln :-( Denn das sieht man ja zB vor jedem Fussballspiel gegen Polen.

  • 29 Aki // Mrz 8, 2010 at 08:02

    Großes Lob Herr Pantelouris! Eine zwar emotional aufgeladene und sehr bewegende, jedoch in den Fakten nüchterne Darstellung des Problems.
    Die Skrupellosigkeit der Bild-Redaktion ist hinlänglich bekannt, Sorgen macht mir, dass diese Methoden hier zu Lande noch immer auf solch fruchtbaren Boden fallen. Wie bereits angedeutet wurde, muss eine stabile demokratische Gesellschaftsordnung auch solche Einflüsse ertragen können, vielmehr ist der Adressat gefragt ein Thema kritisch zu prüfen, ehe er es unhinterfragt als “seine” Meinung übernimmt! Wenn mir ein musikalisches Zitat gestattet ist: “…und singt der Chor der Blöden…”

  • 30 Peter // Mrz 8, 2010 at 08:03

    Mit diesem brillanten und bewegenden, sachlichen und persönlichen Artikel hat sich dieses Blog, das ich seit einiger Zeit lese, den Titel “aktuelles Lieblingsblog” verdient. Dieser Artikel müsste zur Pflichtlektüre aller werden, die ihre Klappe so selbstgerecht weit aufreißen. Fremdschämen macht zwar nie Sinn aber es passiert einfach und zeigt, in welches Dilemma einen Zugehörigkeiten zu Berufsgruppen oder Nationalitäten bringen können, wenn man mit dieser Zugehörigkeit nicht gleichzeitig Herz und Hirn abgibt.
    Vielen Dank für diesen Artikel.

  • 31 Florian // Mrz 8, 2010 at 08:04

    Interessant wäre es wenn die Frage der Kriegsentschädigungen tatsächlich nochmal aufgerollt würde. Welchen Bärendienst die BILD dann dem deutschen Staat erwiesen hätte.
    Falls Sie einen weiteren Teil schreiben, könnten Sie ja auch auf diesen Teil der BILD eingehen, der lässt sich dank Zahlen und Fakten (?) im Zweifel sogar widerlegen. :)

  • 32 Beobachter // Mrz 8, 2010 at 08:12

    Die Bild ist nur ein Ausdruck der Dummheit. Lasst uns daran arbeiten unseren Kindern die Fähigkeit zu vermitteln über den Tellerrand hinaus zu blicken.

    ‘Wo nur das ICH zählt bist DU mein FEIND.
    Erst wenn WIR sein können, bist DU mein FREUND.’

    ==============

    Andererseits: Frag’ mal einen gewöhnlichen Bild-Leser, ob er das was in der Bild steht, glaubt. (Sofern du ihn in einem intellektuell aktiven Moment erwischt.)

    Obwohl: Das machst es auch nicht besser. Denn die Bild hetzt auf unterstem, nichts desto trotz subtilem Niveau. Da bleibt schnell ein emotionaler Rest übrig. Das macht sie so verwerflich.

    @ Alexander: Auch wenn andere die gleiche unverantwortliche Hetze betrieben, ist das keine Entschuldigung für die Bild. Die Printmedien sehen alle ihre Auflagen schrumpfen, daher versuchen sie jetzt neue Käuferschichten zu erreichen. Da nimmt man auch Bild-Leser.

  • 33 Georgios // Mrz 8, 2010 at 08:32

    Darf ich mich anschließen? Mein Brief an deutsche Medien:

    Ich schäme mich und zwar doppelt.

    Ich schäme mich als in Deutschland geborener Grieche für das, was zurzeit in meiner zweiten Heimat los ist. Ich schäme mich dafür, dass in Griechenland Steuerzahlen nur eine Angelegenheit für diejenigen ist, die eh nicht viel haben – weder an Geld noch an Vitamin B. Ich schäme mich in Griechenland jedes Mal dafür, wenn ich an der Kasse nur auf Nachfrage eine Quittung bekommen. Ich schäme mich dafür, dass Griechenland am Rande der Staatspleite steht.

    Als eingebürgerter Deutscher griechischer Herkunft schäme ich mich aber inzwischen mindestens genauso für das Land, in dem ich geboren und aufgewachsen bin. Genauer gesagt, schäme ich mich für die deutschen Medien, für die tägliche Berichterstattung – nennen wir es mal so – in deutschen Zeitungen, im Radio und im Fernsehen. Und ich schäme mich nicht nur, sondern ich entwickle allmählich eine regelrechte Wut, wenn ich morgens nur die Zeitung aufschlage.

    Anfangs, als der griechische Staatsbankrott gerade bekannt geworden war, war die Berichterstattung vor allem von Versuchen geprägt, die Lage zu verstehen. Was ist da los in Griechenland? Wie konnten die sich in so eine Lage manövrieren? Was gilt es nun zu tun? Was vor allem müssen die Griechen tun, um aus der selbstverschuldeten Krise wieder herauszukommen? Zu der Zeit konnte ich den Hohn und Spott von Freunden und Kollegen noch gut vertragen: Hey Grieche, was kostet eine Insel gerade bei Euch? Gibt’s doch jetzt im Sonderangebot! Haha, ganz lustig war das noch – anfangs.

    Aus dieser netten Fopperei ist inzwischen erschreckender Ernst geworden. Deutsche Politiker und Zeitungen fordern unisono Griechenland auf, seine Inseln gegen Bares zu verkaufen. Von den Einnahmen sollen die Schulden abbezahlt werden. Willst Du Kohle, gib mir Korfu, kreischt die Bild-Zeitung heute.

    Und da wundert man sich hier, wenn den Griechen in Griechenland so etwas übel aufstößt? Viele denken bei solchen und ähnlichen deutschen Plünderphantasien: Was ihr im Zweiten Weltkrieg nicht geschafft habt, holt ihr Euch jetzt auf diese Art. Ja, diese Gedanken kommen vielen Griechen unweigerlich in den Sinn, wenn die Deutschen ihnen mal wieder befehlen, wo es lang geht. Wenn die Deutschen vor Überheblichkeit, Besserwisserei und Selbstgerechtigkeit mal wieder aus allen Nähten platzen.

    Tut mir leid, aber für solche Assoziationen habe ich diesmal sogar Verständnis. Zumal die Berichterstattung in den meisten Zeitungen – unabhängig von dem kübelweise ausgeschütteten Hohn und Spott – einseitig und oft sogar schlichtweg falsch ist. Man muss schon suchen, um auch andere Einschätzungen der Lage zu erhalten.

    Ein Beispiel aus einem Proseminar in Politikwissenschaft vor mehreren Jahren: Griechenland ist 1981 in die EG im Rahmen der Süderweiterung gemeinsam mit Spanien und Portugal aufgenommen worden. Ziel war es, die jungen Demokratien politisch zu stabilisieren. Die wirtschaftliche Schwäche der Südländer wurde damals billigend in Kauf genommen.

    Ein Effekt der ökonomisch ungleichen Mitgliedschaft: Griechenland wird bis heute mit Waren aus Deutschland überschwemmt. Das Außenhandelsdefizit gegenüber Deutschland liegt Jahr für Jahr im zweistelligen Milliardenbereich. Deutschland verdient also ganz gut daran, dass Länder wie Griechenland wirtschaftlich schwächer sind und keine Zölle erheben.

    Die Folgen: Viele Betriebe in Griechenland konnten nicht mit den deutschen Unternehmen konkurrieren, sie wurden vom Markt gefegt, Hunderttausende wurden arbeitslos. Als Ausgleich gab es Milliarden aus europäischen Strukturfonds. Das Geld wurde nicht selten veruntreut, ja regelrecht verschwendet. Das ist wahr. Aber ein Großteil wurde in Straßen, Flughäfen und in den Tourismus investiert. Letztlich auch zum Wohl deutscher Urlauber.

    Apropos Urlaub: Ihr Deutschen kommt doch immer so gerne nach Griechenland, Sonne tanken, Souvlaki essen und Sirtaki tanzen. Ich dachte immer, Ihr mögt meine zweite Heimat. Umso weniger verstehe ich, woher auf einmal dieser Zynismus, dieser Hohn und Spott, ja sogar diese Schadenfreude herrühren.

  • 34 westernworld // Mrz 8, 2010 at 08:36

    das die bildzeitung ein revolverblatt ist bei dem bestenfalls das datum ungeprüft geglaubt werden kann ist keine neuigkeit und die von ihnen getroffenen aussagen hinsichtlich der sachlichen fehler in der berichterstattung sind sicherlich zutreffend.

    das die griechischen probleme aber nicht primär eine folge der wirtschaftskrise, sondern der endemischen korruption und des in folge von welt- und bürgerkrieg für griechenland geradezu konstitutiven links/rechts klientilismus sind, verschweigen sie geflissentlich.

    wäre ja auch unschön und würde die mär vom unschuldigen opferlamm griechenland trüben.

  • 35 G. Eigenkast // Mrz 8, 2010 at 08:38

    Als ehemaliger Lehrling in der Druckvorstufe des Axel-Springer Verlags fasse ich die BILD-Zeitung nicht mal mit Spitzen Fingern an. Weder als zum Feierabend frei ausliegendes Mitarbeiterexemplar noch später, zerlesen in der S-Bahn, oder gar, gegen Geld am Kiosk. Und das ist ganz einfach. Bei mir funktioniert das schon seit über 30 Jahren.
    Wenn doch mehr diesen Dreck einfach ignorieren würden – auch den Sportteil, übrigens.

  • 36 mikis // Mrz 8, 2010 at 08:38

    Danke.

  • 37 recipient // Mrz 8, 2010 at 08:40

    Die Verachtung teile ich (auch ohne persönlich betroffen zu sein). Fremdschämen hingegen lehne ich ab. Wär’ ja noch schöner.

  • 38 Paula // Mrz 8, 2010 at 08:46

    “Heute liest er offene Briefe in der Bild-Zeitung, im Stern und wo nicht noch alles, in denen Journalisten Deutschland zur reichen Tante fantasieren, die jetzt aber streng mit ihrem frechen Neffen sein muss, weil der so unverantwortlich mit ihrem Geld herumwirft.”

    Herzlichen Dank allein für diesen Satz, der eben leider Gottes nicht nur die “Meinung” (wollen wir die Äußerungen trotz des Fehlens jeglicher Reflexion und Hintergrundrecherche, ohne Überprüfung und Nachhaken, ohne Anwendung emotionaler oder kognitiver Intelligenz einmal so nennen) der BILD oder des Stern widerspiegelt. Immer wieder grummelte mein Magen, wenn erst unser unsägliche Außenminister wiederholt davon sprach, Griechenland müsse “seine Hausaufgaben machen” und unsere Kanzlerin das dann in einem Interview übernahm. Diese edukative Arroganz von Menschen, die einer guten Schulbildung zwar auf der CeBIT nachforschen, aber konkret lieber über die Mehrwertsteuer für Hoteliers diskutieren, ist unerträglich.

  • 39 Alfons Huber // Mrz 8, 2010 at 09:10

    Bild hin und Bild her, es stimmt also nicht, daß sich die Griechen den Euro durch Betrug erschlichen haben? Es ist aber auch richtig, daß EU und die deutschen Verantwortlichen das nicht bemerkten. Es geht also nicht an, nur den Betrüger an den Pranger zu stellen, es gehört noch mehr dazu die Versager zu nennen, die das nicht merkten. Wenn Frieda ihre Busenfreundin mal an diesen medialen Pranger stellen würde, das wäre mal was. Ich würde dann sogar die Bildzeitung kaufen. Ansonsten liefert auch dieser Blog-Beitrag nur mal wieder die politisch korrekte Langweile: “Mein Opa war Nazi, mein Papa anständig (weil Grieche) und erhielt sogar das Bundesverdienstkreuz und ich schäme mich natürlich als Deutscher.” Mein Gott Walter, wie jämmerlich?

  • 40 Kai // Mrz 8, 2010 at 09:15

    Lieber Michalis Pantelouris,

    ich kann Ihnen und Ihrem Vater versichern: das was BILD druckt gibt – meiner Meinung nach – nicht die Meinung der bundesdeutschen Bevölkerung wieder.

    Vielen Dank für Ihren Artikel! Gern mehr davon!

  • 41 ralfi // Mrz 8, 2010 at 09:17

    Herzlichen Dank für diesen in jeder Hinsicht tollen Artikel. Wirklich schlimm ist aber, dass dieses Zentralorgan der Intelligenz-Amöben so viele Deutsche täglich kaufen und mindestens nochmal so viele lesen. Auch wenn ich das Gut der Presse- und Meinungsfreiheit für eines der Wichtigsten unserer Gesellschaft halte.

  • 42 rlafi // Mrz 8, 2010 at 09:24

    Es geht nicht um die berechtigte Kritik am Finanzgebaren der in Griechenland Verantwortlichen. Es geht um die täglichen widerwärtigen Absonderungen dieses Zentralorgans der Intelligenz-Amöben. Und besonders beschämend ist, wie viele Deutsch diesen Müll täglich kaufen und mindestens nochmal so viel die ihn lesen.

  • 43 Alfons Huber // Mrz 8, 2010 at 09:25

    Nachtrag, damit keine Mißverständnisse aufkommen, ich mag die Griechen. Sie sind uns sehr nah. Und auch mein Vater war als 18 Jähriger in Griechenland und bekam dort den “Heimatschuß”, dazu handelte er sich eine schwere Malaria ein (das gab es noch dort im 2. Weltkrieg). Er schwärmt noch heute im hohen Alter von Griechenland und seinen Menschen.

  • 44 Siegfried // Mrz 8, 2010 at 09:35

    Naja, mal ehrlich: Wer in aller Welt erwartet den allen Ernstes von der Bild Sowas wie Journalismus?

    Es gibt einen recht gut definierbaren personenkreis, der ursächlich verantwortlich ist für die Wirtschaftskrise. Aber es liegt natürlich nicht im Interesse dieser leistungsträger, erkannt zu werden. Deshalb wird schnell davon abgelenkt, was sich diese Leistungsträger da geleistet haben und schon wieder leisten. Und am Einfachsten geht das, wenn man mit dem Finger auf Andere zeigt und behauptet, “die da” wären schuld. Und man findet immer “die da”. Seien es nun Hartz4 Empfänger, Muslime, Polen oder eben jetzt Griechen. Hauptsache “die da”, um nur ja Etwas zu haben, womit man den Blick auf die Schuldigen verstellen kann.

    Bild – Die Zeitung der Leistungsträger gegen die Opfer. Damit wir uns die Leistungsträger möglichst lange leisten.

    Und wenn uns dann die nächste Leistungsträgerverursachte Krise beutelt, dann wird Bild uns schon zeigen, wer die Schuldigen sind: Die Hatzt4 Empfänger, weil sie derartig faul waren, dass sie deswegen ihren Job verloren haben. Die Eltern, weil sie die Kinder nur in die Welt setzen, um vom Kindergeld ohne einen Finger zu krümmen im Luxus leben wollen. Die Arbeiter, weil sie so unverschämt sind, zu glauben, dass sie von ihrem Gehalt auch noch leben können sollten. Schon mal was von Wettbewerbsfähigkeit gehört? Und wenn all das nicht mehr reicht, dann werden eben ein paar Ausländer rangekarrt und als Schuldige an den Pranger gestellt. Das hat Methode. Und das geht schon lange so.

  • 45 Nigredo // Mrz 8, 2010 at 09:54

    Ich persönlich halte die Aufregung über BILD grundsätzlich für überflüssig, immerhin reden wir hier über ein dümmliches Schmutzblatt mit seinem kleinen Leserkreis loyaler Perverser.
    Die Reichweiten, die die BILD hat, basieren doch vor allem auf der Aufregung über BILD (oder in einer Art ironischen Diskurs a la “Ich lese die BILD, um drüber zu lachen”); kaum jemand nimmt die (hoffentlich) ernst.
    Würde ich den BILDblog nicht lesen, wüsste ich gar nicht, was diese Schmutzfinken so schreiben, könnte mir allenfalls vorstellen, was Deutschlands degenerierte Stammtische sich derzeit über Griechenland zusammenreimen.

    Ich verstehe, dass sie sich gekränkt fühlen, dass sie sich gar schämen, aber das sind die einfach nicht wert. Wenn man anfängt sich über die BILD aufzuregen, wird man nie wieder Zeit für irgendetwas anderes haben…

  • 46 Olli // Mrz 8, 2010 at 09:55

    @Alfons Huber:
    Ich finde, man darf zwei Dinge nicht vermischen. Zum einen gibt es das, was in Griechenland schiefgelaufen ist und nebenbei bemerkt so manches, was hierzulande auch nicht zum Vorbild für andere taugt (Mehrwertsteuer für Hoteliers, Kölner U-Bahn).
    Und zum anderen das, was “Bild” und selbstgefällige Politiker daraus machen. Das ist keine (berechtigte und notwendige) Kritik an Mißständen, das ist einfach nur unsachliche und scheinheilige Stimmungsmache.

    Und als weiteren Punkt:
    Wieso muß ich gerade an Klinsmann denken?

  • 47 steinschn // Mrz 8, 2010 at 10:02

    Diese Art der Bild und anderer aufmerksamkeitserheischender und geldgieriger (Boulevard-)Presse ist immer wieder beschämend und teilweise auch gefährlich. Dieses Beispiel zeigt dies wieder mal zu deutlich. Der Auftrag, die Bevölkerung sachlich, vorurteilsfrei und möglichst Korrekt zu informieren, wird aufs schändlichste ausgenutzt, um die unbedarfte Leserschaft, die oft nur wenig eigenen Antrieb hat sich anderweitig zu informieren, mit seinen eigenen hetzerischen und Ansichten zu überzeugen und so viel Geld wie möglich daraus zu schlagen.

    Ich schäme mich dafür, dass solch unseriöse Medien so viel Macht über uns haben, nicht nur hier zu Lande. Ich schäme mich dafür, dass ich selbst nicht immer ausreichend informiert bin, um den Schwindel hinter vielen dieser Artikel zu erkennen. Obwohl ich erst Anfang/Mitte 20 bin, habe ich das Vertrauen in den Journalismus und viele informierende Medien größtenteils (wahrscheinlich unwiederruflich) verloren.

  • 48 gnoffo // Mrz 8, 2010 at 10:10

    eine frage des wollens, richtig. bild dir deine meinung hat eine leerstelle, es suggeriert man könne sich seine meinung bilden, wenn man dieses blatt liest. aber bild bildet keine meinung ab, bild MACHT dir deine meinung.

  • 49 Ein Leser // Mrz 8, 2010 at 10:13

    schade dass die BILD so viele Leser hat und du so wenige…

  • 50 mikis // Mrz 8, 2010 at 10:17

    Aber meine sind irgendwie besser.

  • 51 Isabella // Mrz 8, 2010 at 10:32

    Sehr scharfsinniger Beitrag! Und spricht mir aus der Seele… Leider gibt es hierzulande viel zu wenige Leute, die wirklich wissen, was in Griechenland so vor sich geht – aber den wenigen, die ich kenne, habe ich den Link gleich weitergeschickt :-) Evxaristw.

  • 52 Aleks // Mrz 8, 2010 at 11:05

    Macht euch keine Sorgen… Wenn an der Karmageschichte was dran ist, haben all diese “Schreiberlinge” ein sehr einfaches nächstes Leben.
    Ihre Befähigung als Kakerlake existieren zu können, beweisen sie ja immer wieder auf’s Neue…

  • 53 Tom // Mrz 8, 2010 at 11:08

    Thumbs up!

  • 54 Paul Z. // Mrz 8, 2010 at 11:14

    Es ist traurig, in der deutschen”Presse”, wenn man es so nennen darf, so ein Schwachsinn, und das über mehere Tagen hinweg, lesen zu müssen. Un das so Leute sich auch noch Journalisten nennen ist umso schlimm.

    Man verbietet Gewalt in Filmen/Computerspielen aber man erlaubt MassenVerblödung durch die Medien. Das schlimme dabei ist das es Leute gibt die das lesen und auch noch glauben.

    Ich finde es sehr Ehrenhaft das sie den Umständen ensprechend in ihrer Antwort so zurückhaltend sind und das sie die Leute mit Fakten informieren.

    Leider gibt es die “Zeitung” auch in unserem Land.

    MFG au Luxemburg,

  • 55 Jeeves // Mrz 8, 2010 at 11:37

    Ist das ein Trost? Sicher nein, aber:
    Dieses Drecksblatt macht das nicht nur mit Griechenland und nicht erst seit gestern.

  • 56 Diekster // Mrz 8, 2010 at 11:56

    Schön! Danke!
    Endlich kümmert sich jemand um die schmierigen Hetzer aus dem Rektum des Landes.
    Immer wenns für BILD & Friends eng wird, greifen sie irgendwelche Gruppierungen an und bedienen niedrigste Instinkte ihrer Deppen- Zielgruppe.

  • 57 Daniel // Mrz 8, 2010 at 11:57

    Es ist geradezu typisch für die Deutschen derart überheblich zu sein und über eigene Unzulänglichkeiten hinwegzusehen, in dem man die Fehler stets bei anderen sucht.

    Leider führte diese typisch Deutsche Eigenheit nicht nur zu solchen “Lapalien” wie der Hetze gegen Griechenland. Und dennoch ist das schon schlimm genug.

    Ach ja. Ich bin Deutsch.

  • 58 albert // Mrz 8, 2010 at 11:57

    Es würde mich nicht wundern, wenn die Bild-Zeitung in Griechenland ebenfalls einen Verlag gekauft hätte, der im Grunde das gleiche gegen die Deutschen schreibt.

    Imho machen die das so in Polen und noch einigen anderen europäischen Ländern. Umso größer die Schlagzeile umso größer die Verkaufszahlen.

  • 59 Dr. No // Mrz 8, 2010 at 12:14

    Das Schlimme ist: Ich habe in meiner Jugend auf dem Land zigfach erlebt, dass genau diese Schiene – der deutsche Malocher, der jeden Tag früh aufsteht und schaffen geht, während der Ausländer an sich faul ist und nichts gebacken kriegt – immer wieder ihr Ziel erreicht. Nichts tut dem frustrierten Proletenherz so gut wie von der einzigen “Zeitung”, die er konsumiert, bestätigt zu bekommen, dass er – bei aller Härte seines Daseins – immer noch mehr wert ist als “der Grieche”, “der Türke”, “der Portugiese” etc. Ich habe Stammtischpredigten mitbekommen, über die ich heute noch kotzen könnte.

    Ich glaube nicht, dass der in den Comments mehrfach vorgeschlagene Weg, die “Bild” zu ignorieren, sinnvoll ist. Sie hat nunmal nach wie vor Einfluss auf nicht unwesentliche Teile der Bevölkerung.
    Ein Medium, dass sich tagtäglich der Volksverhetzung schuldig macht, sollte man nicht ignorieren, sondern jeden Tag aufs neue kritisieren – bis die Leute, die dem chauvinistischen Giftmüllkonzern namens Springer immer noch ihr Geld in den Rachen werfen, es endlich kapieren.

  • 60 simone // Mrz 8, 2010 at 13:08

    in jedem land gibt es eine bild. aber – eine utopie: wenn ich könig von deutschland wär… ich würd boulevard-presse komplett verbieten. ich weiß nicht ob es irgendein land gibt in dem das der fall ist, und wenn “mein” land das erste wär, ich würds machen. manchmal geb ich mich für einen moment solchen phantastereien hin.. besonders natürlich in tagen wie diesen, wo besonders eklig gehetzt wird gegen griechen, arme menschen, wen-auch-immer. leider nur eine utopie.

  • 61 Jan Babour // Mrz 8, 2010 at 13:12

    dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen aber: “ihr griecht nix von uns” ist ja wohl genial^^

  • 62 Jörg Kremer // Mrz 8, 2010 at 13:19

    Warum wundern wir uns immer wieder über solche Ereignisse. Wechselseitig schauen die Länder mit Hohn, Spott und Schadenfreude auf einander.

    Die Presse, weil alle nur noch Betroffenheits- und Sensationspresse wahrnehmen, greift das auf und eskaliert die Themen. Und warum? Weil die Masse diese Medien kauft, liest, klickt, würdigt.

    Indem wir hier schon wieder zu Recht ausgiebig darüber kommunizierten, spielt man dieser Presse schon wieder in die gierigen Hände. Denn jeder, der hier schreibt, hat diese Medien konsumiert. Sonst könnte man sich nicht wirklich ein Bild davon machen.

    Totschweigen und nicht kaufen, wäre am effektivsten. Dann würde man uns aber den Vorwurf machen, solches Treiben unkritisch zu akzeptieren. Das wollen wir uns grundsätzlich und aus historischen Gründen nicht vorwerfen lassen.

    Es ist nicht leicht, dem Treiben ein Ende zu bereiten.

    Wir müssen sogar dankbar sein, dass wir in einem Land leben, wo wir alle, jede Presse und jeder Mensch alles sagen, schreiben, gut oder schlecht finden dürfen.

    Und wie wollen wir die Situation jetzt lösen? Vorschläge?

  • 63 Jörg Kremer // Mrz 8, 2010 at 13:22

    @Jan Babour: Handwerklich gesehen ist “Ihr griecht nix von uns!” genial. Unbestritten. Aber…

  • 64 DJ Booga // Mrz 8, 2010 at 13:28

    Ich gratuliere Michalis Pantelouris für die deutlichen Worte! Aber nicht einmal Fremdschämen hat das Springerblatt verdient. Dr. No hat völlig recht, wer schweigt stimmt zu.

  • 65 T. Zett // Mrz 8, 2010 at 13:34

    Ich denke die meisten der Kommentare haben Ihnen gezeigt, dass nicht Sie sich schämen müssen, sondern die “Journalisten” der Bild. (meiner #14)
    Was mich jetzt interessiert, nach lesen der vielen Links, auch bei Stefan Niggemeier, wie konnte es zu diesem Zustand in Griechenland kommen, aus der Sicht eines Griechen. Die Meinung Ihres Vaters im Besonderen, da er für die Regierung arbeitet. (Leider wird ihm das durch seine Stellung wohl untersagt sein. Die Presse Seite im Internet gibt da leider nicht viel her.)

  • 66 Bialas // Mrz 8, 2010 at 13:47

    Natürlich ist die Hetzkampagne der BILD übertrieben und beleidigend, aber ich finde die große Zahl der Kommentare zu diesem Blogeintrag und den Eintrag selber auch sehr weinerlich.

    Tatsache ist, dass Griechenland lange über seine Verhältnisse gelebt hat und durch die Finanzkrise ist das nicht mehr möglich. Tatsache ist auch, dass die Griechische Regierung an die EU übermittelte Statistiken “gefälscht” hat.

    Als Rheinländer ist die Reaktion der Medien völlig nachvollziehbar und einfach mit dem Sprichwort “Wer den Schaden hat muss für den Spott nicht sorgen” erklärbar. Es ist völlig normal, dass man sich über jemanden lustig macht, der selbstverschuldet und fahrlässig in Problemen versinkt.

    Das ist auch ok solange man demjenigen die Hand zur Hilfe reicht, was Deutschland ja auch tut.

    Es ist völlig falsch auf diesen Spott beleidigt oder wütend zu reagieren. Man sollte eher mitlachen oder den Spott ignorieren und die Hand zur Hilfe ergreifen. Aber natürlich funktioniert das noch nicht mal immer im privaten Bereich, geschweige denn im zwischenstaatlichen….

  • 67 vera // Mrz 8, 2010 at 13:48

    ach ja. schöne zeiten, als es noch eine vierte gewalt gab, und die berichte von zeitungen meinungsbildend im besten sinn waren.

    heute gibt es überwiegend vorgedachtes, ohne daß es jedoch von vordenkern stammt. selbst denken ist mühsam, sich ein differenziertes urteil zu bilden, noch schwerer. die eigene meinung schlägt sich im dumpfen wiederkäuen angelesener plattheiten aus der unteren schublade nieder.

    ach mikis. wir werden es nicht ändern, aber wir können es wenigstens versuchen.

  • 68 G. Eigenkast // Mrz 8, 2010 at 14:22

    @ Dr. No und DJ Booga:
    Wer das Blatt ignoriert, der kauft es nicht.
    Warum, meint Ihr ist die BILD-Zeitung so wie sie ist?
    Weil sie meint dass sie so die meisten Käufer findet. Darum geht es und um nichts anderes sonst.

    Keine Käufer von Dreck – kein Dreck.

  • 69 mikis // Mrz 8, 2010 at 14:23

    Aus gegebenem Anlass eine Kleinigkeit: Den Kommentatoren um die es geht und die ihre Emailadresse hinterlassen haben, habe ich es geschrieben, den anderen, deren Email nicht funktioniert, auf diesem Wege: Ich werde keine Kommentare freischalten, in denen zur Gewalt aufgerufen wird.

    @bialasSorry, ich meinte natürlich @ T.Zett: Vielen Dank, dass Sie die Frage von meiner Geschichte trennen, denn sie hat tatsächlich wenig damit zu tun. Und ich glaube, die Antwort ist zwar nicht einfach, aber sie ist durchaus bekannt. Meine Ansicht ist: Die grundsätzliche Wirtschaftslage in Griechenland – einem im EU-Maßstab eher armen Land – ist geprägt durch eine Kombination aus eher schlechten Voraussetzungen, einer schlechten Politik und einer wechselvollen, schwierigen Geschichte. Griechenland hat kaum nennenswerte Industrie, kaum Bodenschätze, eine komplizierte Infrastruktur, einen aufgeblähten Staatsapparat und ein auf den schwelenden Zypern-Konflikt ausgerichtetes, für ein Land seiner Größe unter normalen Umständen überdimensioniertes Militär. Dabei steht für mich außer Frage, dass der “staatliche” Arbeitsmarkt, in dem nach jedem Regierungswechsel wieder unzählige Familienmitglieder untergekommen sind, ineffizient, teuer und in weiten Teilen korrupt ist. Außerdem lähmt eine undurchschaubare Bürokratie das Land. Der Staat ist offensichtlich nicht in der Lage, das Steuerwesen effektiv zu überwachen. Und unter anderem die Bürokratie hat dafür gesorgt, dass noch nicht jeder grischische Strand mit Hotelburgen zugepflastert ist, was wir als Touristen sicher begrüßen (“diese Ursprünglichkeit!”), was der Volkswirtschaft aber geschadet hat (ich finde das allerdings sympathisch …). Ohne Frage: Das moderne Griechenland hat aus einer schlechten Ausgangsposition wenig gemacht.

    Aber all diese Probleme sind weder neu noch akut. Sie sind im Prinzip hausgemacht, aber Griechenland hat sich trotz allem durchgewurschtelt und war zum Beispiel für Deutschland ein lohnender Absatzmarkt und ein guter Bündnispartner.

    Die aktuelle, akute Krise ist ausgelöst worden durch die Weltwirtschaftskrise und verstärkt worden durch die Spekulationen gegen den Euro. Ich hoffe, dass sie das Land (im Gegensatz zu vielen anderen Ländern übrigens) zu überfälligen Reformen führt.

    Das ist, wie gesagt, meine Privatmeinung, von der ich glaube, dass sie durch Fakten belegt ist (allerdings ist die Situation verworren). Ausschließen kann ich, dass die Krise entstanden ist weil die Griechen fauler sind als andere, im Wesen korrupter sind als andere, charakterlich ohnehin eher zum Betrügen neigen oder all die anderen Gründe, die den Griechen in einigen deutschen Medien gerade aus Gründen der Dramaturgie unterstellt werden. Und darum ging es mir.

  • 70 /sms ;-) // Mrz 8, 2010 at 14:27

    wow! herzlichen dank für diese notizen!

  • 71 Phil // Mrz 8, 2010 at 14:33

    Ich finde den Beitrag auch gut, aber er hätte für meinen Geschmack “objektiver” und weniger emotional ausfallen dürfen.

    Was z.B. bitte hat die Kriegsgeschichte beider Länder und das Schicksal einzelner Grossväter mit der Bildzeitung und dem griechischen Staatsdefizit zu tun? Hier wird sich für meinen Geschmack durch den Autor vice versa der Stilmittel jener Boulevardzeitung bedient, um eben bei der intellektuelleren Leserschicht “Meinung”und “Stimmung” zu machen.

    Keine Frage, die Bild, die Sun wie auch vergleichbare andere reisserische Blätter sind ***** (ge*t, weil ich wegen öffentlicher Kritik an einem Boluevardblatt schon mal abgemahnt wurde…), aber der Autor hätte bitte doch aufführen sollen, welche Zahlen und Fakten (zumindest rudimentär) zu der aktuellen Lage in Griechenland geführt hat.

    Darüber verliert er aber kein Wort. Um der Bild Paroli zu bieten, hätten zumindest exemplarisch ein paar reale Zahlen bzw. Fakten auf den Tisch gehört. Oder sollen sich die Leser beim Berliner Pressebüro der griechischen Botschaft jene Infos jeweils höchstpersönlich erfragen? ;-)

  • 72 Texter // Mrz 8, 2010 at 15:03

    Ja, es stimmt. Was die Bild dort treibt, ist – mal wieder – unerträglich.
    Aber teilweise geht das Ganze hier in Bahnen (alle Griechen sind sympathisch, alle Kriegsverbrecher weinerliche Sich-selbst-Rechtfertiger), die echt zu weit vom Thema weg wegen.
    Wenn es um Themen geht, die mit dem Ausland zu tun haben, lohnt es sich immer mal, sich den Fall andersherum zu denken. sprich: Deutschland wäre der Pleitestaat und die Bild eine ausländische Zeitung.
    Ich frage mich:
    1. Würden wir uns aufregen, wenn ausländische Zeitungen berechtigte Kritik an Problemen aus Deutschland üben würden? Nein. Und das ist auch gut so.
    2. Würden wir die Art und Weise, wie (zumindest ganz überwiegend) eine einzelne bestimmte Zeitung über uns berichtet, für uns Grund sein, zu glauben, dass alle Griechen so denken? Nein.
    - Wer sich einmal mit dem beschäftigt, was britische Zeitungen (die Sun ist übrigens unter dem Dreck an britischen Kiosken noch unter den oberen Top Ten. Alles, wo ein “Daily” davorsteht, zeigt noch ganz andere Seiten), würde ebenso würgen, wie über das, was jetzt die Bild schreibt. (tragischerweise ist es genau die Bild, die dies immer wieder zum Anlass nimmt, Großbritannien zumindest verbal den Krieg zu erklären)
    3. Wäre Kritik, wie unsachlich auch immer, ein Grund, irgendeine historische Sauerei des anderen hervorzuholen, die nichts, aber auch gar nichts mit dem aktuellen Fall zu tun hat? Nein!
    Ich finde es unerträglich, wenn sich sogar Minister aus der Schweiz oder Luxemburg nicht entblöden, im Zusammenhang mit dem Streit über Steuerflüchtlinge die Nazi-Keule herauszuholen. Von polnischen und britischen Zeitungen, die dafür überhaupt keinen Anlass brauchen, mal ganz abgesehen.
    Debatten über Entschädigungen sollen geführt werden. Aber wer ein solches Thema von griechischer Seite aus ausgerechnet jetzt aufbringt, handelt genauso erbärmlich wie die Bild.

  • 73 Eckhard Supp // Mrz 8, 2010 at 15:08

    @Mikis Als Kollege zuerst einmal: Hochachtung für diesen Artikel.

    Aber (gehört in Deutschland bekanntermaßen ja immer dazu): Wenn es stimmt, dass “Griechenland kaum nennenswerte Industrie (hat ), kaum Bodenschätze, eine komplizierte Infrastruktur, einen aufgeblähten Staatsapparat und ein auf den schwelenden Zypern-Konflikt ausgerichtetes, für ein Land seiner Größe unter normalen Umständen überdimensioniertes Militär”, dass “die Situation verworren” ist, dann wünschte ich mir gerade von einem so engagierten “Grenzgänger” eine differenzierte, faktengestützte, dokumentierte (verlinkte) Auseinandersetzung mit und Darstellung der Situation, die es mir als relativem Griechenland-Laien auch wirklich erlaubt, der rechtspolulistischen Propaganda Argumente entgegenzusetzen.

    Also: Wann und Wo finde ich das?

  • 74 mikis // Mrz 8, 2010 at 15:22

    @Eckhard Supp: Vielen Dank! Und: Es ist nicht mein Thema, aber auch überhaupt nicht kompliziert. Die meisten Kollegen leisten ja eine ganz ordentliche Arbeit, selbst im Hause Springer, wo die Welt im selben Haus wie die Bild eine unaufgeregte, seriöse Berichterstattung macht. Am Verlag liegt es nicht.

    Aus meiner Sicht die Besten sind trotzdem wie immer die Kollegen vom Economist, ganz aktuell z.B. hier: http://www.economist.com/world/europe/displaystory.cfm?story_id=15612439

    Oder aber eine gute, sehr Griechenland-kritische Einschätzung der letzten Jahre von der New York Times, die nichtsdestotrotz den Einfluss der Banken und ihrer Credit Default Swaps beleuchtet: http://topics.nytimes.com/top/news/international/countriesandterritories/greece/index.html?scp=1-spot&sq=greece&st=cse

  • 75 jan-christoph // Mrz 8, 2010 at 15:35

    doch gerade die kriegsgeschichte gehört achon dazu.
    die idee “EU” hat zwei kernthemen: wirtschaft und frieden.
    wirtschaftlich hat die eu in griechenland vielfältig nicht recht funktioniert.
    sollten wir nicht erst recht nun die alte feindschaft endlich ruhen lassen und zum gemeinsamen nutzen zusammenarbeiten?
    all dieser größenwahn, all diese alten feindschaften, all diese diktaturen in europa,
    NIE WIEDER. um keinen preis.
    wenn der euro uns um die ohren fliegt, dann tut er das halt. werden wir wie andere länder auch schon überleben. den letzten krieg mit einer front durch europa hätten wir beinahe nicht überlebt. 20 jahre frieden seit dem kalten krieg, das ist noch nichtmal lange und doch schon soviel länger als wir das in europa gewohnt sind.
    (nein hab den kosovokrieg und co nicht vergessen, hab jetzt einfach nur von deutschland aus geguckt)

  • 76 Florian // Mrz 8, 2010 at 15:54

    Der Gipfel der Peinlichkeit ist sicher, dass die Bild sich nicht zu blöd ist, den Vorwurf, in Griechenland verbrenne man unsere Euros, mit einem Bild von den verheerenden Waldbränden aus dem vergangenen Sommer zu verknüpfen. Da kann man den Griechen nur zu rufen: Kopf hoch, lieber finanziell bankrott als moralisch ruiniert.

  • 77 ötze // Mrz 8, 2010 at 15:55

    @ alfons huber:
    darum geht es hier nicht. es geht in diesem Artikel um die beziehung von BILD zu ihrer Berichterstattung über die derzeitige Lage in Griechenland.

    Er geht auf die Sachen ein, die die BILD geschrieben hat und zeigt ein paar Beispiele, dass das, WAS sie geschrieben hat, auf scheiße beruht (wie immer)..

    aber klar das sich wieder irgendjemand melden muss um “deutschland” zu verteidigen.. DIE BILD ZEITUNG IST NICHT DEUTSCHLAND!! (wenn auch marktführend.. -.-)

  • 78 Dieter Carstensen // Mrz 8, 2010 at 16:08

    Es gibt Tage, da schäme ich mich gegenüber meinen griechischen Freundinnen und Freunden gegenüber, Deutscher zu sein.

    Die Volksverhetzungskampagne der BILD gegen Griechenland ist ein Abgrund von bodenlosen Tatsachenverdrehungen, Lügen, Märchen und Diffamierungen sondergleichen.

    Das ist nicht peinlich, das ist pur Boshaftigkeit!

  • 79 Apokryphus // Mrz 8, 2010 at 16:30

    Der BILD-Zeitung scheint wirklich nichts zu schade zu sein um ihren Absatz zu steigern.
    Analog könnte man da auch den Focus mit seinem Titelblatt (das wohl jeder kennt (Finger)) heranziehen.
    Peinlich für alle Be- und Unbeteiligten.

  • 80 Nina // Mrz 8, 2010 at 17:05

    @mikis: Herzlichen Dank für den informationsreichen emotionaler Artikel und die Möglichkeit die interessante Diskussion beobachten zu dürfen.

    Ich schliesse mich jan-christoph an: “die idee “EU” hat zwei kernthemen: wirtschaft und frieden.”

  • 81 Ralf // Mrz 8, 2010 at 18:03

    Ich finde es nicht richtig, wenn geschrieben wird, wir sollen die Bildzeitung nicht beachten. Vielmehr ist es wichtig, gerade wenn sie – von einer Zentrale ausgehend – z.B. in Deutschland gegen Polen und in Polen gegen Deutschland hetzt, genau hinzuschauen: Wem gehört sie, und welche Ziele werden damit verfolgt. Wenn wir das nicht durchschauen, und bereit sind, um drei und vier Ecken herum zu denken, dann werden auch wir in die Irre geführt. Nicht nur die Bild-Leser, die oft einfach gerade denken, werden manipuliert, sondern auch einige Schreiber hier, die anscheinend nur um eine Ecke herum zu denken bereit sind.

    Zu den Wiedergutmachungsforderungen aus Griechenland auf Grund des 2. Weltkrieges sollten wir Deutschen aber gelassen bleiben und diese ruhig, aber bestimmt zurückweisen. Denn schließlich hat England den Krieg am 3.9.1939 an Deutschland erklärt, und Griechenland – anstatt neutral zu bleiben – hat die britische Armee ins Land hereingelassen und sich mit den Feinden Deutschlands verbündet. Wenn es dann ebenfalls als Feind Deutschlands angesehen wurde und die Konsequenzen ertragen mußte, braucht es sich nicht zu wundern.

    Entschiedener Widerspruch zu der Behauptung im Beitrag #62 am Ende, in Deutschland dürfe jeder frei seine Meinung sagen. Nein, es gibt jedes Jahr weit mehr als 10.000 Menschen, die nur wegen gewaltlos vorgebrachter Meinungsäußerungen vor bundesrepublikanischen Gerichten verurteilt werden. Die höchste Strafe war bis jetzt insgesamt 13 Jahre für eine Person – nur für eine unerwünschte Meinung. Und dann beschweren sich die Politiker im Reichstag, die nicht “unsere” Politiker sind, bei China wegen Zensur und Menschenrechtsverletzungen!

  • 82 erakikos // Mrz 8, 2010 at 18:34

    Das Schlimme an der Bild ist nicht das, was dort geschrieben wird, sondern dass es hier in Deutschland immer noch Menschen gibt, die das ernst nehmen.

  • 83 Dr. No // Mrz 8, 2010 at 19:13

    @ G, Eigenkast: (#68): Das ist schon klar, dass es das Problem Bildzeitung nicht gäbe, wenn niemand sie mehr kaufen würde.

    Ich bezog mich eher auf die Kommentatoren, die hier und auch anderswo offenbar der Meinung sind, die Kritiker – wie hier Pantelouris – sollten die Bild doch einfach ignorieren. Nach dem Motto: “Es lohnt sich gar nicht, sich über das Schmuddelblatt aufzuregen”, “Kann man doch alles nicht ernst nehmen” oder “Man adelt die Schmierfinken nur, indem man darüber diskutiert” usw. Wer das als Mittel der Wahl ansieht, verwechselt “ignorieren” mit “gewähren lassen”.

    Sicher wäre die Welt eine bessere, gäbe es diese Revolverblätter nicht. Die Vorstellung aber, dass niemand mehr die Bild kauft, weil da Dreck drinsteht, halte ich für so realistisch wie etwa jene, dass niemand mehr betrunken Auto fährt oder sich niemand mehr wegen Nichtigkeiten prügelt. Es gibt leider genug Leute, die diesen Dreck wollen.

  • 84 Peti // Mrz 8, 2010 at 19:20

    Denen, die hier ein “aber” einwenden also “aber die Griechen haben ja nun mal über ihre Verhältnisse gelebt, bei der Euro-Einführung falsche Angaben gemacht…”, möchte ich an dieser Stelle selbstverständlich Recht geben. Aber die Verantwortung dafür kann man nun mal nicht der griechischen Bevölkerung in die Schuhe schieben. Sicherlich hat sie dabei auch Nutzen aus einer verantwortungslosen Politik und Wirtschaftsführung gezogen (genaus so, wie die Deutschen glücklich und zufrieden über ihre Verhältnisse leben, obschon doch auch der deutsche Staat langsam aber sicher der Staatspleite entgegen geht – und BILD dumdrest lügt, wenn in diesem beschämenden Brief schreibt “Deutschland hat auch Schulden, aber wir können sie bezahlen!).
    Doch BILD suggeriert in seiner verantwortunslosen Hetze, dass die griechsche Bevölkerung die Schuld trägt “Ihr Pleite-Griechen” hetzt sie tagtäglich, beleidigt, verspottet und verhöhnt ein ganzes Volk. Und nur darum geht es in diesem Artikel.
    Ich habe inzwischen Beschwerde beim Deutschen Presserat gegen BILD eingereicht und mich als Deutsche per mail bei der griechischen Botschaft entschuldigt.

  • 85 Alex // Mrz 8, 2010 at 19:27

    In der Tat ist dieser Kommentar emotional. Zu emotional. Diese Emotionalität als Instrument zu nehmen, um den Leser auf seine Seite zu ziehen ist das, was einen nicht besser macht als Bild.

  • 86 ubu // Mrz 8, 2010 at 19:31

    Man darf die Bildzeitung nicht ernstnehmen (das was drinsteht), aber man muss sie ernstnehmen (ihre Wirkung)

  • 87 Peti // Mrz 8, 2010 at 19:58

    Ich bin es nochmal:
    Eben lese ich auf bild.de:
    “Pleite-Griechen rüsten zum Massen-Streik”
    Also wer vielleicht so naiv ist, zu denken, BILD meine mit “Ihr Pleite-Griechen” griechische Politiker, Banker oder Wirtschaftsbosse, die die Krise zu verantworten haben, der merkt spätestens jetzt, dass BILD mit den “Pleite-Griechen” das griechische Volk verhöhnen und beleidigen will. Denn die wirklich Verantwortlichen rüsten ja wohl kaum zum Massen-Streik. BILD tritt die Würde eines ganzen Volkes mit Füßen! Dies ist nicht mehr mit Freiheit der Presse zu rechtfertigen – das ist demagogische Hetze übelster Art gegen ein anderes Volk, wie sie kaum noch zu überbieten ist. Ich kann nur noch hoffen, dass es in Deuschland noch Intstitutionen gibt, die diesem perversen Treiben endlich Einhalt gebieten.

  • 88 Madove // Mrz 8, 2010 at 20:36

    Und wiedermal kann man nur den Appell an die jeweilig betroffene Volksgruppe, in diesem Falle also die Griechen, richten: Bitte, bitte, laßt uns mit DIESEN Deutschen (und ihren Lesern) nicht allein!
    Und das tut Ihr ja auch nicht, dankenswerterweise. Dieses Blog ist ein so tröstliches Gegengewicht.

  • 89 T. Zett // Mrz 8, 2010 at 21:16

    @ Peti
    Das ist ja noch viel übler. Unter der Überschrift
    “Pleite-Griechen rüsten zum Massen Streik” und dem Bild von Krawallen, schalten sie eine Google Anzeige:
    Griechenland Schnäppchen, Reisen so günstig wie nie, Erholung und Entspannung. Wie Übel ist das denn?

  • 90 Nils // Mrz 8, 2010 at 21:35

    Toller Text

  • 91 mikis // Mrz 8, 2010 at 21:47

    Ich muss mich entschuldigen: Für den Fall, dass Sie hier Ihren Kommentar suchen und nicht finden, überlegen Sie bitte kurz, ob Sie dazu aufgerufen haben, ein bestimmtes Redaktionsgebäude in Berlin zu verbrennen, die dort arbeitenden Journalisten zu verprügeln oder den Chefredakteur einer deutschen Zeitung in einem Erdloch einzusperren. Wenn das nicht der Fall ist, dann hat meine tendenziell laubsägegearbeitete WordPress-Version, die heute definitiv an ihre Grenzen geführt wurde, Ihren Kommentar verschwinden lassen. Es tut mir wahnsinnig leid. Ich sehe so viele “Internal Error 500″ wie in meinem ganzen Leben zuvor nicht, allerdings bewegt sich hier heute auch etwa das 30fache des gewöhnlichen Traffics. Bitte tun Sie mir den Gefallen und nehmen Sie es mir nicht übel. Oder, noch besser, schreiben Sie den Kommentar noch einmal. Ich möchte wirklich jeden zu Wort kommen lassen, aber die Technik ist einen Tick hinterher.

  • 92 Stefan // Mrz 8, 2010 at 21:53

    Großartiger Text, tolles Blog – Feed ist abonniert.

    Zum Rest: ja, die BILD, immerhin wird daüber im Gymnasium etwas aufgeklärt (Zeitung in der Schule – ZiSch) – vielleicht sorgen also die kommenden Generationen dafür, dass so etwas nicht mehr auf so viel Kopfnicken/Gleichgültigkeit stößt.

  • 93 cableguy // Mrz 8, 2010 at 22:21

    Großartiger Beitrag.Es ist überall das gleiche.Menschen werden gegeneinander aufgehetzt durch die Mietmäuler und die lachenden dritten machen den dicken Bailout.Wo ist denn das ganze Geld hin?Hab´mal im griechischen Restaurant nebenan nachgefragt…die habens jedenfalls nicht,die wurden auch beklaut!

  • 94 Martin // Mrz 8, 2010 at 23:37

    Vielen Dank für diesen Artikel!

    Ich finde die emotionale Note des Textes in diesem Zusammenhang legitim. Beim Lesen hat es mir teilweise die Tränen in die Augen getrieben – vor Wut gegen die Bild, die sich einmal mehr selbst im negativen Sinne übertroffen hat und vor Rührung angesichts der persönlichen, pointierten Geschichte des Autors.

    Weiter so :-)

  • 95 hacki // Mrz 8, 2010 at 23:44

    Leider kenne ich persönlich genug Leute, die sich lieber mit platten Sprüchen und Fakten a la “Bild” berieseln lassen, statt sich mal mit den Hintergründen und Ursachen auseinanderzusetzen. Bei der Flut an medialem Müll, die aus Radios Fernsehern und Computern quillt, wundert es mich auch nicht, wenn viele Menschen einfach keine Lust oder Chance mehr haben sich ein differenziertes Bild ihrer Umwelt zu machen.
    Das ist aber kein deutsches Problem, sondern dank unserer so “erfolgreichen” westlichen Informationskultur mittlerweile ein weltweites.
    Ist halt schöner und einfacher, alles immer schwarz und weiß sehen zu können. Leider werden die Menschen die das Grau suchen und verstehen wollen immer weniger, obwohl die modernen Medien eigentlich ein hervorragendes Werkzeug dafür wären.
    Und so driften die Einen in Blogs wie diesen und versuchen sich zu erklären warum ein so plumpes Machwerk wie “Bild” es immer noch schafft, mit seinen bannalen und wirklich absolut lächerlichen “Artikeln” ganze Völker gegeneinander aufzuhetzen.
    Die Anderen sitzen morgen wieder in ihrer Frühstückspause und freuen sich, das die Welt der “Bild” noch immer schön schwarz und weiß ist.

  • 96 Nena // Mrz 9, 2010 at 00:21

    Großartiger Blog! Der Artikel hat mich sehr gerührt. Am meisten sprechen mir aus den Herzen folgende Ausschnitte:

    “Demokratie ist etwas, das man sich jeden Tag erarbeiten muss. ”

    “Ich bin selbst Journalist und ich schäme mich, wenn ich daran denke, dass mein Vater das liest.”

    “Das Tagebuch meines anderen Großvaters kenne ich nur in Auszügen: In einem großen Vater-Sohn-Moment hat mir mein Vater einmal daraus vorgelesen. ”

    “Natürlich hat mein griechischer Großvater nie Reparation verlangt für das, was man ihm angetan hat. ”

    “Er schickte meinen Vater auf die Deutsche Schule in Athen. Weil es eine gute Schule war. ”

    “Ich kann die Verachtung nicht in Worte fassen, die ich für die Kollegen mit ihren offenen Briefen empfinde, die sich ohne jede Recherche einen demütigenden Witz nach dem anderen aus den Fingern gesaugt haben, die sehenden Auges Vorurteile bis hin zum rassistischen Hass geschürt haben und die dabei nichts erreicht haben als den Zockern in den entsprechenden Investmentbanken noch ein bisschen in die Hände zu spielen.”

    “Er hat nie und würde nie etwas Schlechtes über einen Journalisten sagen, nicht einmal mir, nicht einmal privat. ”

    “Und ich war lange unendlich stolz darauf “

  • 97 Cornelius // Mrz 9, 2010 at 00:47

    Nicht weiter aufregen, in meiner Glaskugel ist ganz deutlich zu sehen, dass BILD, in der Form und Machart, nicht ewig überleben wird.

  • 98 Liliana // Mrz 9, 2010 at 00:57

    Folgende Kommentare haben was:

    karl, secret service, Norman, unknown, Marcus Berger, R L , Einsiedlerkrebs, Earendil, Aki, Peter, Beobachter, Georgios, Kai, ralfi, Alfons Huber, steinschn, Isabella, simone, Jörg Kremer, T. Zett, Bialas , Peti, Madove

    Der Beitrag von cableguy finde ich nicht besonders prickelnd.

  • 99 mikis // Mrz 9, 2010 at 07:03

    Hinweis: Aus technischen Gründen (er ist seeeehr lang) musste ic den nun folgenden Kommentar aufspalten in mehrere.

  • 100 Stella // Mrz 9, 2010 at 07:05

    Zur Anregung ein ebenso emotionaler Artikel aus einer seriösen griechischen Zeitung:


    Lieber Hans, Georg, Peter, Franz

    Liebe Hanna, Ulrike,

    Ich wende mich an Euch ob Mann oder Frau

    Mir genügt es wenn Du das einfach bist was man sagt mittlerer Deutscher Bürger. Ein ordnungsgemäßer Steuerzahler, ein Angestellter, ein Beamter, ein Kleinunternehmer, ein unruhiger Kleineinzahler. Wenn Du Mitglied einer politischen oder ökonomischen Elite angehören solltest, dann betrifft Dich dieser Brief nicht. Das ist ein Brief zwischen mir, einem mittleren Griechen und Dir einen mittleren Deutschen.
    Ich erfahre dass Du sehr böse auf uns bist. Du bist selbstverständlich nicht der einzige. Wenn das Bild das Deine Presse und Dein Fernsehen in die Welt sendet real ist, dann müsstest Du uns ja richtig hassen. Oder mindestens tief verachten. Ich kann mir denken wie dieses Bild für uns, ja für die ganze griechische Bevölkerung, entstanden ist. Von dem Moment an, wo das weltweite Getöse für die “Greek Statistics” herausgekommen ist und wir plötzlich in die “Betrüger Europas” uns verwandelt haben, verewigen die Reporter Deines Landes mit Kameras und Photoapparaten die Beweise des Verbrechens: Yachten in den Marinen, Nachtlokale mit Neugriechen in absoluter High-Stimmung, volle Cafes in den Vormittagsstunden, Luxusgebäude und Luxusautos in unseren teuren Vororten. Denn außer Betrüger sind wir auch Faulenzer des reichen Europas geworden.

    Einige Pressemeldungen Deines Landes, außer dieser irreführenden Bilder, die total ignorieren dass jeder vierte Bürger meines Landes unter der Europäischen Grenze von Armut lebt, fügen als “Gewürz” noch einige grobe Lügen über hohe Gehälter der Beamten, sehr hohe Renten, oder großzügiger Arbeitslosengelder, zu. Nichts von dem entspricht der Wahrheit. Wie Du sehr leicht aus den offiziellen Daten der EU feststellen kannst, das mittlere pro Kopf Einkommen in meinem Land ist in etwa die Hälfte des Deines. Dasselbe gilt auch für mittlere Gehälter und Renten. Wir sind das vorletzte Land der Eurozone in Gehältern und Renten, und die Arbeitslosengelder, für die wenige die sie erhalten, reichen den kolossalen Betrag von 450 €! Das letzte kannst Du eventuell verstehen, da in den letzten 5 Jahren auch in Deutschland die Reform Hartz 4 durchgeführt wird, wo auch die Arbeitslosengelder Deines Landes ausgeglichen werden. Aber für dieses sind nicht die faulen Griechen schuldig.
    Genau sowenig sind sie schuld daran sind, dass die politischen und unternehmerischen Führer Deines Landes seit 20 Jahren eine Unterdrückung Euer Gehälter bewirkt hat, das diese Vorteile und Überschüsse sicherstellten. Vorteile nicht für Dich sondern für die Oligarchie des Reichtums. Hast Du gehört dass für die Drohung eines Bankrots Griechenlands und eventuell anderer EU Staaten, die Hartnäckigkeit der Elite Deines Landes ist die Löhne in Deinem Land zu unterdrücken? Denn, wenn wir schon die gleiche Währung haben, sollten wir eigentlich keine antagonistische Finanzpolitik haben. Und wenn wir annehmen dass wir das Problem sind, da wir über unsere Verhältnisse lebten, Ihr seid auch ein Problem des Euros geworden, weil Eure Politiker durchsetzten unterhalb Eurer Möglichkeiten zu leben. Beide Seiten der Münze sind schlecht, da sowohl wir als auch Ihr ärmer geworden seid. Wir in einem überschuldeten, Ihr in einem reichen Land.

  • 101 Stella // Mrz 9, 2010 at 07:05

    Ich erfahre dass Du sehr böse auf uns bist. Du bist selbstverständlich nicht der einzige. Wenn das Bild das Deine Presse und Dein Fernsehen in die Welt sendet real ist, dann müsstest Du uns ja richtig hassen. Oder mindestens tief verachten. Ich kann mir denken wie dieses Bild für uns, ja für die ganze griechische Bevölkerung, entstanden ist. Von dem Moment an, wo das weltweite Getöse für die “Greek Statistics” herausgekommen ist und wir plötzlich in die “Betrüger Europas” uns verwandelt haben, verewigen die Reporter Deines Landes mit Kameras und Photoapparaten die Beweise des Verbrechens: Yachten in den Marinen, Nachtlokale mit Neugriechen in absoluter High-Stimmung, volle Cafes in den Vormittagsstunden, Luxusgebäude und Luxusautos in unseren teuren Vororten. Denn außer Betrüger sind wir auch Faulenzer des reichen Europas geworden.

    Einige Pressemeldungen Deines Landes, außer dieser irreführenden Bilder, die total ignorieren dass jeder vierte Bürger meines Landes unter der Europäischen Grenze von Armut lebt, fügen als “Gewürz” noch einige grobe Lügen über hohe Gehälter der Beamten, sehr hohe Renten, oder großzügiger Arbeitslosengelder, zu. Nichts von dem entspricht der Wahrheit. Wie Du sehr leicht aus den offiziellen Daten der EU feststellen kannst, das mittlere pro Kopf Einkommen in meinem Land ist in etwa die Hälfte des Deines. Dasselbe gilt auch für mittlere Gehälter und Renten. Wir sind das vorletzte Land der Eurozone in Gehältern und Renten, und die Arbeitslosengelder, für die wenige die sie erhalten, reichen den kolossalen Betrag von 450 €! Das letzte kannst Du eventuell verstehen, da in den letzten 5 Jahren auch in Deutschland die Reform Hartz 4 durchgeführt wird, wo auch die Arbeitslosengelder Deines Landes ausgeglichen werden. Aber für dieses sind nicht die faulen Griechen schuldig.
    Genau sowenig sind sie schuld daran sind, dass die politischen und unternehmerischen Führer Deines Landes seit 20 Jahren eine Unterdrückung Euer Gehälter bewirkt hat, das diese Vorteile und Überschüsse sicherstellten. Vorteile nicht für Dich sondern für die Oligarchie des Reichtums. Hast Du gehört dass für die Drohung eines Bankrots Griechenlands und eventuell anderer EU Staaten, die Hartnäckigkeit der Elite Deines Landes ist die Löhne in Deinem Land zu unterdrücken? Denn, wenn wir schon die gleiche Währung haben, sollten wir eigentlich keine antagonistische Finanzpolitik haben. Und wenn wir annehmen dass wir das Problem sind, da wir über unsere Verhältnisse lebten, Ihr seid auch ein Problem des Euros geworden, weil Eure Politiker durchsetzten unterhalb Eurer Möglichkeiten zu leben. Beide Seiten der Münze sind schlecht, da sowohl wir als auch Ihr ärmer geworden seid. Wir in einem überschuldeten, Ihr in einem reichen Land.

    Von dem was ich verstanden habe, Ihr werdet explodieren allein mit den Gedanken dass Ihr Land etwas für die Rettung Griechenlands machen würde. Ich kann Euch verstehen. Ich würde auch wissen wollen wohin mein Geld als Steuerzahler geht. Und ich weiß dass mein Geld für die Zahlung der Zinsen unserer unheimlichen Schulden geht. Einerseits zahlen wir die Erpressung unserer Verleiher (Spekulanten) und die undenkbare Unfähigkeit unserer Politiker und Finanzminister, anstatt einer grundlegenden Vision für die Organisierung des Landes zu dienen, Ihre eigene Tasche, Ihre Eitelkeit und Ihre Wahnvorstellungen dienten. Die andere Seite sind unsere Freunde in der EU. Vielen von Ihnen ist die Geldgier der griechischen Elite sehr entgegengekommen. Es wird gesagt dass unser Land ein Königreich der Korruption ist. Zu einer Korruption gehören jedoch zwei; der Zahlungsgeber und der Zahlungsnehmer. Und im letzten Skandal dass das politische System unseres Landes noch beschäftigt, die
    Zahlungsnehmer waren zwar griechische Politiker, aber der Zahlungsgeber war eine deutsche Firma, Siemens, die schwarzen Kassen derer Du, der einfache Deutsche, ohne Deinen Willen bezahlst. Aber wie hat eigentlich Deine Regierung Siemens dafür bestraft?

    Auch wenn man auf das Thema des unheimlichen griechischen Schuldberges zurückkommt, findest Du es nicht merkwürdig dass den größten Anteil dieser Schulden Banken Deines Landes kauften, dieselben wo Du Deine Ersparnisse getraut hast für die Du verständlicherweise beunruhigt bist? War es vielleicht nicht eine gewinnerträgliche Aktivität für die deutsche (und nicht nur für diese) Banken Griechenland immer tiefer in das Defizit zu sinken, damit sie billig an griechische Schuldscheine zu kommen? Die Tatsache, dass diese Banken, die mit amerikanischen Bankinstituten mit denen sie heute eventuell auf antagonistische Seiten stehen, eine halbe Trillion Euros an die Schulden der problematischen Länder der Eurozone investiert haben, befreit sie nicht von der Beschuldung die ärmeren Länder der Eurozone ausraubend ausgenützt zu haben.

    Lieber Hans, lieber Peter, liebe Ulla, liebe Hanna

    Ich werde Euch jetzt über den Mythos erzählen der Euch argwöhnisch ja sogar feindlich gegenüber der griechischen Gesellschaft gemacht hat.

    Die schlauen deutschen Politiker schmeicheln Deiner natürlichen Reaktion für den Fall dass Du «für die griechische Krise» zahlen musst, in dem sie Dir sagen dass Dein Land sowieso viel über EU Zuschüsse an Griechenland bezahlt hat, wo viel davon (und das ist richtig) nicht ausgenützt worden ist. Es ist richtig dass mein Land über die EU 46 Milliarden € während der letzten 30 Jahren bekommen hat. Es käme jedoch einem Skandal gleich wenn diese Gelder keine Gegenleistung bringen würden. Mein Land hat mehr gegeben als bekommen hat. Wenn man nur das griechisch–deutsche Handelsbilanzdefizit anschaut, stellt man leicht fest dass dieses doppelt so hoch ist im Vergleich zu den 46 Milliarden € die man von der gesamten EU bekommen hat, ganz zu schweigen von den Handelsbilanzdefiziten mit den anderen Länder der EU. Was das bedeutet? Alles Geld das von der EU an Griechenland als Unterstützung kam, wurde an die EU Partner mit mehrfachen Vorteilen wieder zurückbezahlt.
    Deutschland hat das meiste davon bekommen. Ganz einfach weil Dein Land Produktionsüberschüsse hat die einfach Kunden brauchen damit Ihr finanziell in der Führungsspitze Europas bleibt. Das geschah mit uns. Wir sind ein Super Market Deutscher Produkte geworden. Flugzeuge, Helikopter, Panzer, U-Boote, Elektroherde, Kühlmaschinen, Waschmaschinen, etc Wir sind gute Kunden von Euch, sowohl als staatliche Institution, als auch als einzelne Haushälter. Das bedeutet Ihr habt Eure Arbeit in den Fabriken und normalerweise solltet Ihr niedrigere Arbeitslosigkeit haben und höhere Löhne bekommen. Wenn das nicht geschieht, wir sind nicht schuld daran. Ihr solltet Euere Arbeitgeber fragen die Ihre “Firmen” mit zahlreichen Entlassungen und Unterdrückung Euer Gehälter sanieren, damit sie Ihre Gewinne in die Höhe treiben können.

  • 102 Stella // Mrz 9, 2010 at 07:06

    Wir haben nicht zu klagen. Ihr seid auch gute Kunden von uns, nur dass unsere Produkte viel billiger sind. Man kann in keinem Fall einen griechischen Joghurt mit einem deutschen U-Boot vergleichen. In Bezug auf “unsere schwere Industrie” den Tourismus, ich weiß dass jedes Jahr ca. 2 Millionen Deutsche während des Sommers unser Land besuchen. Ihr wisst jedoch nicht warum zwei Wochen Urlaub in Griechenland für einen Deutschen etwa die Hälfte kosten im Vergleich zu dem was ein Grieche zahlen muss .

    Lieber Deutscher Bürger

    Wir sind in einer kritischen Lage. Wir sind in Gefahr uns in einem gefährlichen Nationalismus einzuschleusen von dem keiner Vorteile haben wird. Dieser “Krieg” der zurzeit angefangen hat ist nicht unser Krieg. Im Namen des vereinigten Europa, das nie einheitlich war, werden weltweit Spiele der Habgier und Herrschaft gespielt die uns nicht beschäftigen sollten. Du und viel mehr Deine Eltern und Großeltern wissen wie im 20sten Jahrhundert diese schweren Krisen bewältigt wurden. Mit Krieg. Mit unglaublichen Untergang. Ich sage das nicht um Dir an die Wunde zu kratzen und die Verantwortung Deines Landes für die zwei Weltkriege zu erinnern. Aber das ist eine Realität. Genauso Realität ist dass mein Land, vielleicht als einziges, nie für das was ihm im zweiten Weltkrieg angetan wurde, eine Entschädigung bekam. Im Gegenteil mein Land wurde sogar bestraft. Mit einem Bürgerkrieg, eine lange Periode von autoritären Regimes und fremder Einmischung, politische Verfolgungen,
    Flüchtlingtum, Emigration, eine Diktatur, eine nationale Tragödie auf Zypern. In all dies gab es eine beweisbare Toleranz, wenn nicht Mitschuld unserer Partner oder Freunde.

    Ich weiß nicht, ob wir unter diesen Umständen bessere Politiker haben könnten wie diese die uns am Rande einer Tragödie gebracht haben.

    Also lieber Hans, liebe Hanna

    Ich wollte Euch nur sagen dass sowohl ich als auch Ihr Opfer desselben Betrugs geworden seid, desselben Mythos der uns ein vereinigtes Europa der Solidarität und Wohlstands versprochen hat, einer Ökonomie mit gleichen Möglichkeiten für alle, einer Familie der Nationen und der Gesellschaften die uns nach oben treiben würde. Wir leben genau das Gegenteil.

    Mit Vorwand die Vereinigung früher, die Finanzkrise letztes Jahr, die Krise der Schulden heute (andere Länder der EU befinden sich in einer ähnlichen Finanzkrise) wir sehen den Abriss von Rechten und Erworbenem für die einst der Deutsche sehr stolz war und der Grieche vielleicht erreichen wollte. Warum beobachten wir einfach diesen Untergang anstatt zu versuchen ihn zu vermeiden? In diesem Ziel sollten wir zusammen sein. Die Gegensätze und den Antagonismus der Elite der an Kannibalismus erinnert, sollten wir nicht zu unserem Krieg machen.

    Diese wenige Worte lieber Peter, liebe Ulla

    Und Du bist immer willkommen in Griechenland um die einzigen Sachen die wir im Überschuss haben zu genießen: Sonne, Meer, Kultur.

    Ich glaube nicht dass das Bild eines ärmeren Griechenlands Dich beeinflussen wird. Denn in der Zwischenzeit sind wir, wie ich in einer bittersüßen Parole während des letzten Streiks gelesen habe, vom “live your myth in Greece” zum “live your misery in Greece” übergegangen. “

  • 103 mikis // Mrz 9, 2010 at 07:07

    @Stella: Danke!

  • 104 cableguy // Mrz 9, 2010 at 07:24

    @Liliana

    Ich befürchte,ich habe mich etwas unglücklich ausgedrückt.Was ich damit meine,wenn ich sage das im griechischen Restaurant auch nix zu finden ist,ist das “Die Griechen” genauso beraubt wurden wie “Die Deutschen”.Denn eigentlich sind wir “Die Menschen”.Leider wird alles daran gesetzt,uns anderes glauben zu lassen.Peace.

    P.S. Danke Stella,sehr lesenswert

  • 105 Peti // Mrz 9, 2010 at 08:32

    Endlich! Norbert Lammert hat sich in einem Brief an seinen griechischen Kollegen für hochmütige Kommentare deutscher Politiker und hämische Kommetaren in deutschen Medien entschuldigt.
    “Aber wen meint er da bloß?” , kommentiert BILD das heute und schreibt von einer “mwerkwürdigen Entschuldigung”. Ich möchte an dieser Stelle Herrn Lammert für diesen Brief vielmals danken! Er zeigt, dass es in Deutschland noch eine hohe politische Institution gibt, die BILD zumindest moralisch die Grenzen zeigt! Mögen diesen Bruef viele Griechen lesen und erkennen, dass die Deutschen nicht so sind, wie BILD den Anschein erweckt!

  • 106 Tom Stein // Mrz 9, 2010 at 08:46

    #15: “soweit – so schlecht. Sollte es nicht trotzdem einen Teil 2 zu diesem Beitrag geben? Ist tatsächlich nichts faul im Staate Griechenland?” – aber geht es hier um Griechenland? Nein, es geht um Deutschland, um eine deutsche ZEITUNG (denn seitdem Böll diese Schreibweise benutzte hat sich nichts geändert) mit deutschen Lesern und in Deutschland arbeitenden “Journalisten”.
    Den dazu gehörenden zweiten Teil, die andere Sicht, hat es schon gegeben. Herausgegeben von Dieckmanns Truppe. Ein Verbrechen gegen die journalistische Informationspflicht der Bürger.

    Ich bedauere, dass die Auflage der BLÖD nicht schneller sinkt. Es ist mein Land, in dem so ein Blatt Käufer findet. Das einzig Positive: Das Blatt hat schon vor 30 Jahren das Wort “Zeitung” aus dem Logo gestrichen. Aber das reicht nun wirklich nicht als Rechtfertigung.

  • 107 Peti // Mrz 9, 2010 at 08:53

    Und der Umstand, dass in der online-Umfrage von bild.de bereits jetzt (9 Uhr) 68 % der Leser den Brief des Bundestagspräsident ablehnen, zeigt, dass BILD tatsächlich Volksverhetzung betreibt!

  • 108 ruebstiel // Mrz 9, 2010 at 09:05

    Auch hier finden sich wieder einige Kommentare, die besagen, es sei ja allg. bekannt, dass die Bild-Zeitung hetzt und niemand nehme das wirklich ernst und man könne und solle das einfach ignorieren. Aber die folgende Liste von Personen macht einen doch sehr nachdenklich, ob dies stimmt. Alle diese Personen haben in den letzten Monaten für die Bild-Zeitung Werbung gemacht.
    Alice Schwarzer, Richard von Weizsäcker, Johannes B. Kerner, Sido, Bill Kaulitz, Thomas Gottschalk, Udo Lindenberg, Til Schweiger, Gregor Gysi, Barbara Schöneberger, Nazan Eckes, Hans-Dietrich Genscher, Dr. Jürgen Grossmann, Regina Halmich, Johannes Heesters, Wolfgang Joop, Lady Bitch Ray, Hubert Burda, Veronica Ferres, Philipp Lahm, Jonathan Meese, Dieter Zetsche, Sarah Connor, Katja Saalfrank, Matthias Steiner, Fabian Hambüchen, Frank Elstner, Katarina Witt, Carmen Nebel, Stefan Kretzschmar.
    Die sind ja nicht alle dumm. Aber für ein bisschen Öffentlichkeit auf Plakatwänden sind sie bereit, sich für dieses Blatt auszusprechen.

  • 109 Heinz // Mrz 9, 2010 at 09:11

    Nach der bösartigen Hetze einiger Medien wächst in mir der Drang, zum griechischen Restaurant meines Vertrauens zu fahren, dem Wirt mitleidvoll auf die Schulter zu klopfen und mich für diese takt- und geistlose Hetze auf Stammtisch-Niveau zu entschuldigen.
    Einerseits finde ich, dass in einem demokratischen Land JEDE Meinung respektiert werden sollte. Andererseits finde ich es geradezu unverschämt, wenn die BILD – als Europas größtes Boulevard-Blatt – seine Meinung als UNSERE Meinung deklariert indem es immer wieder von WIR und UNSER spricht (z.B.: “IHR BEKOMMT UNSER GELD NICHT”). Zu häufig wird eine solche Anmaßung von den Betroffenden als persönliche Geißelung des deutschen Volkes missverstanden. Tatsächlich stehen die Medien mit dieser Meinung in Deutschland allerdings sehr isoliert da.

  • 110 Cornelius // Mrz 9, 2010 at 10:49

    Welch bittere Ironie, dass einer unfähigen, egoistischen und feigen politischen Klasse, die dem Treiben von BILD seit Jahrzehnten nichts entgegensetzt, eine ebenso unfähige, egoistische und feige Bevölkerung gegenübersteht.

  • 111 Liliana // Mrz 9, 2010 at 11:17

    @cableguy: Danke für die Aufklärung. Peace.

  • 112 rofl // Mrz 9, 2010 at 13:30

    100% Zustimmung!
    Diese “Journalisten” gehören alle wegen Volksverhetzung vor Gericht. Aber das merken wir Deutschen wohl erst, wenn mal wieder Bomben auf unsere Städte fallen.
    Vorher ist man sich hier einfach zu bequem nachzudenken.
    *sigh

  • 113 Dieter // Mrz 9, 2010 at 14:11

    Recht hast du Rolf! Leider ein in Deutschland zu häufig auftretendes Phänomen.

  • 114 Unwichtig // Mrz 9, 2010 at 14:16

    Ausgezeichneter Artikel, angenehm sachlich und doch mit Ausblick auf eine emotionale Herangehensweise.

  • 115 Lars // Mrz 9, 2010 at 15:45

    Warum heist die Bild Bild – weil alle die, die diese Zeitung kaufen nur Bilder verstehen, sprich nicht lesen können. Leute die ihr Gehirn nicht zum denken benutzen. Über soviel Mist kann man sich nur aufregen – ich habe die bild noch nie gekauft und werde es auch nicht.

  • 116 Jörg Kremer // Mrz 9, 2010 at 15:47

    @rofl und @Dieter
    Wer sich über den Stil der Berichterstattung in diesem Stil beschwert, wird zum Teil dessen, was unerträglich ist.

  • 117 Dennis // Mrz 9, 2010 at 17:54

    Ich empfehle dazu auch den Artikel “Schweinische Geschichten” aus der aktuellen Ausgabe der ‘konkret’. Rückt einiges gerade, was die Mainstreampresse gerade so vom Stapel lässt.

  • 118 Marcus // Mrz 9, 2010 at 19:11

    nach lesen dieses artikel: gänsehaut, ein kalter schauer über den rücken und ein gefühl von machtlosigkeit und traurigkeit.
    super artikel…was soll man sagen

  • 119 mueschl // Mrz 9, 2010 at 20:07

    sehr guter artikel,

    ABER…
    [quote]
    So wie alle diese griechischen Beamten, von denen die Bild-Zeitung und andere gerade behaupten, sie wären es, die ein winzig kleines Land am Rande Europas nah an den Ruin getrieben haben, und nicht die schwerste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten.
    [/quote]

    es war wohl weniger die wirtschaftskrise, die die helenen in den ruin treibt, sondern viel mehr die erwiesene misswirtschsaft ;)

    das ändert aber nix an der qualität des artikels

    lg
    mueschl

  • 120 Th. Koch // Mrz 9, 2010 at 20:50

    Ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen und weiß nicht, ob es eine Wiederholung ist, aber: Für die “Bild” müssen sich höchstens die schämen, die dort arbeiten.

    Vielen Dank für Ihren Text.

  • 121 Zeynep // Mrz 9, 2010 at 21:26

    Hallo,

    noch erschütterter bin ich über die Sendung Beckmann, war es glaube ich, über Griechenland in der Krise. Sie haben eine geschmacklose Satire gemacht und die dunkelhaarigen dunkelbärtigen Ouzo trinkenden und feiernden Griechen dargestellt, die jetzt dem EURO zu gefährlich werden. Ich habe die Sendung nicht weiter gesehen.
    Es ist mir aufgefallen, dass Griechen einen ähnlichen Schicksal haben wie wir Türken, sie werden auch die anderen sein, die nicht hierher passen ,.. und über die man sich lustig machen kann, die an allem selber schuld sind,….

  • 122 royse // Mrz 9, 2010 at 22:23

    Sehr guter Artikel. Das Dumme ist ja, es geht nicht nur um „Bild“. Wenn ich mich über die aufrege, sagt meine Frau: „Was liest Du die überhaupt. Du weißt doch, dass sie so sind.“ Ärgerlicher sind „Stern“ oder „Focus“. Die nimmt man ja noch etwas ernster. Aber momentan werde ich den Eindruck nicht los, dass führende Verlage glauben, endlich mal jemanden gefunden zu haben, den man ohne lästige Recherchen in Grund und Boden polemisieren darf. Journalistische Ausgewogenheit, Fairness braucht man ja schon für so viele andere Themen. Dabei kommt dann ein Wettkampf um das billigste Ressentiment heraus, voll oberlehrerhafter Besserwisserei, Anmaßung und voneinander abgeschriebener Vorurteile. Man fragt sich, was das etwas reflektierte Publikum denkt – typisch deutsch oder typisch Journalist?

  • 123 Anthony // Mrz 10, 2010 at 08:52

    Ist Ihnen folgendes Sprichwort bekannt?

    “Wer den Schaden hat (Pers. Anm.: und den hat Griechenland offensichtlich wohl), braucht fuer den Spott nicht zu sorgen?”

    Warum belassen Sie es nicht dabei und geniessen lieber Ihre Freizeit anstatt solche Texte zu verfassen?

  • 124 Peti // Mrz 10, 2010 at 10:01

    Es war nicht anders zu erwarten: Springers WELT erteilt dem Brief Lammerts an seinen griechischen Kolkegen die “Note 4″ und begründet das so:
    “Aber die Presse ist vom Staat unabhängig. Lammert kann Berichte bedauern, dafür entschuldigen sollte er sich nicht.”
    Da kann ich nur sagen: Ja Herr Döpfert, aber nur dann, wenn die Presse die Menschwnürde achtet und nicht fleichsam faschistische Hetze betreibt! Setzen Düpfner 5 !!!

  • 125 Linda // Mrz 10, 2010 at 10:35

    @mikis: Toller Text!

    @Dennis: danke für interessanten Link.

  • 126 Henne // Mrz 10, 2010 at 12:08

    Viel schlimmer als die dümmlichen BILD-Artikel schlagen mir die Kommentare der Leser von Bild.de auf den Magen – dass die Zeitung jeglicher Qualität entbehrt, hetzerisch und neurotisch ist, weiß bzw. wusste man ja schon immer. Dass sie damit aber bei ihrer Leserschaft noch große Zustimmung einfährt, verdeutlicht die Situation unserer Gesellschaft. Rechtsruck lässt grüßen…

  • 127 Björn // Mrz 10, 2010 at 13:02

    Ich danke für diesen hervorragend geschriebenen, äußerst sachlichen und doch, auf Grund der subjektiven Schilderungen, emotionalen Artikel. Auch mir stießen die Hetzartikel der BILD-Zeitung bezüglich Griechenland übel auf und ich bin der festen Überzeugung, dass man gar nicht genug gegen das anschreiben kann, was sich eine so genannte “Redaktion” des Springer-Verlags ausdenkt, um ein ganzes Land so negativ als möglich darzustellen.

  • 128 Westhoff // Mrz 10, 2010 at 15:42

    Ich gehe davon aus, dass Ihre Kommentare gegen den oder die Bildzeitungs-Artikel Hand und Fuß haben, denn ich lese dieses Blatt nicht. Aber wie von Herrn Henne richtig geschrieben sind nicht die Bild-Artikel das große Problem sondern die rechtslastigen Leser dieser Zeitung. Da deren Bildungsgrad in den meisten Fällen in den unteren Regionen angesiedelt sein dürfte, lassen sie sich, durch solch eine “Schmierblatt” ihre Meinung bilden. “Am deutschen Wesen, soll die Welt genesen”. Ich denke, dass die Bildzeitung auch in Griechenland verkauft wird, denn dickbäuchige Landsleute möchten auf den wunderschönen Inseln Griechenlands ihre “Geisteslektüre” nicht missen. Es wäre gut, wenn die Griechen eine solche Zeitung nicht in ihr Land ließen; besser noch – bildzeitungslesende, dickbäuchige Deutsche-
    sollten sofort ausgewiesen werden.

  • 129 Kuppie // Mrz 10, 2010 at 22:44

    Ich kann ihnen nur voll und ganz zustimmen.
    Viele Printmedien und deren Online-Ausgaben in Deutschland sind einfach durchgehend peinlich, vorneweg natürlich die Bild-Zeitung.
    Und es ist schlimm, dass immernoch soviele Leute diesen Schund lesen, glauben und verbreiten.
    Aber was noch viel Schlimmer ist: Wenn vermeintlich seriöse Medien à la Focus/Stern auch noch auf den Zug aufspringen.

  • 130 Hartwig Lein // Mrz 11, 2010 at 09:00

    Nur nicht gar so weinerlich, Herr Pantelouris! Es ist keine Frage, dass die sog. “Offenen Briefe” in BILD und stern widerlich und unerträglich selbstgerecht sind. Es ist allerdings auch keine Frage, dass Griechenland sich mit Lug und Trug in die EURO-Zone eingeschmuggelt hat, dass Steuerhinterziehung und Bestechlichkeit an der Tagesordnung sind, dass 900.000 Beamte für ein Zehnmillionenvolk grotesk überdimensioniert sind, dass Verbrecher jedes Jahr Waldbrände legen und die abgebrannten Flächen dann von korrupten Beamten als Bauland ausgewiesen werden (statt die Verbrecher einzusperren und zr Wiederaufforstung zu zwingen) und es ginge noch lange munter weiter, wenn man das wollte. Zumindest in einem Nebensatz hätten Sie darauf hinweisen sollen, dass nicht alle Vorwürfe total unberechtigt sind.Das würde die hochrespektable Lebensleistung Ihres Vaters um keinen Deut schmälern.

  • 131 mikis // Mrz 11, 2010 at 09:58

    Lieber Hartwig Lein, Vielen Dank für Ihre Hinweise. Aus anthropologischem Interesse: Haben Sie eigentlich, bevor Sie Ihre Hinweise unter meiner offensichtlich subjektiven Geschichte gepostet haben, eigentlich auch auf bild.de kommentiert und mehr Fairness angemahnt? Oder erwarten Sie die nur von mir? Das interessiert mich sehr.

  • 132 Chris // Mrz 11, 2010 at 10:09

    “Lass die Leute einfach reden und lächle mild, die meisten Leute haben ihre Bildung aus der BILD; und die besteht nunmal, wer wisse das nicht, aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht”
    (Die Ärzte – Lasse reden)

  • 133 Hartwig Lein // Mrz 11, 2010 at 13:22

    Lieber Mikis,
    die Bildredakteure um Fairness zu ersuchen wäre vergebliche Liebesmüh. Ich sehe sie direkt vor mir, wie sie sich bei der Lektüre eines solchen Leserbriefes lachend auf die Schenkel schlagen. Ich fühle mich vom Thema Griechenland deshalb betroffen, weil in meinem direkten Lebensumfeld etliche Griechen sind. Mein Optiker, drei meiner Ärzte, die Wirtsfamilie meines Lieblingsrestaurants, zwei enge Freunde – lauter Griechen. Und alle sind gut ausgebildet, leistungsfähig, freundlich bis herzlich, hilfsbereit usw. Und trotzdem entstammen sie einem Volk, das es nicht schafft, einen einigermaßen funktionierenden Staat auf die Füße zu stellen. Diesen Widerspruch kann ich mir nicht erklären. Wenn mein Freund Saki von den Problemen berichtet, die er zuhause (Saloniki) damit hat, ein Auto anzumelden, kann ich es nicht fassen. Mit Schmiergeld ginge es sofort und einfach, aber “Ich bin kein GriecheGrieche, ich bin ein DeutschGrieche und ich bin zu stolz, um Bestechungsgeld zu zahlen” (Ich hoffe, ich darf Dich zitieren, Saki!). Nehmen Sie es also bitte nicht persönlich, wenn ich mich derart echauffiere, nehmen Sie es als Ausweis meiner absoluten Fassungslosigkeit. In diesem Sinne: Nix für ungut!

  • 134 mehrhits // Mrz 11, 2010 at 15:09

    Bravo! Applaus für diesen Artikel.

  • 135 royse // Mrz 11, 2010 at 17:49

    Das Statistische Bundsamt hat am Donnerstag bekanntgegeben, dass die Verschuldung der öffentlichen Haushalte in Deutschland Ende 2009 bei 1692,2 Milliarden Euro lag.

  • 136 Stelios // Mrz 11, 2010 at 21:56

    Als ich vorletzte Woche im Flugzeug von Thessaloniki nach Köln saß und den Fokus-Artikel über Griechenland gelesen habe (die Zeitschrift wurde im Flugzeug ausgeteilt) hab ich (als angehender Medienökonom) meinen Glauben an den deutschen Journalismus verloren.

    Vielen Dank, dass Sie mir wieder Hoffnung machen!

    Gratuliere zu diesem gelungenen Artike!

  • 137 Thrakiotis // Mrz 11, 2010 at 22:31

    Ein sehr schön geschriebener Artikel. Als Sohn eines griechischen Wissenschaftlers der Jahre lang an deutschen Universitäten nach der gr. Militätjunta wissen vermittelt hat, ist es mir unbegreiflich wie ein “journalist” so einen Artikel hat auch nur absegnen können. Dass so etwas geschrieben wird, stelle ich ausser Frage, aber wer zum Teufel hat in einem Moment der geistigen Umnachtung diesen geistigen Dünnschiss in die Druckmaschine gelassen?

    Es freut mich jedoch zu sehen, dass dieser Artikel so ziemlich genau den Punkt trifft. Ein Ortsgespräch hätte auch jedes Budget gesprengt.

    Ich sage hiermit, vielen Dank und weiter so Miki.

    Xairetismus Markos

  • 138 Ralf // Mrz 12, 2010 at 10:50

    Nicht auszumalen, wie böse der Autor mit der Bild hätte abrechnen können, die Argumente lagen mannigfaltig bereit. Umso beeindruckender, dass Herr Pantelouris sich diesen Anstand bewahrt und damit erst recht triumphiert. Hatte Gänsehaut beim Lesen! Danke!

  • 139 Zachrid // Mrz 15, 2010 at 16:14

    “Wer den Schaden hat…. ”

    …nun, aber was soll man sonst sagen? “Willkommen im Club der Leute, die die BILD für überflüssig halten?”

    Jeder den ich kenne schämt sich entweder für die BILD, oder der Person ist es einfach egal was dort drin steht. Das die BILD-Schreiberlinge beim Verfassen ihrer Artikel ungefähr so präzise und verantwortungsvoll sind, wie eine mit Teppichbomben beladene B2 über einem Innenstadtviertel, sollte doch wohl jedem bekannt sein, der sich am Morgen die Hose nicht gerade mit der Kneifzange anzieht…

    …und das mittlerweile Hitler überall seinen Kopf ins BILD hält, wo man auch nur im Entferntesten möglich ist, sollte doch wohl auch mittlerweile niemanden mehr verwundern.

    Sicherlich sollte man nicht müde werden solchen “Journalismus” offen anzukreiden.

    DOCH wo wir gerade dabei sind …
    …ist dieser Artikel in der zweiten Hälfte auch nicht viel besser: “(ich habe einen) Großvater mit einer dreistelligen NSDAP-Mitgliedsnummer” ja meine Güte! Da will ich doch gleich die Godwin-Flieskärtchen entstauben und verteilen.

    Die beiden Großväter als “guter Großvater”, “böse Großvater” gegeneinander aufzuwiegen ist nicht weit von dem entfernt, was auch ein Springerling an einem guten Tag hätte auswerfen können. Nicht dass ich Zweifel an der Korrektheit dessen hege, aber man muss doch schon aufpassen hier nicht auf dem Klischee auszurutschen.

    Darf man sich über die Affen aufregen, die mit “Offenen Briefen” wie mit den eigenen Exkrementen um sich werfen? Ja natürlich, man muss sogar. Aber die beiden Großväter aus dem Hut zu ziehen und als Metapher und Gegenargument in die Höhe zu halten, ist kaum besser…

  • 140 T. Zett // Mrz 15, 2010 at 16:53

    @ zachrid
    Schade das sie nicht lesen können. Weder den Artikel, noch Godwins Law. Da heisst es : Im Verlauf einer langen Diskussion….. Der Autor hat am Anfang von seiner Familie erzählt und von gut und böse habe ich da nichts gelesen. Mit einer Entschuldigung kämen sie jetzt schon weiter.

  • 141 Asz // Mrz 16, 2010 at 12:21

    Leider ist es ja nicht nur die B… :-( Auch im TV kommt Merkwürdiges rüber. Es ist einfach zum K… Grüßen Sie ihren Vater – er weiß hoffentlich, wie Medien funktionieren.

  • 142 Chris // Mrz 25, 2010 at 23:44

    Für die, die es interessiert, ein paar Denkanstöße zur Frage: Warum ist Griechenland in dieser Situation?

    http://www.freitag.de/politik/1011-deutschland-volkswirtschaft-eurozone-export

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=4948

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=4659

  • 143 jschffner // Apr 8, 2010 at 13:06

    bin deutsche ,lebe und arbeite in österreich !liebe griechenland seit über 25jahren, bin ich 1x im jahr auf korfu habe viele korfujoten als freunde liebe das leben die menschen die kultur werde in 2 jahren dort leben. es ist mir peinlich und beschämend wie sich die deutsche regierung (EU)dem gr.volk anmaßt sie zu drohen und sie zu bevormunden!merie

  • 144 Frank // Apr 20, 2010 at 16:35

    Ja, nee, is klar. Es geht einfach nicht ohne “Nazi”, oder?

    Schon alleine deswegen hoffe ich, daß die Griechen und Italiener aus der Eurozone fliegen.

    Wie charakterlos muß man sein, um seinen deutschen Großvater der Öffentlichkeit (“einerliche Rechtfertigungen”) so preiszugeben. Dieser Mann hat tapfer für sein Vaterland gekämpft und dabei die höchste und begehrteste Tapferkeitsauszeichnung erhalten, die jemals vergeben wurde.
    Sein Enkel ist nur groß mit dem Mundwerk.

    Zum kotzen!

  • 145 Xaerdys // Apr 21, 2010 at 16:48

    @Frank: Meine Güte. Es ging hier um die Stigmatisierung einer Gruppe der Weltbevölkerung. Wenn der Opa ein Nazi war, war er einer. Fakt. Und wenn er ne Auszeichnung gekriegt hat, wobei ich mich frage, wie sie darauf kommen, denn das Bundesverdienstkreuz hat wohl Herr Pantelouris Sen. erhalten, hat er eine erhalten.
    Das Eine änderte nichts am Anderen…

    Leute mit ihren Aussagen sind beinah beschämender als die Bild selbst.

    Herr Pantlouris, sie tun Recht daran sich zu beschweren. Die deutsche Gesellschaft hält sich für aufgeklärt und objektiv. Wir sollten auch dazu stehen.

  • 146 Monika Räthlein // Apr 26, 2010 at 00:19

    Sehr geehrter Herr Pantelouris,
    ein Kommentar zu Ihren Ausführungen zum Bild-Artikel lautet sinngemäß” man müsse sich in einer Demokratie mit einem Journalismus dieser Art abfinden können…”??? Das (ehemalige) Volk der Dichter und Denker – wo sind wir gelandet? Wir müssen das (nicht nur das Gehirn) zerstörende Geschreibsel erdulden, alles im Namen der Demokratie??? Nur, weil inzwischen offensichtlich die Mehrheit der Deutschen zu faul ist, selbst zu denken sondern sich lieber von BILD mit Schlagworten erschlagen lassen??? Schon in den 6Oigern hat BILD diverse Lügen, böse und folgenreiche Lügen verbreitet und ebenso viele, viele Existenzen vernichtet, fragen Sie z.B. Herrn Wallraff etc.! Es ist schon traurig, was diese Menschen mit dieser Selbstverständlichkeit von sich geben!! Unser (deutsches) “Weltmenschdenken” und unsere unvorstellbare Arroganz legen wir wohl nie ab, Entschuldigung! Übrigens: Heute Abend bei Frau Will fand ich Sie hervorragend! ich drücke Ihnen und Griechenland die Daumen! Mich zu diesem Thema zu äußern, würde weit diesen Rahmen sprengen!
    Viele Grüße
    Monika Räthlein

  • 147 Ralph T. Niemeyer // Apr 27, 2010 at 11:52

    Sehr guter Bericht Herr Kollege, wenn Sie ähnliches auf Englisch hätten, könnten wir es gerne hereinnehmen. Wir haben leider keine Kapazitäten anspruchsvolle Übersetzungen zu tätigen. Daher bitte direkt auf English.

    http://www.euchronicle.eu/greek-cow-does-not-give-milk-anymore

  • 148 mikis // Apr 27, 2010 at 17:30

    Vielen Dank! Ich habe die Kapazitaeten leider im Moment auch nicht (so wenig wie Umlaute).

  • 149 Griecheutsche // Apr 30, 2010 at 01:42

    Schön, mal zur Abwechslung was Menschliches zu lesen.

    Auch wenn ich weiss, dass die BILD sich vorallem zum Einwickeln von Fisch und die Hetze gegen das griechische Volk der Auflagensteigerund dient(e)… -die mediale Darstellung meiner “faulen und grundsätzlich korrupten” Landsmänner macht mich trotzdem traurig und wütend. Und schlimmer noch, es gibt Mitmenschen, die dies auch noch ungefiltert glauben.

    Seit Tagen frag ich mich jedoch, woher diese Häme und Ablehnung kommt?? Stammtischler die anscheinend zu Wirtschafts-Experten avancierten, belehren und mahnen mich ungefragt, dass WIR zur Drachme zurückkehren müssen, am besten gar ganz aus der DEREN EU raus. Und die Bild macht das was sie am besten kann: Ihren Dünnpfiff auch noch zu Geld machen. Ignorieren alleine hilft da nicht, man muss darauf aufmerksam machen.

    Komisch nur, dass mir vorher diese existenziell wichtige Unterscheidung zwischen WIR und IHR noch nie so aufgefallen ist.

    Helmut Schmidt meinte mal, dass “die Deutschen ein verführbares Volk seien”… -auch wenn ich ihn sehr schätze, aber glücklichweise gibt es Beispiele, die dies widerlegen.

Hinterlasse einen Kommentar